Betriebsrat erhebt Einspruch Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


03.06.2009 Christof Baumgartner

Betriebsrat erhebt Einspruch

Der Betriebsrat der Siemens SIS CT kämpft gegen geplante 850 Kündigungen und erhebt Einspruch gegen die Wirtschaftsführung von Siemens Österreich.

Siemens Österreich will bis Ende September diesen Jahres rund 850 Mitarbeiter im Bereich der Softwaresparte PSE und im Bereich SIS (Siemens IT Solution and Services) abbauen. Weiters wird die Siemens VAI Metals Technologies in Linz 200 von 1.500 fix angestellten Mitarbeitern bis 2010 abbauen. Als Hauptgrund nennt Siemens-Österreich-Sprecher Harald Stockbauer Auslastungsprobleme, die schon länger bekannt seien – vor allem in den Bereichen Telekommunikation und Auto. Dazu kämen die Effekte der Wirtschaftskrise. In Linz spürt Siemens VAI den Nachfragerückgang im Stahlbereich. Dort solle künftig nur noch die Technologie-Kompetenz im Hauptquartier bleiben, Details von Aufträgen würden hingegen lokal ausgeführt.

EINSPRUCH DES BETRIEBSRATES Der Betriebsrat spricht hingegen von »Arbeitsplatzvernichtung«, »künstlich erzeugter schlechter Auslastung« und »Gewinnmaximierung«. Eine Gesprächsrunde zwischen Siemens-Vorstand und Siemens-Betriebsrat über die geplanten Kündigungen ging ergebnislos zu Ende, vereinbart wurden weitere Gespräche. Laut Ataollah Samadani, Betriebsratsvorsitzender der Siemens SIS&CT, will man den Kündigungsplänen des Siemens-Vorstandes nicht widerstandslos zustimmen. Nach eingehenden Beratungen mit maßgeblichen Vertretern der Gewerkschaft GPA wurde darum beschlossen, Einspruch gegen die Wirtschaftsführung von Siemens Österreich nach Paragraf 111 Arbeitsverfassungsgesetz zu erheben. Durch das erhebliche Ausmaß der bevorstehenden Personalabbaumaßnahmen sei der Fortbestand des gesamten Softwareentwicklungsbereiches von Siemens in Österreich gravierend gefährdet.

Mit dem Einspruch werde ein weiteren Schritt im Kampf »gegen die sinnlose Arbeitsplatzvernichtung« gesetzt, selbstverständlich bleibe der Betriebsrat aber weiterhin gesprächsbereit und sei allen konstruktiven Lösungen gegenüber offen, wenn damit Arbeitslosigkeit verhindert werden könne, betont Samadani. Durch einen »Einspruch gegen die Wirtschaftsführung« können letztlich Schlichtungsverhandlungen vor einer paritätisch besetzten Schlichtungskommission in Gang gesetzt werden. Die Kommission kann zur Beilegung eines Streits einen Schiedsspruch nur fällen, wenn beide Streitteile vorher schriftlich eine Unterwerfungserklärung abgeben.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.



Hosted by:    Security Monitoring by: