Die besten Foto-Handys im Test Detail - Computerwelt

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17.07.2009 Alex Wolschann

Die besten Foto-Handys im Test

Ähnlich wie bei Kompaktkameras ist auch bei Kamerahandys das Megapixelrennen voll im Gange.

Handys sind inzwischen wie Schweizer Taschenmesser: Sie können fast Alles - und auf jeden Fall mehr als nur Telefonieren. Mit einem integrierten GPS-Chip zeigen sie den Weg. Ein MP3-Player sorgt für kurzweilige Bus- und Bahnfahrten. Und auch eine Kamera ist inzwischen Standard. Doch nicht jedes Foto-Handy macht Schnappschüsse, die man sich gerne ansieht. Wirklich gute Kamera-Handys produzieren Bilder, die von denen einer kompakten Digitalkamera nur schwer zu unterscheiden sind. Wer gern unterwegs Fotos macht und Ansprüche an die Bildqualität hat, sollte beim Kauf eines Fotohandys ein paar wichtige Kriterien zu beachten.

HOHE AUFLÖSUNG Je höher die Auflösung einer Kamera, desto detaillierter lassen sich Ausschnitte aus einem Foto herausholen und als Printabzug vergrößern. Die besten Ergebnisse bieten aktuell 5- und 8-Megapixel-Kamerahandys. Doch mehr Megapixel bürgen nicht unbedingt für eine bessere Bildqualität: Der Sensor in der Kamera ist sehr klein, es passen also nur eine bestimmte Anzahl Pixel drauf. Für eine höhere Auflösung müssen sich mehr Pixel auf dem selben Platz drängen - sie beginnen sich gegenseitig zu stören. Das erhöht das Bildrauschen. Die Folge: Es sind ganz kleine bunte Farbkleckse auf einfarbigen Flächen zu sehen, die den klaren Farbeindruck zerstören.

EINSTELLMÖGLICHKEITEN UND MOTIVPROGRAMME Außerdem wichtig bei Kamera-Handys: Viele Foto-Handys haben ein großes Repertoire an Motivprogrammen zu bieten. Das sind Voreinstellungen, die für bestimmte Fotosituationen besonders geeignet sind. Gängig sind zum Beispiel Portrait, Landschaft, Sport oder Nachtfotografie. Einige Kameras haben auch einen Panorama-Modus im Portfolio, der hilft, mehrere Bilder aneinander zu reihen. Manche Kameras bieten einen Makromodus, mit dem es möglich ist, Insekten und Blumen abzulichten oder Kleingedrucktes zu fotografieren, etwa die Abfahrtszeit der letzten U-Bahn oder Straßenbahn. Auch Visitenkarten gelingen im Makromodus gut.

AUSLÖSEVERZÖGERUNG Drittes wichtiges Kriterium ist die Auslösezeit. Leider ist sie bei Handy-Kameras nach wie vor ein echtes Ärgernis. Denn bis der Autofokus scharf gestellt hat, ist der witzige Partyschnappschuss-Moment oft schon vorbei. In diesem Kriterium können Foto-Handys mit Digitalkameras noch nicht mithalten. Doch es lohnt sich, zu wissen, welche Foto-Handys besonders schnell agieren. Näheres verraten wir im Test:

Testsieger LG Renoir: LG hat seinem Fotohandy den Namen des berühmten impressionistischen Malers Auguste Renoir verliehen. Doch glücklicherweise wirken die Fotos auf dem Renoir nicht so weichgezeichnet wie die Gemälde des Namensgebers. Im Gegenteil: Die Fotos bieten acht Megapixel Auflösung und hohe Bildqualität.

Die integrierte Kamera arbeitet mit 8 Megapixeln, einem Objektiv von Schneider-Kreuznach und einem Xenon-Blitz. Sie lässt eine 4-, 8- oder 16fache digitale Vergrößerung zu und bietet zudem einige Funktionen, die von "großen" Digitalkameras bekannt sind: So stehen ein Smile-Shot-Modus, eine Blinzelerkennung und ein Bildstabilisator zur Verfügung. Auch ist es möglich, Bilder mit GPS-Daten (Geotags) zu versehen, mit deren Hilfe Sie Ihre Aufnahmen beispielsweise einer Landkarte zuordnen können.

