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27.05.2009 apa/Rudolf Felser

Seltene Sprachen brauchen Online-Präsenz

Zwar ist das Internet längst keine Englisch-Monokultur mehr, doch für kleine Sprachgruppen könnte fehlende Präsenz dennoch zum Verhängnis werden.

Zwar ist das World Wide Web längst nicht mehr die Englisch-Monokultur der ersten Jahre: Immer mehr Inhalte werden auch in anderen großen Sprachen wie Deutsch, Französisch, Spanisch, Chinesisch oder Japanisch erstellt. Doch für wirklich kleine Sprachgruppen könnte die nach wie vor fehlende Präsenz im World Wide Web zum Verhängnis werden: "Wenn sich für diese Sprachen nicht in den nächsten zehn Jahren Online-Communitys entwickeln, könnte sich ihr Aussterben beschleunigen", befürchtet David Sasaki im Gespräch mit der APA.

Das von ihm mitgeleitete Projekt "Rising Voices" will Bloggern aus der Dritten Welt und abseits der großen Sprachgruppen zu mehr Beachtung verhelfen. "Rising Voices" unterstützt Blogger in Entwicklungsländern und lehrt diese den Umgang mit den nötigen Tools, über das Partnerprojekt "Global Voices" werden deren Online-Beiträge dann wie durch einen "Lautsprecher" verstärkt, schilderte Sasaki. Blog-Beiträge aus Südamerika, Afrika und asiatischen Ländern werden, übersetzt auf Englisch, so u.a. von populären Blogs wie "Boing Boing" und der Website der New York Times verlinkt. "So bekommen diese ein viel größeres Publikum."

Was aber nicht heißt, dass sich deren Stimme im Rauschen des WWW durchsetzen wird. "Das Problem der Nachfrage ist viel größer als das Angebot", so Sasaki. "Es gibt Millionen und Abermillionen an Bloggern auf der ganzen Welt, niemand hat die Zeit, das zu lesen." So verlassen sich die großen Medien der Ersten Welt nach wie vor auf Auslandskorrespondenten, die jedoch oft "sensationslüsterne Berichte schreiben", die "niemand überprüft", so Sasaki.

Doch genau hier können sich Blogger der Dritten Welt Gehör verschaffen: Denn wenn nun jene Menschen, die in den betroffenen Gebieten leben, bloggen, dann "wird jede fehlerhafte Recherche von Hunderten Gegenstimmen begleitet. Das macht die Berichterstattung in Mainstream-Medien besser und ist eine gute Gelegenheit für diejenigen, deren Stimmen bisher ignoriert wurden."

Vor allem in Entwicklungsländern dienen Mobiltelefone oft als Ersatz-Computer. Bei der Erstellung von leicht verwendbaren Blogging-und Social Media-Tools für die Handys könnte, ironischerweise, die Wirtschaftskrise helfen, sagt Sasaki: Nach dem Platzen der Internet-Blase nach der Jahrtausendwende seien viele Computer-Entwickler arbeitslos geworden – und haben dann ihr Talent dafür eingesetzt, jene Plattformen zu entwickeln, die nun das sogenannte "Web 2.0" ausmachen. Durch die derzeitige Krise werden "wieder viele Programmierer ihren Job verlieren. Ich bin gespannt, was die in den kommenden Jahren als Selbstständige für Ideen entwickeln." (apa)

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