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27.05.2009 Oliver Weiss

Solide Anwendungen brauchen sauberen Code

Mit Hilfe von SQS hat die Raiffeisen Bausparkasse ein Qualitätsmanagementsystem implementiert, das schon an der Software-Basis Probleme vermeidet.

Die Raiffeisen Bausparkasse in Wien ist das Spezialinstitut der Raiffeisen Bankengruppe für die Wohnbaufinanzierung. Mit derzeit 300 Mitarbeitern sowie den 2.300 Raiffeisenbankstellen als Vertriebspartner betreut sie rund 1,9 Millionen Kunden und bietet auch die Möglichkeit, Anträge online zu stellen. Das gesamte operative Geschäft läuft über ein selbst entwickeltes IT-System, in dem sämtliche notwendigen Daten für die Spar- und Finanzierungsverträge hinterlegt sind.

Um das operative Geschäft auszubauen, bringen die Fachabteilungen kontinuierlich neue Finanzprodukte auf den Markt. Diese müssen natürlich auch in der Software abgebildet werden. Zudem ist für die reibungslose Geschäftsabwicklung immer eine weitestgehende Automatisierung von Prozessen empfehlenswert. »Wir möchten, dass unsere Kundenberater und Vertriebspartner am Point of Sale (POS) optimale Bedingungen vorfinden«, erklärt Andreas Madjari, verantwortlicher IT- und Software-Architekt bei der Raiffeisen Bausparkasse. »Denn nur so bieten wir eine effiziente Beratung und halten gleichzeitig die Zahl der Rückfragen per Telefon oder E-Mail klein. Wenn wir aber den POS-Client auf diese Weise erweitern, bedeutet dies gleichzeitig, dass wir die dazu notwendigen Prozesse im Backend bieten müssen.«

FEHLENDER ÜBERBLICK Im Backend programmieren die Entwickler den Code für alle Bankanwendungen in C++, und hier befindet sich auch der Kern der Software. Bislang jedoch fehlte der Raiffeisenbausparkasse der Überblick über alle Verästelungen der Software. Deren Entwickler sind in erster Linie für ihre jeweiligen Bereiche zuständig und entsprechend stark spezialisiert. Um aber genau abschätzen zu können, welche Auswirkungen Änderungen an einer ganz bestimmten Stelle im Quellcode für die gesamte Software und ihre Performance nach sich ziehen, führte das Unternehmen ein neues Verfahren ein: Code Quality Management (CQM) mit speziellen Impact-Analysen. »Wir wollten herausfinden, wo die Stärken und Schwächen der Codes liegen. Auf dieser Basis lassen sich dann überprüfbare Coding-Konventionen etablieren, die für alle an der Software-Entwicklung Beteiligten verbindlich sind«, erläutert Madjari.

Transparenz und ein objektives Qualitätsbild waren die Ziele des CQM-Projekts: Die Software-Entwicklung bei der Raiffeisen Bausparkasse sollte nach messbaren Kriterien beurteilt und ein entsprechend umfassendes Reporting eingerichtet werden. Neben einer besseren Aufwands- und Folgenabschätzung erwartete der IT-Verantwortliche auch eine verbesserte Wartbarkeit: »Primär wollten wir verhindern, dass Code-Probleme bis zum Anwender am POS durchschlagen. Dazu mussten problematische Code-Muster über die gesamte Software hinweg identifiziert und konsequent entfernt werden.« In letzter Konsequenz ging es darum, bei der Entwicklung zu Regeln zu gelangen, die die Funktionalität, Bedienbarkeit und Stabilität der Anwendungen steigern und sichern »und die auch eingehalten werden«, wie Madjari betont.

Nachdem das Problem erkannt und benannt war, musste nur noch ein Problemlöser her: »Wir haben einen Dienstleister und ein Werkzeug, die uns helfen, unseren Code zu verstehen, gesucht«, bringt Madjari das Anforderungsprofil auf den Punkt. Da Raiffeisen in einem anderen Projekt bereits gute Erfahrungen mit Software Quality Systems (SQS) gemacht hatte, einem Spezialisten für Software-Testen und Qualitätsmanagement, konsultierte die Bausparkasse das IT-Unternehmen auch in Sachen CQM. Im Rahmen von mehreren Workshops erarbeitete der Finanzdienstleister zusammen mit SQS ein Konzept, das unter anderem einen Regelkreis zur Etablierung von CQM beinhaltet.

Zunächst galt es für die Bausparkasse, ihre CQM-Hausaufgaben zu erledigen. Gemeinsam mit den SQS-Experten legte sie ein Kriterienset fest. Mit ihm analysierte das Unternehmen, welche Teile der Software besonders unter die Lupe genommen werden und welche Messungen durchgeführt werden sollten. »SQS hat uns überzeugend dargelegt, dass es keinen Sinn hat, heute ein Werkzeug zu kaufen und es morgen einsetzen zu wollen«, erinnert sich Madjari. Ein erfolgreiches Qualitätsmanagement von Software sei vielmehr eine prozessorientierte Angelegenheit, bei der zunächst die Qualitätsziele festzulegen sind. Erst dann könnten die regelmäßig wiederkehrenden Prüfungen und Messungen beginnen.

CODE WIRD MESSBAR »Wir wollten eine möglichst flexible und automatisierte Messbarkeit des Codes erreichen«, so Madjari. Dazu gehörten auch die richtigen Fragestellungen an die Software: Wo werden im Code Methoden aufgerufen, die als problematisch bekannt sind? Wie sieht das Speichermanagement aus? Wird ein bestimmtes Konstrukt den Regeln entsprechend codiert? Last, but not least, musste auch geklärt werden, in welchen Intervallen und mit welcher Durchlaufzeit die eigentliche Code-Prüfung durchgeführt wird.

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