Die zehn größten Fehler im Test-Management Detail - Computerwelt

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22.07.2009 Volker Maiborn*

Die zehn größten Fehler im Test-Management

Obwohl das Bestehen von Unternehmen heute von der eingesetzten IT abhängig ist, kämpfen viele von ihnen mit fehlerhafter Software.

Die Menschen bauen Brücken seit mehr als 3.000 Jahren. Mit diesen Erfahrungen im Hintergrund, gehören diese Bauwerke mittlerweile zu den sichersten der Welt. Software dagegen wird erst seit etwa 50 Jahren erstellt. Trotzdem muß sie höchsten Unternehmensanforderungen, immer komplexer werdenden IT-Infrastrukturen, wachsenden Qualitätsansprüchen und steigendem Zeitdruck gerecht werden. Und obwohl das erfolgreiche Bestehen von Unternehmen heute hauptsächlich von der eingesetzten IT abhängig ist, kämpfen viele von ihnen mit fehlerhafter Software, mit überschrittenen Kostenbudgets oder nicht eingehaltenen Projektlaufzeiten.

Mit Hilfe eines Software-Testmanagements lassen sich diese Probleme nicht nur vermeiden, sondern auch noch lösen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Die folgenden Tipps zeigen Ihnen, welche Fehler Sie dabei nicht machen sollten:

1. Fehler: Kein Testmanagement Der erste Fehler, den Unternehmen im Testmanagement machen, ist so simpel wie naheliegend: sie haben keines. Testmanagement wird in den meisten Fällen weder methodisch geplant noch durchgeführt. Im schlimmsten Fall denkt sich der verantwortliche Entwicklungsprojektleiter am Ende des Projektes eine Handvoll von Testfällen aus und probiert stichprobenhaft ohne den nötigen systematischen Ansatz einige Funktionen der Software.

Meist werden an diesem Punkt zu viele Fehler gefunden, um diese rechtzeitig zu korrigieren und noch innerhalb der geplanten Projektlaufzeit fertig zu werden. Und obwohl die Software längst eingeführt werden sollte, müssen nun erst noch Fehleranalysen und Fehlerkorrekturen durchgeführt werden, und das mit deutlich mehr Aufwand als ursprünglich geschätzt. Zudem bleibt meist keine Zeit mehr, die gemachten Korrekturen erneut zu testen, so daß man als Ergebnis dem Risiko gegenübersteht, die Software mit noch bestehenden oder unentdeckten Fehlern einzuführen.

Oder Unternehmen setzen nur das Thema Test auf ihre Liste, nicht aber das Thema Korrektur – fast als würden sie erwarten, daß ihr Test keine Fehler hervorbringt, was in den seltensten Fällen eintritt. Es sollte deshalb nicht nur der Test eingeplant werden, sondern auch die Korrektur von Fehlern.

2. Fehler: Unterschätzung der Komplexität und der nötigen Vorbereitungsdauer Viele Unternehmen machen noch immer den typischen Fehler, zu spät mit dem Testen zu beginnen. Oftmals handeln sie dabei auch nach dem Irrglauben, daß erst ein Teil der Software erstellt sein muß, um diesen auch testen zu können. Dadurch werden allerdings Teststufen versäumt, die bereits sehr früh möglich sind, und so Fehler in Folge erst zu Projektende entdeckt.

In Form eines systematischen Test-Managements sollte von Beginn der Entwicklung an und das ganze Projekt begleitend getestet werden. Das heißt, auf jede Entwicklungsstufe sollte eine entsprechende Teststufe folgen. Dadurch können Fehler sofort in den Entwicklungsstufen gefunden werden, in denen sie entstanden sind. Und dadurch lassen sich meist sogar noch beheben bevor der Projektteil in der Entwicklung überhaupt umgesetzt wurde. Auf diese Weise ist eine Korrektur am billigsten durchzuführen, folgende Entwicklungsstufen bauen nicht weiter auf unentdeckten Fehlern auf, und bereits während der Projektlaufzeit können Qualitätsaussagen zum fertigen Produkt gemacht werden.

3. Fehler: Fehlendes und unzureichendes Testdatenmanagement Wenn Unternehmen sich zu spät Gedanken über bereit zu stellende Testdaten machen, führt auch dies immer zu Problemen, weil auf keinen Testdatenbestand zurückgegriffen werden kann. Dadurch stehen für die durchzuführenden Testfälle nicht die richtigen Testdaten zur Verfügung, und können auch während der Projektlaufzeit nicht mehr bereit gestellt werden.

Während der gesamten Projektlaufzeit sollte Testdatenmanagement deshalb durch entsprechende Ressourcen eingeplant werden. Während der laufenden Testfallerstellung sollten dabei beschreibende Skripte generiert werden, die den Testverlauf der einzelnen Releases dokumentieren.

4. Fehler: Fehlende Testautomatisierung Bei der Testautomatisierung wird zwischen der codenahen Testautomatisierung und der GUI-Testautomatisierung unterschieden. Dabei machen Unternehmen oft entweder den Fehler, keine codenahe Testautomatisierung durchzuführen, oder die GUI-Testautomatisierung zu früh zu beginnen. Wird keine codenahe Testautomatisierung durchgeführt, ist eine sehr preiswerte Möglichkeit verschenkt, bereits sehr früh die Qualität des Systems festzustellen. Bei einer zu früh eingesetzten GUI-Testautomatisierung tauchen im Laufe des Projektes meist noch so viele Änderungen auf, so daß die Kosten durch den hohen Wartungsaufwand in die Höhe getrieben werden.

Deshalb sollte bereits sehr früh eine codenahe Testautomatisierung eingesetzt, und die GUI-Testautomatisierung erst zu Ende eines Projektes genutzt werden. Dann kann sie ihr volles Potential entfalten, wenn ein Großteil der bestehenden Funktionen mit einer daraufhin erstellten Automatisierung kostengünstig in Form von Regressionstests geprüft werden kann.

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