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17.06.2009 Edmund E. Lindau

Haftstrafe für Firmenchefs bei Datenverlust gefordert

Wenn vertrauliche Daten bei Unternehmen verloren gehen, befürworten immer mehr Sicherheitsexperten eine Gefängnisstrafe für die Geschäftsleitung.

Im Vereinigten Königreich herrschen zunehmend rauhere Sitten. Nicht nur dass die Insel vom dichtesten aller Videoüberwachungssysteme bedeckt ist, sollten in Zukunft zwischen Themsemündung und Schottischen Erdgasfeldern auch viele Geschäftsführer in Deckung gehen und sich bei Bekanntwerden von Datenverlusten ehemöglichst um Strafrechtsbeistand umsehen. Denn die Datenskandale des Jahres 2008 haben bisher nicht den gewünschten Effekt gebracht, da viele Unternehmen nach wie vor unverändert fahrlässig mit dem Thema Datensicherheit umgehen. Als Folge der Wirtschaftskrise kürzen zahlreiche Unternehmen die IT-Budgets und damit auch die Ausgaben für IT-Security. Zudem hat sich in der aktuellen wirtschaftlichen Situation das Risiko des Datendiebstahls vor allem seitens entlassener Mitarbeiter verschärft.

Einsparmaßnahmen auf der einen und die Forderung nach mehr Datenschutz und -sicherheit auf der anderen Seite werden zum Balanceakt. Obwohl den Chefetagen die Tragweite von Datenverlusten und Datenklau bekannt sein sollte, priorisieren sie das Thema IT-Security zu selten. Das werfen ihnen Sicherheitsexperten aus aller Welt vor. Websense, einer der führenden Anbieter im Bereich der Data-Protection-Technologien, hat 104 Sicherheitsprofis auf dem E-Crime Congress 2009 in London zu diesem Thema befragt. 30 Prozent von ihnen fordern daher eine Haftstrafe für Firmenchefs, wenn vertrauliche Daten verloren gehen. Im Vorjahr waren es erst 26 Prozent. Neben der Gefängnisstrafe für den Geschäftsführer oder den Vorstandsvorsitzenden wird auch der Ruf nach Schadenersatz beim Verlust sensibler Kundendaten immer lauter: 68 Prozent der Befragten befürworten dies, im vergangenen Jahr waren es »nur« 58 Prozent. Bei der diesjährigen Umfrage reicht für 62 Prozent der Sicherheitsexperten die Verhängung eines Bußgeldes für die Geschäftsleitung. Rund drei Viertel der Sicherheitsexperten sind auch der Meinung, dass Arbeitnehmer bei Verlust ihres Arbeitsplatzes bereit wären, sensible Daten zu entwenden, um daraus Kapital zu schlagen. Erleichert wird das den potenziellen Datendieben durch die mangelhafte Organisation des Datenschutzes in Unternehmen, denn 51 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sich die Unternehmensführung weder darüber bewusst ist, wo die sensiblen Daten gespeichert sind, noch welche Mitarbeiter auf sie Zugriff haben.

»Vielen Sicherheitsverantwortlichen sind die Hände gebunden, weil ihnen die Unternehmensleitung die Budgets kürzt«, so Michael Scheffler, Websens-Chef der DACH-Region. »Vielmehr müssen gerade in Zeiten einer wirtschaftlichen Krise der Datenschutz und die Datensicherheit höchste Priorität haben, weil mit mehr Datenmissbrauch zu rechnen ist. Hier sind zielgerichtete Investitionen notwendig, um die Sicherheitsgefahren zu bannen und die Risiken einzudämmen.«

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