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04.06.2009 apa

AT&S beendet Volumsgeschäft in Leoben

Der börsenotierte Leiterplattenhersteller verlegt sein Volumsgeschäft durch den gestiegenen Preisdruck von Europa nach Asien.

Der börsenotierte Leiterplattenhersteller AT&S verlegt sein Volumsgeschäft "durch den gestiegenen Preisdruck" von Europa nach Asien: Die Volumsproduktion wird vom Standort Leoben-Hinterberg komplett nach Asien verlagert, die Produktionskapazitäten - gemessen in produzierter Leiterplatten-Fläche - werden von derzeit rund 130.000 Quadratmeter auf zukünftig 70.000 Quadratmeter reduziert. In Folge der Verlagerung und weiterer Maßnahmen müssen in Österreich rund 300 Mitarbeiter gehen, teilte das Unternehmen mit.

Für das Geschäftsjahr 2009/10 gibt AT&S eine Gewinnwarnung: Inklusive der Einmaleffekte durch die Verlagerung werde das Betriebsergebnis und Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2009/10 deutlich negativ ausfallen.

HAUPTSÄCHLICH LEOBEN BETROFFEN Von der Verlagerung der Volumsproduktion nach Shanghai sind rund 300 der 890 noch am obersteirischen Standort tätigen Mitarbeiter betroffen, wie ein Unternehmenssprecher gegenüber der APA mitteilte. Die Kündigungen sollen bis September durchgeführt werden, die Mitarbeiter seien bereits informiert worden. Bereits Mitte November 2008 hatte ein Drittel der Belegschaft gehen müssen, damals waren 293 Stamm-Mitarbeiter und 159 Leiharbeiter betroffen.

Noch im November des vergangenen Jahres sei man beim AT&S-Management davon ausgegangen, dass Teile der Massenproduktion von HDI-Leiterplatten in Österreich gehalten werden können. "Die verschärfte Weltwirtschaftslage führte aber bei Kunden in den letzten Monaten zu einem verstärkten Fokus auf die erzielbaren Einkaufspreise", hieß es nun. Durch den gestiegenen Preisdruck sei bei den gegebenen Kosten die Volumsproduktion in Österreich nicht mehr aufrecht zu erhalten.

Nach den Kündigungen verbleiben im Werk noch rund 600 Mitarbeiter. Der Jobverlust erstrecke sich sowohl auf den Arbeiter- als auch auf den Angestelltenbereich. Bereits im November 2008 war der Mitarbeiterstand von 1.370 auf rund 920 Beschäftigte verringert worden. Die Produktionskapazitäten sanken damit von 215.00 auf 130.000 Quadratmeter, und werden nun noch einmal um nahezu die Hälfte auf 70.000 Quadratmeter reduziert. Dies betreffe im wesentlichen die Produktion von Leiterplatten für Mobiltelefone. Man müsse sich noch ansehen, welche Funktionen bei den Mitarbeitern in Hinterberg betroffen seien. Primär treffe es Leoben, auch an den anderen Standorten (im oststeirischen Fehring befindet sich ein weiteres Werk, Anm.) könne es zu Personalreduktionen kommen, "aber eher wenige", so der Sprecher.

Die Werke in der Obersteiermark waren seit Jahren stetigen Reduktionen unterworfen gewesen. Erst Anfang 2006 war das Werk im nahen Fohnsdorf geschlossen worden, fast alle der dort 365 Beschäftigten gingen mit der Produktion nach Leoben-Hinterberg, das sich auf Spezialisierungen, Hochtechnologie und Produktionsvolumina für die Mobiltelefon- und Handheld-Industrie konzentrierte.

Durch die endgültige Verlagerung fallen Einmalaufwendungen in Höhe von bis zu 40 Mio. Euro an. Inklusive dieser Einmaleffekte wird das Betriebsergebnis und Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2009/10 deutlich negativ ausfallen, die Investitionen werden von ursprünglich geplanten bis zu 30 Mio. Euro auf rund 20 Mio. Euro gekürzt, teilte AT&S mit. Im Geschäftsjahr 2008/09 schrieb AT&S bereits rote Zahlen: Sowohl das operative Ergebnis (EBIT) mit minus 1,1 Mio. Euro als auch das Konzernergebnis mit minus 5,8 Mio. Euro waren negativ. (apa)

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