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18.06.2009 Oliver Weiss

Festnetz subventioniert weiterhin Mobilfunk-Angebote

Mobile Kampfpreise sind nur möglich, weil Festnetz-Anrufe in Mobilnetze teurer sind, kritisiert ISPA-Generalsekretär Andreas Wildberger.

Die Markt-Durchdringung von Mobiltelefonie ist in Österreich ausgesprochen hoch. Die Zahl der mobilen Datenanschlüsse ist sogar auf einem Spitzenwert im europäischen Vergleich. Nach wie vor werden Festnetz-Breitband Anschlüsse durch mobile Verbindungen substituiert. Was steckt hinter diesen Entwicklungen? "Kampfpreise wie wir sie beispielsweise bei mobilen Datenanschlüssen erleben sind nur möglich, weil seit jeher Anrufe vom Festnetz in Mobilnetze wesentlich teurer sind als umgekehrt und sich Mobilfunkbetreiber so einen schönen finanziellen Polster erwirtschaften konnten", erklärt ISPA-Generalsekretär Andreas Wildberger das Preisphänomen.

In ihrem Bescheid M 1/08 hat die Regulierungsbehörde diesen Sachverhalt auch explizit festgehalten. Daher – und das ist natürlich grundsätzlich zu begrüßen – wurde ein Gleitpfad für die Absenkung der Mobilterminierungsentgelte bis ins Jahr 2011 auf 2,01 Eurocent festgelegt. Dies ist nach wie vor rund das Doppelte der Festnetzterminierungskosten, obwohl der Anteil der Gesprächsminuten im Mobilnetz bereits 2008 rund 75 Prozent der gesamten Telefonate ausmachte. Die Subventionierung der Mobilnetze durch die Festnetze wird damit jedenfalls prolongiert.

Zudem: Als der Bescheid-Entwurf zur Konsultation freigegeben wurde, sah der Gleitpfad die Absenkung bis zum Beginn des Jahres 2011 vor. Offensichtlich haben jedoch die Entrüstungsstürme mancher Mobilfunkanbieter gefruchtet und der Pfad wurde in der Endfassung des Bescheids bis in den Juni 2011 ausgedehnt – "abgeflacht", wie die Regulierungsbehörde formuliert. "Verständlich ist dies angesichts des von allen beklagten Festnetzschwundes und im Lichte des schleppenden Festnetz-Breitbandausbaus nicht", wundert sich der ISPA-Generalsekretär, "Denn", so Wildberger weiter "man kann nicht von Unternehmen verlangen in Infrastrukturausbau zu investieren und ihnen gleichzeitig das Erwirtschaften der dafür notwendigen Finanzmittel auf Dauer so schwierig gestalten."

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