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15.07.2009 Christof Baumgartner/apa

Infineon holt sich Geld

Ein Investor will knapp 30 Prozent übernehmen, und der Verkauf der Sparte für Breitbandchips soll weitere 250 Mio. Euro bringen.

Der US-Finanzinvestor Apollo will mit bis zu 700 Millionen Euro beim verlustträchtigen Chiphersteller Infineon einsteigen. Das Geld soll dem Unternehmen aus Neubiberg bei München vor allem zur Tilgung von Schulden dienen. In Österreich sind an den Standorten Villach, Klagenfurt, Graz, Linz und Wien rund 2.900 Mitarbeiter für Infineon tätig. Apollo will bis zu 29,99 Prozent, mindestens aber 15 Prozent übernehmen und den Aufsichtsratschef stellen, um ausreichend Einfluss auf Infineon nehmen zu können. Der neue Investor begreift sein Engagement als langfristig. »Wir haben großes Vertrauen in Infineon. Wir stehen hinter dem Management und seiner Langfriststrategie«, so ein Sprecher. Insgesamt soll die geplante Kapitalerhöhung Infineon bis zu 725 Millionen Euro in die Kasse spülen. Apollo habe sich verpflichtet, bis zu 326 Millionen neue Aktien zu zeichnen, soweit sie nicht von den Altaktionären bezogen werden. Bedingung für den Einstieg der Amerikaner ist, dass sie im Zuge des Deals auf die vorher erwähnten mindestens 15 Prozent an Infineon kommen – sonst haben sie sich den Rückzug vorbehalten.

BREITBANDCHIPSPARTE WIRD VERKAUFT Erst kurz davor wurde bekannt, dass Infineon seine Sparte für Festnetzkommunikationschips (WLC) für 250 Millionen Euro an den US-Finanzinvestor Golden State Capital abgeben will. Die Ausgliederung werde bis Herbst 2009 erwartet. »Die Veräußerung des Segments WLC leistet einen wesentlichen Beitrag zur anstehenden Refinanzierung«, sagte Vorstandschef Peter Bauer. Da das Segment relativ unabhängig von den Arbeits- und Produktionsprozessen des Gesamtunternehmens sei, könne es ohne größeren Aufwand abgespalten werden. Die Sparte schreibt im Gegensatz zur Mobilfunkchipproduktion seit Jahren schwarze Zahlen. Im Konzern verbleibe das Handychipgeschäft sowie die Halbleiterproduktion für Autos, die Industrie, Chipkarten und Sicherheitsanwendungen. Das Segment hat Infineon zufolge zuletzt einen Marktanteil von über 20 Prozent weltweit erreicht und ist die Nummer eins bei Chips für Breitbandzugänge. Alle Produkte, Standorte und Entwicklungsprojekte würden fortgeführt, rund 900 Infineon-Mitarbeiter sollen in die neue Gesellschaft wechseln.

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