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05.08.2009 Alex Wolschann/idg

Bis dass der Tod uns scheidet

Auf welchem Format und auf welchem Medium sollen die Daten archiviert werden, damit sie auch nach Jahren noch lesbar sind?

Rohlinge sind nach einem Kratzer unbrauchbar, USB-Sticks gehen relativ leicht verloren und Festplatten sind sehr anfällig für Defekte. Auch Dokumentformate wie .doc oder .xls leben nicht ewig, Microsoft hat etwa mit Office 2007 neue Formate eingeführt. Mit der richtigen Wahl des Mediums und des Formats können Daten aber bis inshohe Alter gesichert werden.

Bevor mit dem Backup begonnen wird, sollten alle Dokumente wie Musik, Fotos oder Textdateien sorgfältig sortiert und in eine Ordnerstruktur mit möglichst genauer Bezeichnung gebracht werden. Fotos von Digitalkameras sollten nicht unter den typischen IMG_1-99 abgespeichert werden, da so auch Fotos überschrieben werden könnten. Müssen viele Dateien umbenannt werden, hilft das Gratistool Sun Files.

FORMATE MIT ZUKUNFT Sollen die Daten auch in 30 Jahren noch lesbar sein, reicht ein gutes Speichermedium alleine nicht. Genauso wichtig ist ein langlebiges Dateiformat. Sobald ein Dateiformat nicht mehr unterstützt wird, ist die Datei unbrauchbar. Microsoft unterstützt mit Office 2007 die alten Formate zwar noch, ob das in 20 Jahren aber immer noch so ist, weiß niemand. Als zukunftstaugliches Format eigent sich etwa PDF/A (Portable Document Format/Archive). Dieses Format ist speziell für die Langzeitarchivierung elektronischer Dokumente gedacht und garantiert, das die Daten auf jedem PC lesbar sind und gleich aussehen. PDF/A-Dokumente können in Office 2007 mit einem PDF-Add-In erstellt werden.

Zum Archivieren von Bilddateien eignen sich zwei Formate gut: JPEG und TIFF; Zweiteres hat einen großen Vorteil, es speichert Fotos verlustfrei, benötigt aber mehr Speicherplatz. Bei Musikdateien hat sich das MP3-Format ganz klar durchgesetzt. Es sollte auch in den nächsten Jahren nicht verschwinden. Videodateien sind am besten mit MPEG2 aufgehoben. Keines der neuen Formate wie Divx oder Xvid konnte sich bislang etablieren. MPEG2-Filme können mit allen gängigen Schnittprogrammen erstellt werden.

DAS IDEALE MEDIUM Für das Backup von Daten stehen zahlreiche Medien zur Auswahl. Die durchschnittliche Lebenserwartung von USB-Stick und Festplatte wird auf sieben Jahre geschätzt, eine DVD lebt 20 Jahre, ein NAS etwa 30 Jahre und Onlinespeicher als »Sieger« hundert Jahre. Für das schnelle und einfache Backup in den eigenen vier Wänden eignen sich externe Festplatten sehr gut und bieten bis zu zwei TB Speicherplatz. Diese externen Datenträger gibt es mit oder ohne eigene Stromversorgung. Letzere beziehen den Strom über USB- oder eSATA-Schnittstelle. Das ermöglicht einen deutlich schnelleren Datentransfer als USB, ist aber noch wenig verbreitet. Festplatten ohne Netzteil sind überdies deutlich kleiner. Die Lebensdauer liegt unter zehn Jahren und sollte nach sieben Jahren getauscht werden.

Portable USB-Sticks bieten heute Kapazitäten bis 64 GB und sind sehr robust. Anders als Festplatten sind sie resistent gegen magnetische Felder und überleben dank Flash-Technik auch Stürze aus großer Höhe. Die Lebensdauer ist stark abhängig vom Gebrauch. Jedes Löschen oder Beschreiben beschädigt die Oxidschicht des Speichers. Die Lebensdauer ähnelt aber generell jener einer Festplatte.

Bei DVD-Rohlingen und Blu-RayDisks gibt es große Qualitätsunterschiede. Billige Scheiben sind nach fünf Jahren kaum noch lesbar. Hochwertige Rohlinge halten bis zu 20 Jahre. Schon ein Kratzer kann aber den Inhalt gänzlich unbrauchbar machen. Darüber hinaus dauert das Brennen recht lange. Für große Datenmengen eignen sich nur die Bluray-Disks.

Daten lassen sich nicht nur lokal, sondern auch im Web speichern. Die Server der Anbieter stehen in einem geschützten Rechenzentrum und bewahren Daten mehrere Jahrzehnte hindurch auf. Dafür ist man eng an den Anbieter gebunden und von gleichleibenden Angeboten abhängig. Ein Gratis-Onlinespeicher eignet sich für private Backups, professionelle Anbieter garantieren wiederum die Sicherheit der Daten.

Netzwerkspeicher oder NAS sind Medien, die direkt am Netzwerk angeschlossen sind. Bei einem Defekt des PC funktioniert der NAS weiter. Zudem kann von mehreren Geräten zugegriffen werden. Die meisten Netzwerkspeicher werden ohne Festplatten ausgeliefert. Durch die externe Zugriffsmöglichkeit besteht aber auch das Risiko des Datendiebstahls. Der Zugriff muss abgesichert werden. Werden mehrere Festplatten eingesetzt, die gespiegelt werden, erhöht sich die Lebensdauer massiv. Sie wird auf knapp dreißig Jahre geschätzt.

Alle Formate und Medien haben also Vor- und Nachteile. Teure Anschaffungen wie Onlinespeicher oder NAS bieten aber auch die längste Lebensdauer.

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