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15.07.2009 Edmund E. Lindau

Malware-Industrie in der Krise? Zahl neuer Computerschädlinge sinkt

Nach Einschätzung von Gdata hat die Malware-Community seit Beginn des Sommers ihre Aktivitäten zurückgefahren.

Nach Einschätzung von Gdata hat die Malware-Community seit Beginn des Sommers ihre Aktivitäten zurückgefahren. Im Vergleich zum Vormonat sank die Anzahl neuer Malware-Typen um mehr als 30 Prozent. In absoluten Zahlen waren dies im vergangenen Monat gut 83.000 Neuerscheinungen. Dieser starke Einbruch ist nach Einschätzung von Gdata Security-Experte Ralf Benzmüller nicht allein mit der anstehenden Urlaubszeit zu erklären. Die weltweite Rezession scheint jetzt auch die E-Crime-Ökonomie erfasst zu haben. Nach Einschätzung von Benzmüller handle es sich aktuell jedoch nur um ein vorübergehendes Tief: »Wir beobachten dieses Phänomen in jedem Jahr aufs Neue. Zu Beginn der Urlaubszeit sinkt die Zahl neuer Computerschädlinge. Ein Grund hierfür liegt in der weltweit beginnenden Reisezeit, denn dann nimmt erfahrungsgemäß auch die Anzahl aktiver Internet-Nutzer ab. Ein Einbruch um mehr als 30 Prozent ist damit aber nicht zu erklären.«

Nach Einschätzung des Experten scheint vielmehr die weltweite Wirtschaftskrise die E-Crime-Industrie geschwächt zu haben. »Die Schattenwirtschaft agiert nach streng ökonomischen Gesichtspunkten: Angebot und Nachfrage bestimmen das Geschäft. Die weltweite Wirtschaftskrise macht vor der E-Crime-Ökonomie nicht halt. Nach Dumping-Preisen für den Versand von Spam ist der Abschwung jetzt auch bei den Schadcode-Autoren angekommen. Die Auftragslage scheint in diesem Geschäftszweig momentan rückläufig zu sein. Für den laufenden Monat erwarten wir daher eine Stagnation bei Malware-Neuerscheinungen. Einzelne Peaks wird es aber sicherlich weiterhin geben. Globale Ereignisse und Katastrophen sind zu jeder Zeit beliebte Aufhänger für Online-Kriminelle.«

Bereits Anfang dieses Jahres haben Cormac Herley und Dinei Florencio, Wissenschafter bei Microsoft Research, in ihrer Arbeit »A Profitless Endeavor: Phishing as Tragedy of the Commons« darauf hingewiesen, dass in der Welt der Cyberkriminalität jeder jeden betrügt. » Die Ökonomie des Untergrunds wird oft als kriminelles Utopia des schnellen Geldes dargestellt, wo auch gänzlich Unbedarfte alles für Phishing Nötige erwerben, Hosting-Services anmieten und ihre Dienste dann über IRC-Kanäle profitabel vermarkten könnten. Dieses Bild hält einer Überprüfung jedoch nicht stand.« Vielmehr würden beispielsweise unbedarfte Spam-Neueinsteiger von Profis an der Spitze der Pyramide nach Strich und Faden »abkassiert« und selbst betrogen.

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