Die riesigen Deals, die es früher gab, sind heute nicht mehr so leicht zu bekommen Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


20.05.2009 Thomas Mach

Die riesigen Deals, die es früher gab, sind heute nicht mehr so leicht zu bekommen

Seit Anfang des Jahres leitet Andreas Muther die Geschicke der heimischen SAP-Niederlassung.

Seit Anfang des Jahres leitet Andreas Muther die Geschicke der heimischen SAP-Niederlassung. Er tritt damit ein schweres Erbe an, erfolgreiche Vorgänger haben die Latte in den vergangenen Jahren immer höher gelegt. Zudem kommt, dass das wirtschaftliche Umfeld aktuell alles andere als vielversprechend ist. Kein Grund zur Sorge, ein gesundes Unternehmen wie SAP schaffe es auch unter erschwerten Bedingungen Kunden dabei zu helfen, gestärkt aus der Krise hervor zu gehen, erklärt Muther im Gespräch über den Innovationsmarkt Österreich, das Trendthema Cloud und den mittlerweile beigelegten Konflikt um Supportkosten mit der DSAG.

CW: Herr Muther, Sie sind seit Anfang des Jahres SAP Österreich-Chef – wie geht es Ihnen damit? Andreas Muther: Sehr gut, mir macht die Arbeit sehr viel Spaß und ich versuche auch in dieser Arbeit möglichst viel Innovation in Österreich zu etablieren. Neue Wege, vor allem auch zum Kunden, zu gehen. Ich sehe das als eines meiner wichtigsten Themen – neue Gedanken einzubringen, weil man braucht das. Die Wirtschaftslage hat sich geändert, wir müssen umdenken, wir sind zum Glück gezwungen umzudenken. Das passt ganz gut mit meiner Idee innovativ zu sein zusammen. Das heißt, ich habe im Moment auch die Chance Sachen an zugehen, an die man früher nicht einmal gedacht hat. Es ist natürlich wichtig den Erfolg der SAP Österreich weiter zu gestalten. Wir sind da in der Landesorganisation sehr erfolgreich, eigentlich immer schon gewesen. Wir haben auch einen gewissen Ruf innerhalb des Konzerns.

CW: Österreich war früher einer der wichtigsten Standorte innerhalb der SAP. Ist das heute noch so? Muther: Das muss man ein wenig relativieren. Früher ja, jetzt sind wir ein globales Unternehmen, mit Märkten wie China oder Indien. Die werden, da muss man ganz ehrlich sein, zunehmend wichtiger. Österreich ist immer noch super im Mittelfeld, aber wir sind nicht mehr der Key-Markt. Wir sind ein Innovationsmarkt, weil wir historisch gewachsene Kundenbeziehungen haben und neue Sachen immer sehr gut vorantreiben können. Da schaut der Konzern, wie geht etwas in Österreich. Und wenn es gut geht, dann…

CW: Das heißt Österreich war Testwiese für Netweaver und Co? Muther: Testwiese würde ich es nicht unbedingt nennen. Wir sind ein Innovationsmarkt, wo Sachen früh getestet und eingeführt werden. Um von Kunden das Feedback zu bekommen. Da braucht man auch Kunden, die das mit einem tun wollen und auch können.

CW: Statt SOA sind nun Themen wie Cloud Computing und SaaS en vogue. Zeigt sich dies auch kundenseitig, oder handelt es sich um eine Experten-Diskussion? Muther: Ich würde diese Themen eher als Experten-Diskussion sehen. Für Kunden gibt's im Moment zwei Themen. Einerseits Innovation – wie kann ich mich von den Mitbewerbern differenzieren, um gestärkt aus der Krise hervor zu gehen. Und andererseits Effizienz – wie kann ich mein System effizient und kostengünstig einsetzen. Ob das mit Cloud Computing oder SOA passiert sind technische Umsetzungsvarianten, die aber im Hintergrund sind. Der Kunde will einen Business-Nutzen haben, wie das technisch umgesetzt wird, ist erst die zweite Diskussion.

CW: Aber bietet Cloud Computing nicht gerade für kleine und mittlere Unternehmen viel Potenzial und viele Vorteile? Muther: Da bin ich bei Ihnen. Bei kleinen bis zu mittleren Unternehmen kommt das immer mehr dieser Gedanke. Auch weil, aus meiner Sicht, jetzt die nächste Generation an IT-Leitern kommt. Das sind Leute von der Uni, die kennen sich mit Web und den ganzen Tools super aus. Die sagen: »Ich will ja gar keinen eigenen Rechner mehr unterm Tisch haben, da muss ich mich nur darum kümmern, dass der läuft«.

CW: Ein anderes Thema, im Konflikt mit der DSAG um die Wartungsgebühren wurde eine Einigung gefunden. Wie sieht diese aus? Muther: Fakt ist, dass es für Deutschland und Österreich die Regelung gibt, dass Kunden nun die Wahl haben, ob sie auf den neuen Enterprise-Support wechseln oder in ihrem alten Modell bleiben. Die Kunden müssen sich allerdings bis Ende dieses Jahres entscheiden.

Das Gespräch führte Thomas Mach.

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