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15.07.2009 Christof Baumgartner

Neue Webdienste verlangen eine breitere Datenautobahn

Mit dem Aufkommen datenintensiver Dienste wie Internet-TV steigt der Bedarf an Hochgeschwindigkeitsbreitband rasant an.

Die beschleunigte Digitalisierung weckt neue Begierden und ändert die Gewohnheiten der Menschen. Es entwickelt sich ein neuer Trend hin zur so genannten »Hyperconnectivity«, hervorgerufen durch die gleichzeitige aktive und passive Nutzung von Web-2.0-Diensten wie Internet, Video, Online-Netzwerken, mobile Video-Anwendungen, Internet-TV und Online-Radio. Daher steigt weltweit der Kapazitätsbedarf vieler Internetnutzer rasant an. Neue bandbreitenintensive Services drängen auf den Markt und die Nachfrage nach Breitband pro Haushalt soll bis 2015 rund 50 Mbp/s erreichen. Das klassische Surfen im Internet soll dann aber nur noch fünf Mbp/s einnehmen. Dieser Performance-Bedarf übersteigt aber langfristig die Netzkapazitäten mobiler Zugangstechnologien. Die Konsequenz: Hochgeschwindigkeits-Festnetz-Technologien müssen landesweit ausgebaut werden um die rasant ansteigende Nachfrage nach breitbandintensiven Services in Zukunft zu decken. Das geht aus einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Arthur D. Little (ADL) hervor.

Getrieben wird der Bandbreitenbedarf von der raschen Verbreitung Bandbreiten-hungriger Applikationen. Die durchschnittliche Größe der Webseiten hat sich in den letzen Jahren stetig erhöht und führt zu gestiegenen Anforderungen an die Geschwindigkeit auf Kundenseite. So wuchs beispielsweise die Größe der Yahoo-Website zwischen 1998 und 2008 jährlich um 26 Prozent von 15Kb auf 150Kb an. Zudem treibt die ständige Weiterentwicklung performance-intensiver Anwendungen und das Aufkommen neuer Dienstleistungen im »Home Network« den zunehmendem Bedarf von Hochgeschwindigkeits-Breitband. Das Aufkommen von »Web-TV-Services« wie Youtube oder dem BBC HD iPlayer erweisen sich als höchst erfolgreich und resultieren in einer Vervielfachung der durchschnittlichen Datenmengen pro Nutzer. Mit Ultra HDTV (ab 2015 in Japan) und 3D TV (bei den olympischen Spielen in London 2012) sind bereits zwei neue wesentliche Treiber für massiv ansteigenden Bandbreitenbedarf in den Startlöchern. Gegenwärtig bestimmt noch die intensive Nutzung von Filesharing, gefolgt von Geschäftsanwendungen sowie Web- und E-Mail-Diensten den hohen Bandbreitenbedarf.

MOBILES BREITBAND In Österreich spielt beim Thema Breitband die mobile Version eine große Rolle. Vor allem die letzten Jahre waren geprägt von einem starken Wachstum. Alleine im Jahr 2008 betrug die Wachstumsrate 73 Prozent. Mittlerweile sind in Österreich 38 Prozent aller Breitbandanschlüsse mobil, was mehr als einer Million Kunden entspricht. Langfristig wird mobiles Breitband dem steigenden Bandbreitenbedarf allerdings nicht gerecht werden.

In dicht besiedelten Gebieten stoßen Mobilfunknetze bei Hochgeschwindigkeits-Breitband bei einer Penetration in der Bevölkerung von über 40 Prozent an ihre physikalische Grenze. Darüber hinaus liegen die Produktionskosten für mobile Bandbreite deutlich über den Kosten der Festnetzbetreiber. Mobiles Breitband wird somit als Komplementärprodukt neben Festnetz-Hochgeschwindigkeits-Breitbandanschlüssen koexistieren. Also müssen Festnetz-Technologien die rasant ansteigende Nachfrage nach breitband- intensiven Services in Zukunft decken. Die Befriedigung dieser Nachfrage bietet den Festnetzanbietern laut ADL eine Chance zur Rückgewinnung von Marktanteilen. Anbieter von Festnetzinternet wie die Telekom Austria (TA) und UPC haben kürzlich angekündigt, ihre Netzgeschwindigkeit drastisch zu erhöhen. Die TA will in den nächsten vier Jahren rund eine Milliarde Euro in den Ausbau eines Glasfasernetzes investieren. UPC will seinen Kunden noch diesen Sommer Downloadraten von 100 Mbit/s bieten.

UMTS-NACHFOLGER LTE Aber auch die Mobilfunker rüsten sich für den erhöhten Breitbandbedarf. LTE (Long Term Evolution) heißt die Mobilfunktechnologie, die dem Bedarf gewachsen sein soll. In Österreich gibt es derzeit bei den beiden größten Mobilfunkunternehmen Mobilkom Austria und T-Mobile Testläufe dazu. Damit sollen künftig Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 173 Mbps/s im Downlink und 58 Mbs/s im Uplink möglich sein. Um die nächste Generation des Mobilfunks auch in die Realität umsetzen zu können, ist aber die Vergabe neuer Frequenzbänder erforderlich. Dies kann einerseits durch die digitale Dividende oder aber durch die Verteilung von 2,6 GHz Frequenzen geschehen. Die österreichische Politik und die Regulierungsbehörde haben sich dazu noch nicht klar geäußert.

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