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08.07.2009 Alex Wolschann/apa

Infineon verkauft Segment Wireline in die USA

Infineon verkauft sein Tafelsilber. Das Unternehmen gibt die Sparte für Festnetzkommunikationschips für 250 Mio. Euro an Golden State Capital ab.

Der Halbleiterkonzern Infineon verkauft im Ringen um die Refinanzierung sein Tafelsilber. Das Unternehmen gebe die Sparte für Festnetzkommunikationschips (WLC) für 250 Mio. Euro an den US-Finanzinvestor Golden State Capital ab, teilte Infineon mit. Die Ausgliederung werde bis Herbst 2009 erwartet.

"Die Veräußerung des Segments WLC leistet einen wesentlichen Beitrag zur anstehenden Refinanzierung", sagte Vorstandschef Peter Bauer. Infineon bemühte sich zuletzt Kreisen zufolge um Staatsbürgschaften zwischen 500 und 750 Mio. Euro, um mit neuen Darlehen im kommenden Jahr fällige Anleihenschulden von rund 600 Mio. Euro und weitere Kredite tilgen zu können. Das Unternehmen hat allerdings Mühe, ein Bankenkonsortium zu finden.

Da das Segment Wireline Communications relativ unabhängig von den Arbeits- und Produktionsprozessen des Gesamtunternehmens sei, könne es ohne größeren Aufwand abgespalten werden. Die Sparte schreibt im Gegensatz zur Mobilfunkchipproduktion, die Infineon mühsam auf Profitabilität trimmt, seit Jahren schwarze Zahlen. Im Konzern verbleibe das Handychipgeschäft sowie die Halbleiterproduktion für Autos, die Industrie, Chipkarten und Sicherheitsanwendungen.

Analysten lobten den Schritt. "Diese gute Strategieumsetzung des Managements nimmt Druck von der Bilanz", urteilte Thomas Becker von der Commerzbank. "Die Transaktion wirkt attraktiv und hat positive Folgen für Infineons Wachstum und Renditeprofil." Das Segment hat Infineon zufolge zuletzt einen Marktanteil von über 20 Prozent weltweit erreicht und ist die Nummer eins bei Chips für Breitbandzugänge. Alle Produkte, Standorte und Entwicklungsprojekte würden fortgeführt und rund 800 Patentgruppen übertragen.

Rund 900 Infineon-Mitarbeiter sollen in die neue Gesellschaft wechseln. Die Gewerkschaft kritisierte den Verkauf an die amerikanische Private-Equity-Firma scharf. "Es fehlt dem Vorstand an einer überzeugenden Strategie für das gesamte Unternehmen. Stattdessen greift er wieder einmal zu der phantasielosesten Form des Krisenmanagements", sagte Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer. Bisher gebe es keine Garantien oder Sicherheiten von Infineon für die betroffenen Mitarbeiter. Die IG Metall befürchte, dass WLC als eigenständiges Unternehmen zu klein sein könnte, um gegen große Konkurrenten bestehen zu können.

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