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15.07.2009 Edmund E. Lindau

Erheblicher Nachholbedarf bei Disaster Recovery

Das Testen von Notfallplänen brennt IT-Leitern immer mehr unter den Fingernägeln.

Ausfälle kosten Geld. Der geschätzte Schaden, der durch Ausfallzeiten verursacht wird, belief sich nach den Ergebnissen von Symantecs neuestem »2009 Disaster Recovery Research Report« im Schnitt auf rund 500 Euro pro Stunde. Eine abgestürzte Datenbank verschlingt alle 60 Minuten sogar 1.750 Euro. Um einen kritischen Vorfall komplett zu beseitigen, mussten die befragten IT-Leiter weltweit durchschnittlich 287.600 Dollar ausgeben. In dieser Summe sind neben dem Ausfall des Systems auch Implementierung und Ausführung eines angemessenen Notfallplans enthalten. In Deutschland lag der Mittelwert mit rund 500.000 Dollar fast doppelt so hoch. Damit kommen hiesige IT-Administratoren im internationalen Vergleich noch glimpflich davon. Länder wie die USA und Japan gaben bis zu einer Million Dollar in Branchen wie dem Finanzsektor aus.

Vor diesem Hintergrund können Ausfälle in eine wirtschaftliche Katastrophe münden. Ein Grund, weshalb immer mehr Unternehmen frühzeitig das Top Management in die Planungen einbeziehen: In 67 Prozent aller Disaster Recovery Arbeitsgruppen sitzen neben IT-Mitarbeitern auch CIO, CTO oder IT-Direktoren am Tisch. Das Thema ist damit auch in den Führungsetagen der Unternehmen angekommen.

Der finanzielle Spielraum hat sich für viele IT-Administratoren erweitert: Die Studie zeigt für 2009 steigende Budgets für das Disaster Recovery. Allerdings werden die finanziellen Mittel aller Voraussicht nach in den kommenden Jahren nicht weiter zunehmen. Die Verantwortlichen müssen also in Zukunft mit gleichen Mitteln auskommen. Lediglich in Deutschland blicken IT-Entscheider optimistischer in die Zukunft. Hier rechnen zwei Drittel aller Befragten auch künftig mit steigenden Mitteln. Aber auch hierzulande überwiegt die Sorge, Kundendaten und eigene Umsätze durch Ausfälle zu gefährden.

Laut der Studie peilen deutsche Unternehmen eine durchschnittliche Wiederherstellungszeit von vier Stunden an. Damit liegen sie zwischen Spaniern (drei Stunden) und Franzosen (sechs Stunden) im europäischen Mittelfeld.

Die Kombination aus Tests der Notfall- und Wiederherstellungspläne und Virtualisierung fordert jedoch viele Unternehmen weiterhin heraus. Rund 27 Prozent aller Unternehmen testen virtuelle Umgebungen innerhalb dieses Rahmens überhaupt nicht. Immerhin hat sich ihr Anteil gegenüber dem Vergleichszeitraum des vergangenen Jahr verringert – 2008 waren es noch rund 35 Prozent.

MANGEL AN TOOLS UND STRATEGIEN Etwa ein Drittel aller Unternehmen weltweit gab an, in virtuellen Umgebungen keinerlei Backup-Strategie zu folgen. In Deutschland waren nur sechs Prozent der Unternehmen derart unvorsichtig. Die nachlässigen Firmen nannten als Gründe, dass in erster Linie Speicherplatz fehlte und es an automatischen Lösungen mangele. Eben diese beiden Punkte wurden auch von den Unternehmen mit existierender Backup-Strategie als weiterhin problematisch bemängelt. So wünscht sich rund die Hälfte der Studienteilnehmer ausgefeilte Tools, damit sie kritische Daten und Anwendungen in virtuellen Umgebungen besser absichern können. Denn gerade die Virtualisierung der Serverlandschaften verlangt eine grundlegende Überarbeitung der bestehenden Backup-Konzepte.

Es sind zwei Faktoren, die einen solchen grundlegenden Wandel verursachen: Die unkontrollierte Ausbreitung von virtuellen Servern und das wesentlich schwierigere Bereitstellen von gelöschten oder verloren gegangenen Anwendungsdaten. Vor allem, wenn eine Anwendung über mehrere virtuelle Maschinen (VM) oder sogar über mehrere VM und verschiedene physische Server verteilt ist, ist das dazugehörige Datenmanagement kaum noch beherrschbar.

Auch personelle Engpässe und ein zu kleines Budget machten IT-Administratoren im Zusammenhang mit virtuellen Maschinen das Leben schwer. Wohl auch deshalb gaben rund 64 Prozent aller Befragten an, ihren Disaster Recovery Plan im Hinblick auf die verwendeten Virtualisierungslösungen in den kommenden Monaten noch einmal ausführlich überarbeiten zu wollen.

In Deutschland wollen rund 81 Prozent der Studien-Teilnehmer noch einmal ihre Prozesse verbessern.

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