Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


20.05.2009 Christof Baumgartner

Gebrauchte Software findet immer mehr Abnehmer

In Österreich kann der Markt mit Gebrauchtsoftware vor allem im KMU-Bereich Zuwächse verzeichnen.

In Zeiten der Krise werden naturgemäß vermehrt Wege gesucht, um die Kosten zu reduzieren. Ein Weg kann sein, sich anstatt Neues anzuschaffen, etwas Gebrauchtes zu kaufen. Das ist aber mittlerweile nicht nur im Hardwarebereich vom Auto bis zum Laptop, sondern auch im Softwarebereich möglich. Der Gebrauchtsoftware-Markt verzeichnet in Österreich derzeit ein deutliches Wachstum. Unternehmen können sich dadurch bis zu 50 Prozent ersparen. Eine Entwicklung, die sich angesichts der schweren Wirtschaftskrise noch beschleunigt hat. Vor allem für heimische KMU scheint die kostengünstige Beschaffungsalternative immer interessanter zu werden. Allein der Gebrauchtsoftware-Anbieter Usedsoft konnte in den vergangenen Monaten 20 österreichische Neukunden gewinnen. »Für einen deutlich niedrigeren Einkaufspreis bekommen wir dasselbe Produkt wie der Erstkäufer – ohne Qualitätseinbußen oder Abnutzungserscheinungen«, erklärt Christian Ott, Leiter der IT und Organisation bei dem Linzer Unternehmen Banner.

Die Geschäftsidee, mit nicht mehr benötigten Software-Lizenzen Handel zu betreiben, stammt ursprünglich aus Deutschland. Dort begann Usedsoft als einer der ersten Anbieter 2003 den Gebrauchtsoftware-Markt zu etablieren. Um der wachsenden Nachfrage in Österreich gerecht zu werden, wurde im vergangenen Jahr eine Niederlassung in Wien gegründet. Das Angebot der gebrauchten Lizenzen umfasst dabei aktuelle wie ältere Versionen. Die Software stammt zumeist aus Insolvenzen, Geschäftsaufgaben, Umstrukturierungsmaßnahmen oder Systemumstellungen.

WENIG FREUDE BEI HERSTELLERN Die Softwarebranche hat mit Gebrauchtsoftware logischerweise wenig Freude. Rechtlich basiert der Handel mit gebrauchten Lizenzen auf dem EU-weit geltenden Erschöpfungsgrundsatz. Demnach erschöpft sich das Verbreitungsrecht eines Softwareherstellers, sobald dieser das Produkt erstmals in Handel gebracht hat und es von einem Ersterwerber gekauft wurde. Auch der österreichische Gesetzgeber hat den Erschöpfungsgrundsatz im Urheberrechtsgesetz festgehalten und an die europarechtlichen Vorgaben angepasst. Laut einer aktuellen Studie ist ein Wiederverkauf von Software bis heute nur in Märkten möglich, in denen Händler von Gebrauchtsoftware aktiv tätig sind und wo Aufsichtsbehörden und Gerichte entsprechende Richtlinien und Urteile verfasst haben, um derartige Wiederverkaufsmodelle gegen das Veto des Softwareherstellers zu unterstützen. Usedsoft bietet seinen Kunden ein notarielles Testat, in dem die Kette der Lizenzübertragungen bis zum Hersteller lückenlos zurückverfolgt werden kann. »Das Notartestat garantiert, dass wir der einzige Nutzer der Lizenzen sind«, sagt Ott. »Wir sehen keinerlei Anlass, an der Rechtssicherheit zu zweifeln.«

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