Kündigungen bei Siemens PSE in Sicht Detail - Computerwelt

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25.05.2009 apa/Rudolf Felser

Kündigungen bei Siemens PSE in Sicht

Bis zum 30. September sollen bei Siemens Österreich 853 Mitarbeiter ihren Job verlieren, teilte der Siemens-Betriebsrat in einer Aussendung mit.

Bis zum Ende des Geschäftsjahres am 30. September sollen bei Siemens Österreich 853 Mitarbeiter ihren Job verlieren, teilte der Siemens-Betriebsrat in einer Aussendung mit. "Nach uns vorliegenden Informationen plant die Firmenleitung der Siemens AG, die weltweite Wirtschaftskrise zu nützen, den ungeliebten Softwareentwicklungsbereich in Österreich drastisch zu verkleinern", so der Vorsitzende des Siemens Betriebsrates SIS CT (ehemals PSE), Ataollah Samadani.

Siemens-Österreich-Konzernsprecher Harald Stockbauer bestätigt gegenüber der APA den Stellenabbaubedarf im Softwarebereich PSE von 853 Mitarbeitern. "Die Dimension kann man in etwa bestätigen", so Stockbauer zur APA. Dem Betriebsrat sei in der Vorwoche ein Abbaubedarf von 630 Mitarbeitern kommuniziert worden. Dieser habe offenbar auch die schon angelaufenen Restrukturierungen mitgerechnet. Insgesamt seien in diesem Bereich rund 1.800 Leute beschäftigt. Das Management werde heute Verhandlungen mit dem Betriebsrat über sozial verträgliche Lösungen aufnehmen.

"Die Auslastungsprobleme bei PSE sind seit längerem bekannt", so Stockbauer weiter. Ursache dafür seien Rückgänge bei den Geschäftsvolumina in den Bereichen Telekommunikation und Automotive, was zu erheblichen Kapazitätsauslastungsproblemen führe. Dazu kämen noch die Effekte der Wirtschaftskrise.

"Nachdem in den letzten Tagen und Wochen in verschiedenen Medien bereits das Arbeitsplatzvernichtungsprogramm der Firmenleitung kolportiert wurde, informierte die Firmenleitung den Betriebsrat nun auch offiziell über die in einem bisher nicht gekannten Ausmaß bevorstehenden Entlassungen", heißt es in der Aussendung des Betriebsrats. Für Montagabend (25. Mai) ist demnach eine erste Verhandlungsrunde angesetzt. Am Dienstag (26. Mai) will sich der Betriebsrat beraten und geeignete Verteidigungsmaßnahmen beschließen.

"Seitens des Betriebsrates werden wir den Kündigungsplänen des Siemens-Vorstandes nicht widerstandslos zustimmen. Wir fordern von den Firmenverantwortlichen, ihre Verantwortung wahrzunehmen und nicht aus Habgier und Gewinnmaximierung hochqualifizierte IT-Fachkräfte grundlos arbeitslos zu machen", so Samadani. Werden die Kündigungen im geplanten Ausmaß umgesetzt, werde damit auch mutwillig der Wirtschaftsstandort Österreich und der Standort Wien im Besonderen massiv gefährdet.

Die gesellschaftliche Verantwortung, mit der sich der Siemens-Konzern immer wieder gerne schmücke, sei zu einer leeren Worthülse verkommen: "Wann, wenn nicht jetzt, wollen die Vorstände im Stammhaus in München und in Wien dieser Verantwortung nachkommen?", so Samadani.

Die Planungen bzw. Vorbereitungen für die Massenentlassungen laufen bereits seit mindestens November 2008. Ende letzten Jahres erreichte der Konflikt zwischen dem Unternehmen und heimischen Belegschaftsvertretern seinen Höhepunkt (siehe "Arbeitskonflikt bei Siemens PSE vor Eskalation").(apa/rnf)

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