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15.07.2009 Alex Wolschann/idg

Remote Access richtig gemacht

Zum Fernzugriff auf das Unternehmensnetz stehen heute etliche Methoden wie Modem, WLAN, Satellit oder Ethernet zur Verfügung.

Um Fernzugriff auf ein Unternehmensnetz zu ermöglichen, haben Anwender heute viele Techniken zur Auswahl: Modem, ISDN, xDSL, UMTS, HSPA, WLAN, Wimax, Satellit, Kabel-TV, Ethernet, um nur einige zu nennen. Grob lässt sich dabei zwischen solchen Verfahren unterscheiden, die eine direkte Verbindung aufbauen, und solchen, die öffentliche Netze, wie etwa das Internet, zusätzlich als Transportmedium nutzen.

Für die direkte Verbindung spricht auf den ersten Blick eine größere Sicherheit, da hier keine öffentlichen Netze genutzt werden und ein Abhören eigentlich nur direkt an der physischen Leitung möglich ist. Die Kehrseite der Medaille sind dagegen die Kosten, die mit wachsender Entfernung explodieren.

XDSL UND MOBILFUNK AM MEISTEN GENUTZT Nicht umsonst gehören die heute mit Abstand populärsten Access-Verfahren xDSL und Mobilfunk zur Kategorie der Zugangstechniken, die das öffentliche Internet nutzen – womit sie in Bezug auf ihren jeweiligen Einsatzzweck fast schon konkurrenzlos billig sind. Vor lauter Kostenbewusstsein sollte aber eine Sache nicht vergessen werden: Beide Techniken haben ihre Grenzen und eignen sich nicht für alle Aufgaben. Auf der Minusseite von DSL stehen primär die unsichere Verfügbarkeit sowie die Quality of Services (QoS) der DSL-Verbindung. Um preislich attraktiv sein zu können, greifen die Anbieter auf Consumer-DSL zurück und sichern in den AGB teilweise lediglich eine Verfügbarkeit von 96 Prozent zu. Das heißt, der Anschluss darf an mehr als 14 Tagen im Jahr vertragskonform komplett ausfallen. Da es sich bei Telefonkabeln um ungeschirmte Kabel handelt, können zudem Aufzüge oder andere Starkstromverbraucher die Übertragung stören.

Ein weiteres Manko ist, dass die typischen DSL-Angebote einen asynchronen Charakter haben, also nur im Downstream mit einer hohen Bandbreite (heute bei ADSL2+ bis zu 20 Mbit/s) aufwarten, während im Upstream meist nur Transferraten von bis zu einem Mbit/s geboten werden. Angesichts dieses Engpasses sollten bei Remote-Access-Projekten auf DSL-Basis auch die eigenen Anwendungsentwickler ins Boot geholt werden, damit es später zu keinen unliebsamen Überraschungen kommt, weil ein CRM-System oder Ähnliches zu hohe Ansprüche in Sachen Bandbreite stellt.

GÜNSTIGES TRANSPORTMEDIUM Wer mit diesen Einschränkungen leben kann und gegen mögliche Ausfälle mit Backup-Lösungen wie ISDN vorbaut, erhält ein günstiges Transportmedium. Vor allem beim Fernzugang für Teleworker im Heimbüro dürfte es derzeit preislich kaum zu schlagen sein.

Ebenfalls hoch im Kurs stehen bei den Anwendern mittlerweile die breitbandigen Mobilfunktechniken UMTS und HSPA für den Fernzugriff auf das Unternehmensnetz. Sie versprechen zumindest auf dem Papier eine größtmögliche Mobilität für Außendienstmitarbeiter, und die Angebote werden mit monatlichen Flatrates langsam bezahlbar. In der Fläche müssen die Anwender zu 95 Prozent mit UMTS auskommen, was einer Geschwindigkeit von bis zu 384 Kbit/s entspricht. Dies ist aber immer noch sechs Mal schneller als ISDN, das vor wenigen Jahren für Außendienstler und Teleworker noch das Maß aller Dinge war.

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