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03.07.2009 Rudolf Felser

TA-Gruppe investiert 1,5 Mrd. Euro

Ausgegeben wird dieses Geld in den nächsten vier Jahren unter anderem für ein Next Generation Network, FTTH, FTTC, und mobiles Breitband.

Die österreichische kupferbasierende Festnetz-Telekommunikationsinfrastruktur existiert in ihren Grundzügen seit mehr als 125 Jahren. Die Telekom Austria (TA) hat jetzt den lange erwareten Startschuss zu einer – wie sich das Unternehmen in einer Aussendung ausdrückt – "völligen Neugestaltung dieser für das 21. Jahrhundert und für den Wirtschaftsstandort Österreich wichtigsten technischen Infrastruktur" gegeben. Und zwar will TA mit dem Bau seines Next Generation Networks beginnen. Dabei werden in einer ersten Phase des Ausbaus im Rahmen von Pilotprojekten die ersten "Fiber Cities" und ultraschnelle Glasfaser-Breitbandanschlüsse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1 Gbit/s für 150.000 Privat- und Gewerbehaushalte realisiert.

In den Glasfaser-Testmärkten Klagenfurt, Wien 15. und Wien 19. Bezirk laufen derzeit die Vorarbeiten für Glasfaseranschlüsse bis ins Wohnzimmer (Fiber to the Home, FTTH). Ab 2010 sollen in diesen Testmärkten Breitbandanschlüsse mit 100 Mbit/s verfügbar sein. In weiterer Folge sei ein Ausbau auf 1 Gbit/s möglich, so das Unternehmen.

Darüber hinaus soll Villach schon Ende September dieses Jahres zu der ersten "Fiber City" Österreichs werden. In Villach wird die sogenannte Fiber to the Curb-Technologie (FTTC) eingesetzt. Es werden im gesamten Stadtgebiet von Villach 128 abgesetzte Netzelemente in Betrieb genommen. Dadurch können alle Villacher Haushalte den Angaben zufolge mit bis zu 30 Mbit/s versorgt werden.

Zusätzlich zu den Fiber-Cities sollen im ländlichen Raum mehr als 750.000 private Haushalte und Gewerbebetriebe mit High-Speed-Breitband mit bis zu 30 Mbit/s versorgt werden. Ländliche Gebiete müssten durch neue technische Möglichkeiten gestärkt werden und die "Digitale Kluft" zwischen städtischen und ländlichen Lebensräumen müsse verringert werden, so die TA. Hannes Ametsreiter, Vorstandvorsitzender Telekom Austria Group: "Die Telekom Austria Group trägt zum gesellschaftspolitischen Ziel der Chancengleichheit bei. Daher startet die Realisierung im ländlichen Raum noch in diesem Jahr."

GELD FÜR DAS FESTNETZ Neben dem Bau der neuen Breitbandanschlüsse soll zudem im Rahmen des Next Generation Networks das bestehende Telefonsystem in eine moderne All-IP-Serviceplattform weiterentwickelt werden. Alle 2,3 Mio. Kunden werden schrittweise an diese neue Serviceplattform angeschlossen, damit wird die Basis für neue Kommunikationsdienste und Services wie Unified Communication oder Voice over IP geschaffen.

Telekom Austria startet damit, die Vermittlungsstellen mit Ende des Jahres in Niederösterreich und Salzburg auf All IP aufzurüsten. Ab sofort würden die geplanten Maßnahmen auch den alternativen Netzbetreibern vorgestellt, um "eine gemeinsam getragene Vorgangsweise sicherzustellen", so das Unternehmen. Insgesamt wird mit einer Umstellungsdauer von mehreren Jahren gerechnet.

Trotz der wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen will die TA bis 2013 rund 1 Milliarde Euro in die Modernisierung ihrer Festnetzinfrastruktur investieren. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) hat in einer Studie hochgerechnet, dass Investitionen in Telekommunikationsinfrastruktur in Höhe von hundert Mrd. Euro rund 1.300 Arbeitsplätze, insbesondere im Baugewerbe und bei Zulieferfirmen schaffen bzw. sichern.

AUCH MOBIL TUT SICH ETWAS Auch in der Mobilkommunikation wird das Thema Breitband weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Bereits jetzt ist Österreich bei der Durchdringung mit mobilem Breitband führend in Europa. In mehr als 30 Prozent der österreichischen Haushalte gibt es Personen, die mobilen Internetzugang nutzen (in Form von Kombi-Paketen oder nur mit mobilem Breitband). Mobilkom Austria ist Angaben der TA-Gruppe zufolge mit 440.900 Kunden Marktführer. Bei den Business-Kunden liege der Marktanteil sogar bei knapp 50 Prozent.

Nicht zuletzt aktuelle Multimedia-Anwendungen verlangen immer mehr Bandbreite. Um diesen Bedarf abzudecken, sind Investitionen in die Mobilfunkinfrastruktur nötig. Mobilkom Austria will in den kommenden vier Jahren 500 Mio. Euro vor allem in den Netzausbau sowie in die Qualität ihrer A1-Infrastruktur investieren. Mobilkom Austria führt neueste Mobilfunktechnologien früh ein (oft als erster weltweit oder in Europa). Aktuell wird HSPA+ geboten, mit Jahresmitte ist das Ausbauziel für 2009 erreicht und Gebiete mit erhöhtem Kapazitätsbedarf quer durch Österreich werden mit HSPA+ versorgt. Mit HSPA+ werden Spitzendatenraten von 21 Mbit/s erreicht. Im Laufe des Jahres sollen sogar noch 28 Mbit/s möglich werden. Ebenfalls mit Jahresmitte will Mobilkom Austria auch neue HSPA+ fähige USB-Modems anbieten. (rnf)

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