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02.07.2009 Alex Wolschann/apa

Gesundheitssystem von Telemedizin noch überfordert

Die Überwachung und Betreuung von chronisch Kranken mit IT findet derzeit trotz Entlastungspotenzial kaum statt.

Die Überwachung und Betreuung von chronisch Kranken via Handy, Internet etc. - Was in manchen Fällen Spitalsambulanzen radikal entlasten kann, findet derzeit keine "Abbildung" im österreichischen Gesundheitswesen außerhalb der Kliniken. "Hier fehlt es bisher völlig an einem System zur Finanzierung. Dabei könnten viele der Patienten mittels Telemedizin beim niedergelassenen Kardiologen betreut werden", betonte jetzt Michael Gruska vom Rehabzentrum Hochegg in Niederösterreich und Autor eines entsprechenden Positionspapiers der Österreichischen Gesellschaft für Kardiologie.

Der Hintergrund: Viele chronisch Herzkranke müssen bisher für die Kontrollen ad personam zum Kardiologen oder in die Ambulanz. Das kostet Geld für diese Einrichtungen und den Transport. Die Telemedizin kann hier einen entscheiden Vorteil bringen. Kardiologen haben hier mehrere Anwendungsgebiete identifiziert: "chronisch stabile ischämische Herzkrankheit", "chronische Herzinsuffizienz", "Arrhythmien" und "Patienten mit kardiologischen, medizinelektronischen Implantaten" (Schrittmacher etc.).

Dabei geht es vor allem um zwei Anwendungsgebiete. Gruska: "Das sind das Telemonitoring, also die Überwachung von Parametern, die via Handy ständig Daten an den Arzt geschickt werden oder die Telenachsorge, bei der normalerweise in geregelten Abständen Daten an einen zentralen Server übermittelt und dann vom Kardiologen ausgewertet werden."

MORTALITÄTSRATE STEIGT Beides kann Patienten, Ärzte und Ambulanzen stark entlasten. Die Kardiologen führen in ihrem Positionspapier das Beispiel von Kranken mit chronischer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) an: "Eine deutsche Studie konnte im Laufe von zwölf Monaten telemetrischer Überwachung des Körpergewichts bei 251 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz zeigen, dass alleine dadurch eine Reduktion der Krankenhaustage um 48 Prozent und der Krankenhauskosten um 7.128 Euro pro Patient möglich ist. Dabei betrug die Mortalität in der Interventionsgruppe 14,7 Prozent gegenüber 27,1 Prozent in der Kontrollgruppe (ohne Telemedizin, Anm.)."

Doch die Problematik bei der Anwendung liegt in Österreich laut Gruska einfach im veralteten System der Abrechnung von Leistungen im niedergelassenen Bereich: "Die Krankenhäuser springen auf den Telemedizin-Zug zum Teil auf, weil sie sich dadurch eine deutliche Entlastung im Ambulanzbereich verschaffen. Doch für die niedergelassenen Ärzte gibt es derzeit keine Honorarpositionen für die Aufwendungen für die Telemedizin. Das betrifft laufende Kosten, Infrastruktur, Server-Kosten und Datenübertragung." Das sollte laut Meinung des Autors des Positionspapiers dringend geändert werden. Außerdem wären möglichst schnell auch die juristischen Rahmenbedingungen zu schaffen.

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