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28.07.2009 Rudolf Felser

Rückgänge bei Outsourcing

Die Anzahl der Verträge, der Gesamtvertragswert und der jährliche Vertragswert sinken drastisch.

Das Sourcing-Beratungs- und Marktforschungsunternehmen TPI hat Marktdaten für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2009 für Europa, den Nahen Osten und Afrika (EMEA) veröffentlicht. Der "TPI Index" analysiert quartalsweise den globalen Sourcing-Markt und misst Outsourcing-Verträge mit einem Gesamtvertragswert von mehr als 20 Mio. Euro. Demnach sank die Gesamtzahl der Verträge in EMEA leicht im Vergleich zum ersten Quartal 2009. Zudem zeigen der Gesamtvertragswert (TCV) in Höhe von knapp über sieben Mrd. Euro und der jährliche Vertragswert (Annualised Contract Value, ACV) in Höhe von 1,2 Mrd. - das ist der Gesamtvertragswert dividiert durch die Vertragslaufzeit - Rückgänge von rund sechs Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

Die anhaltende Marktschwäche verstärkt den Kontrast zwischen den ersten Halbjahren 2008 und 2009. Verglichen mit den ersten sechs Monaten 2008 mit einem Rekordlevel an Outsourcing-Aktivitäten in der EMEA-Region verzeichnet der TPI Index im ersten Halbjahr 2009 einen Rückgang der Anzahl der Verträge von 19 Prozent mit einem 45 Prozent geringeren Gesamtvertragswert und einem 60 Prozent geringeren jährlichen Vertragswert (ACV). Forciert wird diese Entwicklung durch den Rückgang der Abschlüsse von größeren Verträgen sowie drastisch reduzierte Ausgaben für Business Process Outsourcing (BPO). Hinzu kommen deutlich weniger Outsourcing-Aktivitäten in sonst sehr starken Sektoren, die von der Rezession besonders betroffen sind.

EMEA LIEGT VORN Trotz dieser Entwicklung verzeichnet EMEA im ersten Halbjahr 2009 wieder die besten Werte von allen Regionen; der Gesamtvertragswert (TCV) liegt hier deutlich vor dem von Amerika und der Region Asien-Pazifik. Nach dem Anstieg von Anzahl und Wert der im ersten Halbjahr 2008 abgeschlossenen Verträge liegt das Niveau in EMEA nun wieder auf dem der Vorjahre. Branchen wie Finanzdienstleistungen, Konsumgüter, Energieversorgung und Telekommunikation setzen zunehmend auf Outsourcing. "Der heutige Level des Outsourcing-Marktes in der EMEA-Region ist vergleichbar mit dem im Jahr 2007", sagt Bernd Schaefer, Partner und Managing Director, TPI. "Das außergewöhnlich starke erste Halbjahr 2008 war wohl eine Ausnahme, wir sehen nun eine ruhigere aber konsistente Entwicklung der Vertragsabschlüsse, die auf eine Stabilisierung hindeutet."

Um in der EMEA-Region das gleiche Ergebnis wie im Rekordjahr 2008 zu erzielen, müssten in der zweiten Jahreshälfte noch Verträge im Wert von insgesamt 26 Milliarden Euro 2009 abgeschlossen werden. Dies scheint aus Sicht von TPI sehr unwahrscheinlich.

SINKENDE BPO-NACHFRAGE Der Marktrückgang ist offensichtlich hauptsächlich mit der stark sinkenden Nachfrage nach Business Process Outsourcing (BPO) zu begründen. In EMEA sank der Gesamtvertragswert im zweiten Quartal um 70 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Der BPO-Markt zeigt sich quer durch alle Regionen und Bereiche sehr schwach. Dies betrifft auch den Bereich Facility Management mit einem Rückgang der Gesamtvertragswerte von 90 Prozent in EMEA im ersten Halbjahr 2009. Der einzige Megadeal dieses Bereichs im Jahr 2009 war der AXA-Capita-Vertrag. Dieser reichte jedoch nicht aus, um die schwachen BPO-Ergebnisse in EMEA in der ersten Jahreshälfte signifikant zu verbessern.

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