Andreas Muther, SAP: »Die riesigen Deals, die es früher gab, sind heute nicht mehr so leicht zu bekommen« Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


22.05.2009 Thomas Mach

Andreas Muther, SAP: »Die riesigen Deals, die es früher gab, sind heute nicht mehr so leicht zu bekommen«

Andreas Muther leitet seit Anfang des Jahres SAP Österreich und will das Unternehmen mittels Innovationsgeist durch die Krise lenken.

Seit Anfang des Jahres leitet Andreas Muther die Geschicke der heimischen SAP-Niederlassung. Er tritt damit ein schweres Erbe an, erfolgreiche Vorgänger haben die Latte in den vergangenen Jahren immer höher gelegt. Zudem kommt, dass das wirtschaftliche Umfeld aktuell alles andere als vielversprechend ist. Kein Grund zur Sorge, ein gesundes Unternehmen wie SAP schaffe es auch unter erschwerten Bedingungen Kunden dabei zu helfen, gestärkt aus der Krise hervor zu gehen, erklärt Muther im Gespräch über den Innovationsmarkt Österreich, das Trendthema Cloud und den mittlerweile beigelegten Konflikt um Supportkosten mit der DSAG.

COMPUTERWELT: Herr Muther, sie sind seit Anfang des Jahres Geschäftsführer von SAP Österreich. Wie geht es ihnen damit heute und was sind Ihre Pläne für die Zukunft? Andreas Muther: Ich bin seit elf Jahren bei der SAP und in verschiedensten Rollen, sowohl in Österreich aber vor allem auch global, eingesetzt gewesen. Ich bin seit 01.01.2009 Geschäftsführer in Österreich. Wie es mir dabei geht? Sehr gut, mir macht die Arbeit sehr viel Spaß und ich versuche auch in dieser Arbeit möglichst viel Innovation in Österreich zu etablieren. Neue Wege, vor allem auch zum Kunden, zu gehen. Ich sehe dies als eines meiner wichtigsten Themen – neue Gedanken einzubringen. Die Wirtschaftslage hat sich geändert, wir müssen umdenken - wir sind zum Glück gezwungen umzudenken. Das passt ganz gut mit meiner Idee Innovativ zu sein zusammen. Das heißt, ich habe im Moment auch die Chance Sachen an zu gehen, an die man früher nicht einmal gedacht hat. Darum macht es mir viel Spaß, weil ich die Veränderungsmöglichkeiten habe. Prioritäten gibt es zwei bis drei wichtige für mich, einerseits natürlich den Erfolg der SAP Österreich weiter zu gestalten. Wir sind da in der Landesorganisation sehr erfolgreich, eigentlich immer schon gewesen. Wir haben hier auch einen gewissen Ruf innerhalb des Konzerns.

Österreich war früher einer der wichtigsten Standorte innerhalb der SAP. Ist das heute noch so? Das muss man ein wenig relativieren. Früher ja, jetzt sind wir ein globales Unternehmen, mit Märkten wie China oder Indien. Die werden, da muss man ganz ehrlich sein, zunehmend wichtiger. Österreich ist immer noch super im Mittelfeld, aber wir sind nicht mehr der Key-Markt. Wir sind ein Innovationsmarkt, weil wir historisch gewachsene Kundenbeziehungen haben und neue Sachen immer sehr gut vorantreiben können. Da schaut der Konzern, wie geht etwas in Österreich. Und wenn es gut geht, dann…

Das heißt Österreich war Testwiese für Netweaver und Co? Testwiese würde ich es nicht nennen. Wir sind ein Innovationsmarkt, wo Sachen früh getestet und eingeführt werden. Um von Kunden das Feedback zu bekommen. Da braucht man auch Kunden, die das mit einem tun wollen und auch können. Und da wir erfahrene Kunden haben, sind wir hier immer vorne mit dabei. Was sowohl für unsere Kunden als auch für uns super ist, weil es immer besser ist vorne mit dabei zu sein, als hinter her zu "watschln". Erfolg weiter treiben ist also wichtig für mich, hin zum Kunden und auch intern. Ein wichtiges Ziel ist natürlich auch, die Qualität unserer Mitarbeiter – die sehr hoch ist – weiter zu fördern und auch diesen Spirit, den wir in der SAP haben, weiterleben zu lassen. SAP ist wie eine Familie und diesen Familien-Gedanken möchte ich natürlich weiter treiben und auch weiterentwickeln.

Wie sieht es mit den Plänen und Zielen angesichts der Wirtschaftskrise aus - Sie erben das Haus von erfolgreichen Vorgängern, welche Strategie ist für die Zukunft geplant? Eine Erweiterung der Marktanteile. Also nicht absolutes Wachstum, sondern wir wollen die Marktanteile erhöhen. Das muss das Ziel für heuer sein. Beim Wachstum müssen wir schauen, ob es sich ausgeht. Realistisch geplant wollen wir ungefähr die Zahlen vom letzten Jahr wieder machen, aber dabei Marktanteile gewinnen. Das ist unsere Hauptpriorität, weil wir durchaus glauben, dass wir gerade in Zeiten wie diesen durch unsere qualitativ guten Produkte und unsere Zuverlässigkeit bei Kunden trumpfen können. Natürlich müssen auch wir umdenken, wie wir verkaufen. Wir lernen jetzt, dass diese riesigen Deals, die es früher gegeben hat, heute nicht mehr so einfach zu bekommen sind. Es gibt sie immer noch, aber weniger. Das heißt wir müssen mehrere, kleiner Projekte machen. Und diese Projekte sehr gut mit Value argumentieren. Nur wenn der Kunde einen Return on Investment oder andere positive Auswirkungen sieht, ist er bereit zu investieren. Wir treten an und zeigen diesen ROI, diesen Value. Dann kommen auch die Projekte dazu.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.



Hosted by:    Security Monitoring by: