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18.06.2009 Alex Wolschann

Elektronische Zahlungsmittel viel besser als ihr Ruf

Elektronische Zahlungsmittel spielen beim Online-Shopping eine wichtige Rolle. Es gibt jedoch gravierende Unterschiede.

Elektronische Zahlungsmittel spielen beim Online-Shopping eine wichtige Rolle. Es gibt jedoch wesentliche Unterschiede bei Benutzerfreundlichkeit, Sicherheit, Service, Akzeptanzstellen und Kosten. Damit ist eine große Verunsicherung der Konsumenten verbunden. Das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) hat jetzt erstmals die wichtigsten Online-Zahlungsmittel Österreichs verglichen und im Praxistest unter die Lupe genommen. Ergebnis: es gibt zwar einige Fallen und Anbieter mit deutlichem Verbesserungsbedarf, grundsätzlich sind elektronische Zahlungsmittel aber besser als ihr Ruf.

Elektronische Zahlungsmittel gewinnen durch das stete Wachstum des Online-Shoppings immer mehr an Bedeutung. Beinahe die Hälfte der Österreicher hat heute bereits zumindest einmal im Internet eingekauft.

Vielfach gibt es aber Verunsicherung bei den Konsumenten und Skepsis gegenüber dem Einsatz dieser neuen Zahlungsmittel. Daher hat das durch Projekte wie den Internet Ombudsmann oder Saferinternet.at bekannte Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) die für den österreichischen Markt wichtigsten Zahlungssysteme erstmals verglichen und im Rahmen eines Praxistests genau unter die Lupe genommen. Überprüft wurden folgende Anbieter: "ClickandBuy", die Online-Überweisung "eps", Kreditkartenzahlungen mit und ohne Online-Sicherheitssystem (am Beispiel des Markführers VISA bzw. "Verified by VISA"), die Prepaid-Karte "paysafecard", die Handy-Zahlung mittels "paybox" sowie der Anbieter "PayPal".

Verglichen und bewertet wurde in folgenden Kategorien: Benutzerfreundlichkeit, Sicherheit, Kundenservice, Akzeptanzstellen und Kosten. Alle Tests wurden unter Einbeziehung von Konsumenten durchgeführt, um von der Anmeldung bis zum tatsächlichen Einsatz der Zahlungsmittel praxisnahe Rahmenbedingungen sicherzustellen.

ANMELDUNG OFT KOMPLIZIERT Die Benutzerfreundlichkeit eines Zahlungsmittels beginnt schon bei der Anmeldung. Der Praxistest zeigte: Ist die Anmeldung zu kompliziert oder zu zeitaufwändig, steigen die Kunden aus, verzichten auf die Nutzung von Sicherheitsfunktionen, oder nutzen lieber andere, einfachere Zahlungsmöglichkeiten, wie etwa Nachnahme-Rechnung oder Vorauskasse per Überweisung.

Dazu Bernhard Jungwirth, Projektkoordinator ÖIAT: "Das optimale Online-Zahlungsmittel ist schnell verfügbar, einfach zu bedienen und trotzdem sicher. Die Benutzerfreundlichkeit, die Anmeldung und die Erklärung aller Anwendungsmöglichkeiten und Sicherheits-Funktionen sind daher besonders wichtig und sollten bei den meisten Anbietern verbessert werden."

Testsieger in der Kategorie "Benutzerfreundlichkeit" wurden die Shopping-Wertkarte "paysafecard" und "ClickandBuy" (je 34 von 40 Punkten), gefolgt von der klassischen Kreditkarte und der Handyzahlung "paybox" (je 32 Punkte). Platz 3 belegt die Kreditkarte mit 3D-Online-Sicherheits-System (am Bsp. "Verified by VISA") mit 30 Punkten aus unterschiedlichen Einzelwertungen.

"Es gibt mehrere sehr einfach zu nutzende Online-Zahlungsmittel am Markt. Bedauerlich ist, dass gerade die sichersten Zahlungsmittel bei einigen Aspekten der Benutzerfreundlichkeit Aufholbedarf haben. Das gilt es zu verbessern, damit die Konsumenten diese auch wirklich einsetzen", so Jungwirths Fazit über die Teilergebnisse der Kategorie "Benutzerfreundlichkeit".

Testergebnis: Mit Kreditkarten online Zahlen bietet wenig Sicherheit - Zahlungen per Handy, "PayPal" oder "eps" sind deutlich sicherer: In der Kategorie "Sicherheit" wurden alle in der Praxis für Konsumenten sicherheitsrelevanten Faktoren überprüft: die Gefahr von Phishing, die Möglichkeit der Mehrfachbelastung, die Authentifizierung des Nutzers, die Sicherheit der Datenübertragung, die Kontroll- und Sperrmöglichkeiten sowie die Haftung bei Missbrauch.

Dazu Jungwirth: "Durch die genaue und erstmals gemeinsame Überprüfung aller Faktoren, die in der Praxis für Konsumenten immer wieder zu Problemen führen, sind wir in der Kategorie 'Sicherheit' zu sehr aussagekräftigen, aber auch überraschenden Ergebnissen gekommen."

Testsieger der Kategorie "Sicherheit" wurde das Bezahlen mit dem Handy "paybox" mit 35 von 40 Punkten. Auf den Plätzen Zwei und Drei finden sich "PayPal" (30 von 40 Punkte) und "eps" (26 von 40 Punkte). Überraschender Weise kann die Kreditkarte (mit und ohne "Verified"-Funktion) - obwohl bei den Nutzerzahlen klarer Marktführer beim Online-Shopping - in der Kategorie "Sicherheit" mit den anderen getesteten Online-Bezahlsystemen nicht mithalten. Mit nur jeweils 18 von 40 Punkten finden sich die beiden getesteten Kreditkartenanwendungen (klassisch und 3D Secure) auf dem letzten Platz in dieser Kategorie. Für die Kreditkarten sprechen jedoch das gute Kundenservice der verschiedenen Anbieter, und dass im Schadens- und Beschwerdefall Rückzahlungen relativ unbürokratisch erfolgen. Dies hat auch der Praxistest des ÖIAT in der folgenden Kategorie "Kundenservice" bestätigt.

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