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15.07.2009 Edmund E. Lindau

Der Glasfaser-Zug kommt langsam ins Rollen

In seinen Grundzügen besteht Österreichs Festnetz-Telekommunikationsinfrastruktur seit 125 Jahren auf der Basis von Kupferleitungen.

In den vergangenen Jahren spielten ultraschnelles Breitbandinternet (VDSL2) und Fiber- to-the-Home in Österreich kaum eine Rolle. Einzig lokale Initiativen wie das »Fiber Power«-projekt der UPC oder das »blizznet« der Wienstrom sorgten gelegentlich für Schlagzeilen. Viel erfolgreicher in der Vergangenheit waren hingegen die Lobbyisten der Mobilfunker, die eine Kategorie 8 HSDPA mit 7,2 Mbit/s als das Nonplusultra schneller Datenkommunikation anpriesen.

Erst die jüngste Novelle zum Telekommunikationsgesetz , sie kommt im Grunde genommen zehn Jahre zu spät, schafft nun die rechtlichen Rahmenvoraussetzungen für den weiteren Glasfaserausbau in Österreich. Jeder Netzbetreiber muss ab sofort seinen Mitbewerbern »leere« Glasfaserkabeln gegen Entgelt zur Verfügung stellen. Ebenso werden Durchleitungsrechte durch Häuser und über Grundstücke festgeschrieben. Damit könnten zum Beispiel kostenintensive Mehrfachaufgrabungen vermieden werden.

Als erstes hat nun die Telekom Austria angekündigt, mit dem Bau ihres Next Generation Networks zu beginnen. Dabei werden in einer ersten Phase des Ausbaus im Rahmen von Pilotprojekten die ersten »Fiber Cities« und ultraschnelle Glasfaser-Breitbandanschlüsse mit einer Geschwindigkeit von bis zu einem Gbit/s für 150.000 Privat- und Gewerbehaushalte realisiert.

In den Glasfaser-Testmärkten Klagenfurt, Wien 15. und Wien 19. Bezirk laufen derzeit die Vorarbeiten für Glasfaseranschlüsse bis ins Wohnzimmer (Fiber-to-the-Home, FTTH). Ab 2010 sollen in diesen Testmärkten Breitbandanschlüsse mit 100 Mbit/s verfügbar sein. In weiterer Folge sei ein Ausbau auf ein Gbit/s möglich, so das Unternehmen. Darüber hinaus soll Villach schon Ende September dieses Jahres zu der ersten »Fiber City« Österreichs werden. In Villach wird die so genannte Fiber-to-the-Curb-Technologie (FTTC) eingesetzt. Es werden im gesamten Stadtgebiet von Villach 128 abgesetzte Netzelemente in Betrieb genommen. Dadurch können alle Villacher Haushalte den Angaben zufolge mit bis zu 30 Mbit/s versorgt werden. Zusätzlich zu den Fiber-Cities sollen im ländlichen Raum mehr als 750.000 private Haushalte und Gewerbebetriebe mit High-Speed-Breitband mit bis zu 30 Mbit/s versorgt werden.

Neben dem Bau der neuen Breitbandanschlüsse soll zudem im Rahmen des Next Generation Networks das bestehende Telefonsystem in eine moderne All-IP-Serviceplattform weiterentwickelt werden. Alle 2,3 Millionen Kunden werden schrittweise an diese neue Serviceplattform angeschlossen, damit wird die Basis für neue Kommunikationsdienste und Services wie Unified Communication oder Voice over IP geschaffen. Für die Jahre 2009 und 2010 ist ein selektiver Ausbau durch eine Kombination von Fiber-to-the-Curb-, Fiber-to-the-Building- und Fiber-to-the-Home-Infrastruktur geplant. Die gesammelten Erfahrungen und die Überprüfung der Planungsannahmen werden die Entscheidungsgrundlage für einen weiteren Glasfaserausbau bilden.

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