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15.07.2009 Michaela Holy

Vorbilder statt Rollenbilder

Technik in High Heels soll mehr Mädchen und Frauen für die IT begeistern. Der Titel ruft aber auch Kritik hervor.

Eine weitere Initiative soll bei Mädchen mehr Interesse an Technik und Naturwissenschaften wecken. Der Kreativwettbewerb "Frau in der Technik – Highheels@HighEnd" wird vom Verein "TechWomen" ausgeschrieben und vom Wissenschaftsministerium finanziell unterstützt. Bis 21. September können sich österreichische Schulen daran beteiligen, Schüler zwischen zehn und 18 Jahren sind eingeladen, weibliche Vorbilder in der Technik zu suchen. Wie die Jugendlichen das Thema interpretieren, ist ihnen freigestellt. Die Vorbilder sollen mit Worten, als Bild oder Film präsentiert werden. Aus den Beiträgen wird eine Jury die besten 15 aussuchen, die als Wanderausstellung in Schulen, Betrieben und Institutionen zu sehen sind. Die Sieger werden mit Geldpreisen im Gesamtwert von 1.500 Euro oder mit Sonderpreisen, wie beispielsweise einer exklusiven Sonder-Technikführung bei ORF-Backstage, belohnt. "Das Potenzial von Frauen ist im Sinne einer erfolgreichen Weiterentwicklung für den Wissenschafts- und Forschungsstandort unverzichtbar", so Wissenschaftsminister Johannes Hahn. "Diese Initiative ist geeignet, alle begeisterten Mathematikerinnen, Physikerinnen und Chemikerinnen auf den Plan zu rufen und für naturwissenschaftliche Studien zu begeistern." Die Idee dabei ist, sowohl Mädchen als auch Burschen anzuregen, über das Thema "Frauen in der Technik" nachzudenken und ihre Vorstellungen umzusetzen.

FALSCH VERMITTELT Der Titel des Wettbewerbs ruft auch Kritik hervor: "Die Initiative von Wissenschaftsminister Hahn, einen Kreativwettbewerb zu starten, um mehr Mädchen in Naturwissenschaften zu bringen, ist prinzipiell unterstützens- und begrüßenswert. Aber mit dem Titel wird ein Rollenbild vermittelt, das besonders für die Zielgruppe von Mädchen im Alter zwischen zehn und 18 Jahren sehr unpassend und hinterfragenswert ist", macht SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gisela Wurm deutlich. "Was würde Hahn wohl als 'knackigen' Werbespruch für mehr junge Burschen als Kindergärtner kreieren?"

Die Politik müsse sich bemühen, Mädchen Mut zu machen, in berufliche Männerbastionen einzudringen, weil sie dort Chancen auf gute Jobs mit guten Verdienst- und Karriereaussichten hätten und auch mit jungen Männer gleich ziehen könnten. Das bedeute auch, herrschende Rollenbilder stärker zu hinterfragen und zu überwinden, beginnend mit der Sprache, so Wurm.

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