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04.08.2009 Alex Wolschann/apa

Siemens SIS: Einigung auf Sozialplan

Ende Juni hatten 1.000 Siemensianer der SIS-Sparte gegen den geplanten Personalabbau demonstriert - nun gibt es eine Atempause.

Bei Siemens Österreich gibt es nun eine offizielle Einigung zwischen Unternehmensführung und Betriebsrat im Konflikt um die vom Unternehmen angekündigten Kündigungen in der Softwaresparte SIS. Nach intensiven Verhandlungen sei neben dem Abschluss eines Sozialplans das sofortige Einsetzen einer Experten-Arbeitsgruppe vereinbart worden, teilten Siemens Österreich und die Gewerkschaft der Privatangestellten GPA-djp in einer gemeinsamen Aussendung mit und bestätigten damit einen Bericht des "WirtschaftsBlatt".

Die Expertengruppe solle bis Ende November 2009 tätig sein, bis dahin werde Siemens keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen. Die Experten sollen für möglichst viele Mitarbeiterinnen, die von den Kündigungen betroffen seien, auch außerhalb des Siemens-Konzerns Jobs finden. Auch die Evaluierung und Unterstützung von möglichen Spin-offs sowie vorgezogene Investitionen der öffentlichen Hand stehen am Programm der Experten.

Details über den Inhalt des Sozialplans wurden auf APA-Anfrage vom Unternehmen nicht bekanntgegeben. Geeinigt haben sich Siemens Österreich-Chefin Brigitte Ederer, Vorstand Wolfgang Köppl, Zentralbetriebsrat Fritz Hagl, SIS SDE-Betriebsrat Ataollah Samadani und Karl Proyer, stellvertretender Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp). Proyer zeigt sich gegenüber der APA zufrieden mit dem Sozialplan, der Angebote in "vernünftigem Ausmaß" enthalte wenn jemand freiwillig das Unternehmen verlasse. Siemens zeige auch Verantwortung gegenüber den Beschäftigten, wenn sie noch im Unternehmen seien.

SIS SDE-Betriebsrat Samadani sieht seine Vorstellungen letztlich durchgesetzt: Bis zum Ende der Tätigkeiten der Expertengruppe verzichte Siemens auf die geplanten 632 Kündigungen. Mitarbeitern, die in der Zwischenzeit freiwillig die Firma verlassen wollen, werde der Abgang finanziell versüßt. "Mit der jetzt erzielten Einigung räumen wir dem Unternehmen die Chance ein, ein innovatives Gesamtkonzept für die Softwareentwicklung bei Siemens zu erstellen", so Samadani. Notfalls werde der Kampf um die Arbeitsplätze wieder aufgenommen. Der Streikbeschluss bleibe solange aufrecht, bis die Unternehmensführung eine "zukunftsorientierte und nachhaltige Lösung" für die Softwaresparte in Österreich präsentiere.

Noch Ende Juni hatten 1.000 Siemensianer der Software-Sparte SIS wieder gegen den dort geplanten Personalabbau demonstriert - nun gibt es eine Atempause: Bis Ende November erfolgen bei SIS in Österreich keine Kündigungen. Mitarbeitern, die freiwillig gehen, wird eine Abfindung ausbezahlt. Über diese Einigung, die in Marathonverhandlungen unter Einbeziehung der Gewerkschaft GPA erzielt wurde, berichtete WirtschaftsBlatt.at.

Siemens-Zentralbetriebsrat Fritz Hagl hatte zuletzt von einem Jobabbau in zwei Etappen gesprochen, den es laut SIS-Betriebsrat Ataollah Samadani nun aber nicht geben wird. Zumindest bis Ende November werde es keinen Jobabbau geben. Bis dahin werde seitens der Unternehmensführung schriftlich auf Kündigungen verzichtet. Und: Ein allfälliger Abgang eines Mitarbeiters soll mit Geld versüßt werden.Die Höhe der Abfindung werde derzeit noch errechnet.

Insgesamt sollen bei Siemens Österreich wie berichtet 900 Mitarbeiter gehen müssen - neben geplanten 600 bei der Softwaresparte SIS auch 300 bei VAI Metalltechnik. Diese Größenordnungen wurden zuletzt in der Vorwoche vom Siemens Konzern in Deutschland anlässlich der Drittquartalszahlen bestätigt. Während bei SIS zuletzt noch verhandelt wurde, läuft bei VAI bereits ein Sozialprogramm. Insgesamt will sich der deutsche Siemens-Konzern im laufenden Geschäftsjahr 2008/09, das am 30. September endet, von 1.600 Mitarbeitern trennen. Weltweit waren es zuletzt 409.000 Beschäftigte.

 

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