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25.05.2009 Rudolf Felser

FMK will Digitale Dividende für Mobilfunk nutzen

Die Frequenzen, die durch Umstellung von analogem auf digitales TV frei sind, sollen für den Mobilfunk reserviert werden.

Die Frequenzen, die durch die Umstellung von analogem auf digitales TV freigeworden sind, sollen für den Mobilfunk reserviert werden, betont FMK-Präsident (Forum Mobilkommunikation) und Chef des heimischen Mobilfunkers Orange, Michael Krammer, im Rahmen der zu Ende gegangenen Begutachtungsphase des Verkehrsministeriums zur Frequenznutzungsnovelle (FNV). "Die Lizenzvergabe von Heute entscheidet über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die nächsten Jahrzehnte", sagt er. Laut Krammer könnte die Freigabe der Digitalen Dividende an den Mobilfunk und die Nutzung durch mobiles Internet – noch deutlich vor 2015 – ein starker Wirtschaftsmotor für den ländlichen Raum sein. Die Forderung der Mobilfunkbranche nach einer frühest möglichen nationalen Umsetzung orientiert sich einer Aussendung des FMK zufolge an den "Vorreiterländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Schweiz".

"Unsere unmittelbaren Nachbarn profitieren demnächst bereits vom mobilen Breitbandausbau. Wenn es die Politik mit Technologievorsprung, zukunftsträchtigen Arbeitsplätzen und der Vermeidung einer digitalen Spaltung des Landes ernst meint, dann darf sie nicht die Auffahrt in Richtung Hightech-Datenautobahnen versperren", fordert Krammer innovations- und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen und unterstreicht auch deren volkswirtschaftliche Notwendigkeit: "Hochleistungsfähige Telekommunikations-Infrastrukturen werden mit Sicherheit zu unabdingbaren Standortfaktoren wie Strom, Wasser, Kanal oder Autobahnanbindungen."

Er zeigt sich zuversichtlich, dass "der österreichische Breitbandatlas auf der Weltwirtschaftskarte nicht weiß bleibt und der ländliche Raum kommunikationstechnisch nicht ausgehungert wird. Anwendungen wie mobiles Internet, Telemedizin, technischer Außendienst, Telearbeit, E-Government, E-Learning, Einkaufen und Reisen, Online-Spiele, Downloads oder der zunehmende Datentransfer sind unmittelbarer Nutzen für die Menschen", gibt Krammer Beispiele für den Mehrwert der Kommunikationsinfrastruktur und unterstreicht damit die Forderung der Mobilfunkbranche nachdrücklich. "Diese Entscheidung für Jahrzehnte sollte vor allem einen Wirtschaftsimpuls und neue Perspektiven für den ländlichen Raum im Fokus haben", fasst der FMK-Präsident die Ambitionen der Mobilfunk-Standesvertretung zusammen.

HINTERGRUND Die heute noch gültige Frequenzzuteilung ist mehrere Jahrzehnte alt und orientiert sich stark an den damals verfügbaren Funk-Technologien. Deshalb ist ein großer Teil des Funk-Frequenzspektrums auch Rundfunk und Fernsehen zugewiesen, die bislang 56 MHz im VHF-Band (174 bis 230 MHz bzw. Kanal 5 bis Kanal 12) und 392 MHz im UHF-Band (470 bis 862 MHz bzw. Kanal 21 bis Kanal 69) nutzten. Durch den Umstieg des Rundfunks und Fernsehens von analoger auf digitale Übertragungstechnologien werden große Teile des Frequenzspektrums, das bislang für die terrestrische Verbreitung von Rundfunk und Fernsehen genutzt wurde, frei. Grund dafür ist die effizientere Arbeitsweise von Digitalen Übertragungstechnologien, so können in einem analogen TV-Kanal 6 bis 8 digitale TV-Kanäle untergebracht werden - wenn sich auch Experten über damit verbundene Qualitätsminderungen (Stichwort Kompression) streiten. Dieser Gewinn an verfügbaren Frequenzen wird als "Digitale Dividende" bezeichnet. Die EU-Kommission schätzt, dass durch diese Umstellung eine Digitale Dividende von über 300 MHz erzielt werden kann. Darüber hinaus sind die frei werdenden UHF-Frequenzen besonders gut für die großflächige Datenübertragung per Funk geeignet. Allerdings wären diese Frequenzen allesamt auch für einen weiteren Ausbau des digitalen TV-Angebotes nutzbar (siehe dazu auch "Gastkommentar: Digitale Dividende – Die Mobilfunkbranche lügt sich in den Sack").

Ein FMK-Positionspapier zur Digitalen Dividende finden Sie unter diesem Link (PDF). (rnf/pi)

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