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20.05.2009 Christof Baumgartner

Strafe für Intel freut AMD

Die Nummer zwei auf dem Halbleitermarkt sieht nach der Strafe für Intel endlich einen "wettbewerbsfähigen Markt" in Reichweite.

»Intel hat jahrelang gezielt Wettbewerber vom Computerchip-Markt ferngehalten und damit Millionen von Verbrauchern geschadet.« So lautet die Begründung der EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes für die 1,06 Milliarden Euro Strafe, die dem Chipkonzern aufgebrummt wurde. Die Summe entspricht 4,15 Prozent des weltweiten Intel-Umsatzes 2008, die Kommission hätte bis zehn Prozent gehen können. Die EU-Kommission sieht es nach jahrelangen Ermittlungen als erwiesen an, dass Intel durch unzulässige Rabatte und direkte Zahlungen an Hersteller und Händler vor allem den Rivalen AMD klein gehalten hat. Intel soll demnach die Mutterfirma der Elektronikkette Media Markt, die Media Saturn Holding, bezahlt haben, damit sie ausschließlich Computer mit Prozessoren von Intel anbietet. Zusätzlich bezahlte Intel den Angaben zufolge Hersteller dafür, dass sie Geräte mit AMD-Teilen später oder gar nicht auf den Markt brachten. Als betroffene Hersteller nannte die Kommission die Firmen Acer, Dell, HP, Lenovo und NEC.

Nur gut eine Stunde nach Verkündung des EU-Entscheids teilte Intel mit, man werde gegen das Verfahren klagen. Der Beschluss der EU sei falsch und ignoriere, wie stark der Wettbewerb im Markt für Mikroprozessoren sei, erklärte Konzernchef Paul Otellini, und betonte weiter »es gab absolut keinen Schaden für die Verbraucher«.

Bei AMD stößt das Urteil wenig überraschend auf große Zustimmung. »Das ist ein großer Schritt hin zu einem wirklich wettbewerbsfähigen Markt«, sagte AMD-Chef Dirk Meyer gegenüber Medienvertretern. Nun habe der Konsument das Sagen und nicht mehr Intel. Trotz der Strafe gehen Experten aber davon aus, dass sich an der Marktposition Intels nichts ändern werde.

EU VERSUS US-KONZERNE Bei Intel handelt es sich um den zweiten spektakulären Brüsseler Bußgeldfall in der Computerbranche. Im Februar 2008 bekam Microsoft das damalige Rekord-Bußgeld von 899 Millionen Euro aufgebrummt. Die Kommission sah es als erwiesen an, dass der Konzern jahrelang zu hohe Lizenzgebühren für technische Informationen verlangt und damit gegen Auflagen verstoßen hatte. Intel hat die Möglichkeit, innerhalb von zwei Monaten beim Luxemburger EU-Gericht gegen die Entscheidung zu klagen. Experten geben Intel aber wenig Chancen auf Erfolg. Manche halten das Bußgeld sogar noch für zu niedrig.

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