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16.07.2009 apa/Oliver Weiss

Google fordert Microsoft zum Kampf der Giganten

Mit der Ankündigung seines eigenen Betriebssystems heizt Google den Kampf um die künftige Vormachtstellung in der Computerbranche an.

Mit der Ankündigung, ein eigenes Computer-Betriebssystem zu entwicklen, hat Google eine Welle der Spekulationen um eine künftige Vormachtstellung in der Computerbranche losgetreten. Mit Chrome OS stößt der Suchmaschinenprimus direkt in das Kerngeschäft des weltgrößten Softwareherstellers Microsoft vor: Das Windows-Betriebssystem ist traditionell die "Cash Cow" des Unternehmens. Doch ob Google Microsoft mit dem neuen Vorstoß tatsächlich empfindlich zusetzen kann, bleibt abzuwarten.

Chrome OS sei zumindest vorerst nur "ein bisschen extra Salz in dem wachsenden Konkurrenzverhältnis zwischen Microsoft und Google", schätzt Al Gillen, Analyst bei dem Marktforschungsunternehmen IDC. Google hatte vergangene Woche die Ankündigung mit großen Worten begleitet. Chrome OS werde künftig auf Millionen von Computern weltweit laufen, tönte Google-Chef Eric Schmidt. Man wolle das herkömmliche Betriebssystem abschaffen, hieß es. Ein "Anti-Betriebssystem" solle Chrome OS werden, das einen direkten Zugang ins Internet ohne lange Startphasen und Virenattacken ermöglicht.

Der von Schmidt angekündigte "Game Changer", der das Blatt im PC-Markt nachhaltig wenden könne, sei Chrome OS vorerst allerdings kaum, schätzt Gillen. Über die Jahre könne Google aber möglicherweise neue Marktsegmente bei kleinen Unternehmen und Konsumenten erschließen. Die öffentlich zelebrierte Rivalität der beiden IT-Giganten könnte sich in Sachen Chrome OS am Ende aber auch als "Sturm im Wasserglas" erweisen. Das jüngste Vorpreschen von Google sei zwar beachtenswert, es sei jedoch abzuwarten, welche Auswirkungen das Betriebssystem überhaupt langfristig auf den Markt haben kann, sagte Analyst Rob Enderle von der Enderle Group. Allerdings: Wenn Google die Vermarktung richtig angehe, könne es am Ende durchaus die Marktverhältnisse verändern, meint er.

Microsoft selbst gibt sich unterdessen betont gelassen. "Wir brauchen keine zwei Betriebssysteme, sondern mehr gute Anwendungen", sagte Microsoft-Chef Steve Ballmer vor rund 9.000 Software-Partnern auf einer Microsoft-Konferenz in New Orleans. Bis zum angekündigten Marktstart Ende 2010 sei es ohnehin noch lange hin, sagte Windows-Manager Bill Veghte. Bisher existierten von Chrome OS wahrscheinlich nicht viel mehr als ein paar Programmzeilen, über die man schwerlich spekulieren könne. "Eine Plattform wie ein Betriebssystem wird nicht an einem Tag gemacht."

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