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01.07.2009 Rudolf Felser

Sorgenkind Notfallplan

Der 2009 Disaster Recovery Research Report bietet einen Überblick über die Herausforderungen bei Datensicherung und Hochverfügbarkeit.

Symantec hat die weltweiten Ergebnisse seiner jährlich erhobenen Disaster Recovery-Studie präsentiert. Der aktuelle "2009 Disaster Recovery Research Report" soll einen Überblick über den Status und die Herausforderungen in punkto Datensicherung und Hochverfügbarkeit bieten. Demnach stieg im vergangen Jahr der Druck auf IT-Entscheider in diesem Bereich erheblich an. Gründe waren Symantec zufolge die ansteigenden Kosten für Ausfallzeiten und strengere Service-Vorgaben (SLAs). Gerade in virtuellen Umgebungen bestehe dringender Handlungsbedarf beim Implementieren und Testen der Notfallpläne.

"In mittelgroßen bis großen Unternehmen verdoppelt sich das Volumen der Daten alle ein bis zwei Jahre. Diese Datenflut gilt es in klug abgestimmten Disaster Recovery-Vorkehrungen zu sichern. Die aktuelle Symantec-Studie zeigt, dass die fortschreitende Virtualisierung von Systemen klassische Disaster-Recovery-Pläne aushebelt. Firmen sollten ihre Pläne daher unbedingt überarbeiten und um diese Plattformen erweitern", so Peter Geytenbeek, Area Manager für Österreich, die Tschechische Republik, Polen und die Slowakei.

AUSFÄLLE KOSTEN GELD Der geschätzte Schaden, der durch Ausfallzeiten verursacht wird, belief sich nach Ergebnissen der Studie in Deutschland im Schnitt auf rund 500 Euro pro Stunde. Eine abgestürzte Datenbank verschlingt alle 60 Minuten sogar 1.750 Euro. Um einen kritischen Vorfall komplett zu beseitigen, mussten die befragten IT-Leiter weltweit durchschnittlich 287.600 Dollar ausgeben. In dieser Summe sind neben dem Ausfall des Systems auch Implementierung und Ausführung eines angemessenen Notfallplans enthalten. Länder wie die USA und Japan gaben bis zu einer Million Dollar in Branchen wie dem Finanzsektor aus. Vor diesem Hintergrund können Ausfälle in eine wirtschaftliche Katastrophe münden. Ein Grund, weshalb immer mehr Unternehmen frühzeitig das Top Management in die Planungen einbeziehen: In 67 Prozent aller Disaster Recovery Arbeitsgruppen sitzen neben IT-Mitarbeitern auch CIOs, CTOs oder IT-Direktoren am Tisch. Das Thema ist damit auch in den Führungsetagen der Unternehmen angekommen.

Der finanzielle Spielraum hat sich für viele IT-Administratoren erweitert: Die Studie zeigt für 2009 steigende Budgets für das Disaster Recovery. Allerdings werden die finanziellen Mittel aller Voraussicht nach in den kommenden Jahren nicht weiter zunehmen. Die Verantwortlichen müssen also in Zukunft mit gleichen Mitteln auskommen.

Laut Studie peilen Unternehmen eine durchschnittliche Wiederherstellungszeit von zwischen drei Stunden (Spanien) und sechs Stunden (Frankreich) an. Die Kombination aus Tests der Notfall- und Wiederherstellungspläne und Virtualisierung fordert jedoch viele Unternehmen weiterhin heraus. Rund 27 Prozent aller Unternehmen testen virtuelle Umgebungen innerhalb dieses Rahmens überhaupt nicht. Immerhin hat sich ihr Anteil gegenüber dem vergangenen Jahr verringert – 2008 waren es noch rund 35 Prozent.

MANGEL AN TOOLS UND STRATEGIEN Etwa ein Drittel aller Unternehmen weltweit gab an, in virtuellen Umgebungen keinerlei Backup-Strategie zu folgen. Die nachlässigen Firmen nannten als Gründe, dass in erster Linie Speicherplatz fehle und es an automatischen Lösungen mangele. Eben diese beiden Punkte wurden auch von den Unternehmen mit existierender Backup-Strategie als weiterhin problematisch bemängelt. So wünscht sich rund die Hälfte der Studienteilnehmer ausgefeilte Tools, damit sie kritische Daten und Anwendungen in virtuellen Umgebungen besser absichern können.

Auch personelle Engpässe und ein zu kleines Budget machten IT-Administratoren im Zusammenhang mit virtuellen Maschinen das Leben schwer. Wohl auch deshalb gaben rund 64 Prozent aller Befragten an, ihren Disaster Recovery Plan im Hinblick auf die verwendeten Virtualisierungslösungen in den kommenden Monaten noch einmal ausführlich überarbeiten zu wollen.

Für den "2009 Disaster Recovery Research Report" wurden im Juni dieses Jahres 1.650 IT-Leiter und Sicherheitsexperten aus mittelständischen und großen Unternehmen durch das unabhängige Unternehmen Applied Research West befragt. Die internationale Studie wurde in 24 Ländern in Amerika, Europa, dem Mittleren Osten, Asien und Südamerika durchgeführt. (rnf/pi)

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