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08.07.2009 Rainer Downar*

Gastkommentar: COBOL feiert Geburtstag

COBOL wurde dieser Tage 50 Jahre alt.

COBOL wurde dieser Tage 50 Jahre alt. Erstmals entwickelt in einer Zeit, da Eisenhower, Chruschtschow und Julius Raab das Tagesgeschehen prägten, hat sich diese Programmiersprache nicht nur über fünf Jahrzehnte bewährt und stets erneuert, sondern auch viele Technologien überdauert. Und so finden wir COBOL heute nicht wie viele andere im IT-Museum, sondern haben alle tagtäglich damit zu tun.

Und dies keineswegs in obskuren Nischen, sondern dort "wo es drauf ankommt": Wenn es um große Benutzerzahlen und hohes Transaktionsaufkommen geht, ist COBOL in den Unternehmen nämlich weiterhin erste Wahl. Gerade in größeren Unternehmen laufen die Kern-Anwendungen im kaufmännischen Bereich, wie zum Beispiel Auftragsverwaltung, Buchungssysteme, usw. – meist auf COBOL-Basis. Über 60 Prozent der großen Enterprise-Applikationen weltweit sind COBOL-Applikationen.

Dieser über Jahrzehnte anhaltende Erfolg war nur möglich, weil COBOL in der Lage war, sich immer wieder sehr flexibel an veränderte Bedingungen und an die jeweils aktuellen Technologien im Umfeld anzupassen. Ob Lochkarten, Terminals, Windows, Objektorientierung, XML, Web, Linux, SOA oder Cloud Computing – COBOL war und ist immer “up-to-date“. Dabei hat sich diese Programmiersprache natürlich auch selbst stark weiterentwickelt. Die Programmiersprache hat ihre Stärken in der Abbildung von Geschäftsprozessen und überlässt heute beispielsweise die Ansteuerung von Benutzerschnittstellen, von Peripheriegeräten oder Web-Systemen den Technologien, die dafür konzipiert wurden.

Hier zahlt sich aus, dass COBOL immer schon über eine außerordentlich gute Kompatibilität zu anderen Systemen verfügte und sich deshalb problemlos mit jeder neuen Technologie verbinden konnte. COBOL hat seinen Anwendern stets die nötigen Schnittstellen und Integrationstechniken zur Verfügung gestellt. So arbeiten viele aktuelle E-Commerce-, Web-Shop- und Online-Systeme mit einer COBOL-Applikation im Hintergrund. COBOL hat sich als Basistechnologie für die Modernisierung der Unternehmens-IT bewährt.

Allerdings entspricht die öffentliche Wahrnehmung oft nicht der Bedeutung von COBOL. So wird COBOL zum Beispiel an Universitäten kaum noch gelehrt, viele junge Entwickler kommen in Unternehmen ohne je mit COBOL in Berührung gekommen zu sein. Dabei ist sogar den meisten ITlern nicht bewusst, wie sehr sie sich jeden Tag auf COBOL verlassen: zum Beispiel beim Buchen von Flügen, bei Abhebungen an Geldautomaten, bei Überweisungen, Gehaltsabrechnungen, Telefonrechnungen usw.

So steht denn auch der runde Geburtstag vor allem für Eines: Im Laufe eines halben Jahrhunderts IT-Geschichte hat COBOL schon viele Technologien kommen und gehen sehen – und Unternehmen werden auch dann noch mit COBOL arbeiten, wenn die meisten der heute so bestaunten Technologien schon wieder vom Markt verschwunden sein werden. Für große, unternehmenskritische Anwendungen, die Performance und Stabilität benötigen, ist COBOL nämlich weiterhin ohne Alternative. Aufgrund der großen Flexibilität und der Offenheit der COBOL-Systeme wird sich daran auch in der absehbaren Zukunft nichts ändern; es gibt daher unter den derzeit aktuellen Technologien kaum eine, die so zukunftssicher wäre wie COBOL.

*Rainer Downar ist Country Manager von Micro Focus Central Europe.

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