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15.07.2009 apa/Oliver Weiss

Suchtfaktor von Web-2.0-Angeboten sehr hoch

Die private Internetnutzung am Arbeitsplatz wird in den meisten Unternehmen nicht gern gesehen.

Soziale Netzwerke wie Facebook, Xing, Twitter oder Myspace boomen. Der Suchtfaktor dieser Web-2.0-Angebote ist offenbar so groß, dass viele Online-Netzwerker auch in der Arbeit nicht darauf verzichten wollen. Mittlerweile haben diverse Unternehmen, Ministerien und Behörden die Notbremse gezogen und den Zugriff für ihre Mitarbeiter gesperrt. Zwar gibt es große Unterschiede, ob Kontaktseiten, private E-Mail-Accounts oder Chatforen angesurft werden können – einen Webfilter, der Seiten mit bedenklichen oder bedrohlichen Inhalten wie Pornografie oder Gewalt blockiert, hat aber praktisch jedes Unternehmen.

Laut Erste-Bank-Sprecher Peter Thier sei es keine Lösung, Seiten einfach zu sperren. »Wenn sich Mitarbeiter ablenken wollen, dann werden sie das auch ohne Facebook tun.« Eine interne Diskussion, ob gesperrt werden soll oder nicht, habe es aber trotzdem schon gegeben. Derzeit seien den Mitarbeitern die Zugriffe auf private E-Mail-Benutzerkonten sowie auf Youtube aus Sicherheitsgründen verwehrt.

Wer selbst Facebook-Mitglied ist, weiß, wie viel Zeit dabei drauf geht – zu viel hat man bei der AUA festgestellt und den Zugang gekappt. »Die Nutzung hat überhandgenommen und ist zulasten der Arbeitszeit gegangen«, heißt es aus dem Unternehmen. Auch auf private E-Mail-Accounts (GMX, Hotmail) können AUA-Mitarbeiter nicht zugreifen. Die Airline evaluiert zudem in regelmässigen Abständen jene Internet-Seiten, die von den Angestellten am häufigsten besucht werden.

Bei der OMV und beim Verbund wird den Mitarbeitern der Zugang zu Social-Network-Seiten grundsätzlich verwehrt. Ausnahmen gibt es aber, wenn eine berufliche Notwendigkeit besteht – dann werden die Seiten kurzfristig entsperrt.

In den heimischen Ministerien und Behörden werden private E-Mails meist geduldet, die Nutzung von Social Networks wie etwa Facebook oder Xing eher nicht. Contentfilter für Pornografie und Rechtsextremismus gehören zur Standardeinrichtung. Im Sozialministerium etwa sind Social Networks gesperrt – aus Gründen der Kosten- und Netzwerkbelastung. Sollte deren Nutzung dienstlich notwendig sein, können sie bei Bedarf freigeschaltet werden. Verboten ist der Zugriff auch auf illegale Seiten, die dem Ansehen des Hauses schaden könnten.

Im Wissenschaftsministerium sind Seiten mit sexuellem oder pornografischem Inhalt gesperrt, sonst gibt es keine Beschränkungen. Es sei doch »eine schwierige Frage«, welche Seiten jemand für seine Arbeit benötige. Facebook beispielsweise könne »durchaus notwendig sein für die Öffentlichkeitsarbeit«. Beim privaten Gebrauch »gilt es, die Mitarbeiter zu sensibilisieren«, so ein Sprecher. Ähnlich verhält es sich im Bildungsministerium: »Fragwürdige Inhalte« sind gesperrt, ein Verbot von Facebook ist nicht angedacht. Soziale Netze seien »kein Problem per se«, es gehe darum, »zu schauen, dass die Mitarbeiter motiviert ihrer Arbeit nachgehen«.

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