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03.06.2009 Birgit Pinz*

Der gesunde Hausverstand

Letztens hat mich ein Kundenbesuch zu einem mittelständigen – sehr bodenständigen – Unternehmer geführt.

Letztens hat mich ein Kundenbesuch zu einem mittelständigen – sehr bodenständigen – Unternehmer geführt. Nach charmantem Small Talk mit dem Chef, der täglich um 4:30 Uhr früh in der Firma steht (»Glauben Sie ich hätte sonst die Zeit hier mit Ihnen Schmäh zu führen?«), kamen wir auch auf die Geschäfte und – unvermeidlich – auf die Krise und ihre Auswirkungen zu sprechen: Natürlich könne man sämtliche Unwegsamkeiten auf die Krise schieben. Aber: Hätten wir alle nicht längst wahrnehmen müssen, »dass etwas nicht stimmt«? Wenn die Kredite günstiger vergeben werden als die Zinsen auf der Haben-Seite sind? Das sagt uns doch schon der gesunde Hausverstand, oder? Gesunder Hausverstand – nicht als Werbeidee einer großen Kette, sondern als das gemeint, was wir ab und zu einschalten sollten, um Dinge zu hinterfragen. Und es scheint mir, dass uns dieses Hinterfragen in den letzten Jahrzehnten sukzessive abgewöhnt wurde. Es ist ja unbequem, wenn ständig »mies gemacht wird«. Aber: Zwischen mies machen und wach hinterfragen besteht ein großer Unterschied. Diesen Unterschied nenne ich in diesem Zusammenhang Zivilcourage. Und genau dieser Unterschied ist »the difference that makes the difference«.

Sowohl in Unternehmen wie auch privat: Wie viele Vergehen und Schlimmeres sind möglich, weil es bequemer ist wegzuschauen? Wie viel Unsinn, Ungerechtigkeit, Eigennutz und letztendlich Betrug passiert, weil »es doch so üblich sei«, weil »man da ja auch nichts machen könne«. Oder könnte man unter Umständen vielleicht doch? Und wenn dann die Bombe platzt, »die Krise« da ist, dann ... ja: Wer, Bitteschön, trägt denn dann die Konsequenzen? Es ist doch unfair, gerade dieser so unschuldigen, ohnehin so armen Gruppe jetzt Sparmaßnahmen aufzubürden. Und also bitte diese Damen- und Herrschaften können doch nun wirklich nichts dafür. Und wieder einmal scheinen wir in einer Zeit zu sein, in der »wir doch nur mitgeritten sind«, wo wir doch gar nichts wissen konnten. Oder doch?

Deshalb wünsche ich uns allen mehr Mut zur Zivilcourage zur rechten Zeit. Denn Vorbeugen ist allemal besser als Bohren.

* Birgit Pinz ist Unternehmensberaterin, Coach und Trainerin. www.pinzconsult.at, successful in personell

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