Fotografieren macht mit dem LG Renoir dank Lächel- Blinzel- und Beautymodus also wirklich Spaß. Das liegt erstens daran, dass alle Einstellungen ganz einfach über den Touchscreen vorgenommen werden können. Und zweitens gelingen scharfe Bilder. Der Autofokus überzeugt. Dabei kann der Anwender nicht nur spot- oder mittenbetont fokussieren, sondern auch manuell scharf stellen. Dazu muss er den Fokussierpunkt auf dem Touchscreen markieren, der Autofokus stellt dann auf die ausgewählte Stelle scharf. Das ist einfach zu handhaben und klappt sehr zuverlässig. Bedauerlich ist, dass der Autofokus des Renoir nicht gerade der Schnellste ist. Es dauert etwa zwei Sekunden, bis er fokussiert hat und weitere vier Sekunden, bis ein Bild abgespeichert ist. Spontane Portraits missraten also schnell, weil das Foto unscharf wird. Da kann auch der integrierte rechnerische Bildstabilisator nichts mehr retten.

Platz 2: Samsung S8300 Ultra Touch Das S8300 spielt in der Oberliga der Fotohandys mit. Dank einfacher Menüführung und bester Ausstattung möchte man das S8300 Ultra Touch bald nicht mehr missen. Die 8-Megapixelkamera mit Funktionen wie Makro und Panorama oder Blinzelmodus und Gesichtserkennung bietet hohen Bedienkomfort über einen sensiblen Touchscreen. Zudem sind die qualitativ guten Bilder aus der Kamera durchaus zur Veröffentlichung geeignet.

Ist GPS aktiviert, notiert das S8300 jeden Aufnahmeort während einer Fotosession. Doch Achtung: Das kostet Akku-Kapazität. Wenn der Nutzer viel fotgrafiert und GPS aktiviert hat, schafft das S8300 mit Mühe und Not gerade einen Tag, bevor es wieder an die Steckdose muss.

Platz 3 : LG Arena (KM900) Das Arena bietet nur noch fünf Megapixel Auflösung, die Qualität leider darunter jedoch nicht. Die Bildergebnisse sind gelungen: Die Farben leuchten kräftig, ohne künstlich zu wirken, die Schärfe ist gut. Interessant gestaltet ist die Kamera-Menüführung: Öffnet der Nutzer die Handy-Cam, kann er Einstellungen wie Weißabgleich, ISO-Wert oder eines der vielen Motivprogramme über ein kleines, virtuelles Drehrädchen auf dem Touchscreen einstellen. Das Rädchen erinnert dabei an die mechanischen Einstellräder von Spiegelreflexkameras.

Nachteil: Nicht alle der 19 Funktionen auf dem Rädchen sind auf einen Blick erkennbar, darunter leidet die Übersichtlichkeit. Immerhin: den Blitz zu- oder abschalten und den Makromodus anschmeißen kann der Hobbyfotograf auch, ohne sich durchs Rädchen-Menü zu hangeln.

Die Kamera braucht lange fünf Sekunden, bis sie geöffnet ist. Immerhin löst sie binnen zwei Sekunden aus, das ist ein guter Wert für eine Handy-Kamera. Wer sich seine Fotos ansehen möchte, tut dies in der Galerie: Fotos werden dort in Reihe aufgelistet, wenn das Telefon aufrecht gehalten wird. Dreht man es horizontal, rutschen die Bilder aus dem Bildschirm und erscheinen wieder in einer größeren Version. Mit einem Fingerstreich von oben nach unten werden Aufnahmen angezeigt, die an verschiedenen Tagen aufgenommen wurden. Zieht man den Finger von links nach rechts, werden Fotos aufgerufen, die am gleichen Tag gemacht wurden. Klingt verwirrend, ist in der Praxis jedoch einfach.

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