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05.08.2009 idg/Thomas Mach

Mehr Power für Kunden – samt virtuellem Rechenzentrum

IBM glänzt nicht nur wirtschaftlich. Auch auf Seiten der Produkte bringt Big Blue frischen Wind in die sommerliche Flaute.

IBM startet durch. Nachdem es Anfang des Jahres etwas ruhig um das IT-Urgestein wurde, folgt nun die Offensive. So versucht IBM im Bereich der Server seine Power-Kunden mit Informationshappen bei Laune zu halten. Darüber hinaus reagiert das Unternehmen endlich auf Ciscos Pläne, in den Datacenter-Markt einzusteigen. So fand, was von Anwendern wie Branchenkennern seit Langem erwartet wurde, nun Bestätigung: IBM wird künftig Router und Switches von Juniper als Ergänzung zum hauseigenen Server-Angebot für Rechenzentren unter eigenem Label verkaufen.

Der IT-Konzern will damit eigenen Abgaben zufolge Kunden mehr Flexibilität und eine größere Auswahl an Servern, Storage-Infrastruktur und Netz-Equipment zur Verfügung stellen. Die Auswahlmöglichkeit soll Anwendern den Betrieb von Rechenzentren erleichtern und dabei helfen, Betriebskosten zu senken, Dienste zu verbessern und das potenzielle Risiko in den Griff zu bekommen.

MEHR VIRTUALISIERUNG IM RECHENZENTRUM Eine besonders wichtige Rolle, bedingt durch wachsende Virtualisierung im Rechenzentrum, spiele dabei das Netzwerk. Der Grund liege darin, dass Server, Storage und Datenverarbeitung zu einer großen Cloud werden, die lediglich durch die physikalische Infrastruktur eingeschränkt werde.

Der Schritt scheint die Reaktion Big Blues auf die jüngsten Pläne des Netzwerk-Spezialisten Cisco Systems zu sein. Der Netzwerk-Konzern will mit einer eigenen Server-Strategie (Unified Computing System) in das vielversprechende Datacenter-Geschäft einsteigen. Gleichzeitig würde sich Big Blue auch gegen den Konkurrenten HP rüsten, mutmaßen Analysten wie auch Branchenkenner. Denn auch HP verknüpfe die hauseigene Netzwerksparte Procurve zunehmend enger mit dem Server-Geschäft.

Die aktuelle Vereinbarung betrifft laut IBM-Verantwortlichen vorerst »nur« die Ethernet-Switches und -Router von Junipers EX-, beziehungsweise MX-Serie. Wenn Juniper jedoch das für 2010 erwartete Projekt Stratus fertig bekommt, wäre Big Blue damit in der Lage, eine Komplettlösung für virtualisierte Rechenzentren zu verkaufen. Juniper will mit Stratus eine einheitliche Rechenzentrumsstruktur realisieren, die – betont ein Unternehmenssprecher – »einen Quantensprung in Skalierbarkeit, Performance und Einfachheit ermöglichen soll – mit der Flexibilität, vollkommen konvergente und virtualisierte Rechenzentrumsumgebungen zu unterstützen«.

Bei den Servern selbst versucht IBM indes mit Informationshappen die Power-Kunden bei der sprichwörtlichen Stange zu halten. So wurden erst unlängst einige Details zu den kommenden Power7-Prozessoren und möglichen Upgrade-Pfaden verraten. Demnach können Kunden neue Power-Server unter Erhalt der Server-Seriennummer von Power6 und Power6+ auf Power7 aufrüsten. Big Blue hofft darauf, dass Kunden dadurch weiterhin Power-Server anschaffen, bis die Power7-Prozessoren irgendwann im ersten Halbjahr 2010 verfügbar sind.

PROZESSOREN MIT BIS ZU ACHT AKTIVEN RECHENKERNEN IM ANGEBOT Der Chip soll acht Cores haben und mit vier, sechs oder acht aktiven Rechenkernen angeboten werden. Bei gleicher Leistungsaufnahme (Watt) soll die kommende Power-Generation dem Konzern zufolge die zwei- bis dreifache Leistung wie Power6 bieten. Branchenkenner erwarten Taktraten zwischen drei und vier Ghz, bislang blieb Big Blue eine Bestätigung dafür aber schuldig. Die Power7-Chips werden erstmals DDR3-Hauptspeicher unterstützen. Ob IBM auch die Infiniband-Verbindungen zwischen den Chips in den ersten Power7-Systemen auf vierfache Datenrate hievt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Fest steht aber bereits, dass Kunden mit älteren Remote-I/O-Einschüben und deren High Speed Links (Fibre Channel) zunächst auf das aktuelle 12X I/O aufrüsten müssen, bevor sie auf Power7 umrüsten können, da der neue Chip Remote I/O nicht mehr unterstützen wird.

Power7-Server werden laut Big Blue bis zu tausend logische Partitionen pro System unterstützen. AIX 6.1 und das proprietäre Betriebssystem i 6.1 sollen den neuen Chio übergangsweise über Patches unterstützen, bis irgendwann im Laufe des Jahres 2010 die nächsten Major Release AIX 7 und i 7 erscheinen. Besonders komfortabel gestalte sich das Upgrade auf Power7 für Kunden ab zwei physikalischen Servern, erklärt Scott Handy, seines Zeichens Vice President of Marketing and Strategy der IBM-Power-Sparte. Dank der Funktion Live Partition Mobility im Hypervisor PowerVM könnten diese Kunden nunmehr Workloads auf einen Server verschieben, den anderen dann entsprechend umrüsten und anschließend die virtuellen Maschinen auf die dann Power7-Maschine zurückschieben. Gänzlich ohne dabei den laufenden Betrieb zu unterbrechen, wie der Manager unterstreicht.

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