System Landscape Optimization erlaubt Finanzministerium fliegenden Wechsel zur wirkungsorientierten Verwaltung Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


05.08.2009 Oliver Weiss

System Landscape Optimization erlaubt Finanzministerium fliegenden Wechsel zur wirkungsorientierten Verwaltung

In nur sechs Monaten hat das Finanzministerium die komplette SAP-Infrastruktur österreichweit auf eine einheitliche Datenbasis gestellt.

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) Österreich ist die finanzielle Schaltstelle der Republik. Es ist für das gesamte Bundesbudget, die Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie für Steuern und Zölle verantwortlich. Das BMF umfasst 41 Finanzämter, neun Zollämter, eine Großbetriebsprüfung und eine Steuerfahndung. Beschäftigt werden insgesamt rund 11.500 Mitarbeiter. Wie auch andere EU-Mitgliedstaaten stellt das BMF in allen Ministerien, obersten Organen und nachgeordneten Bundesdienststellen die Budgetstruktur schrittweise auf eine wirkungsorientierte Verwaltung um.

Die geplante Einführung einer solchen modernen Verwaltung ruft dabei nicht nur die Haushaltsexperten des BMF auf den Plan. Auch die IT-Abteilung war gefordert, die bestehende SAP-Infrastruktur auf die neue Budgetstruktur vorzubereiten. Dazu mussten die Daten für die Budget-Planung und -Abwicklung angepasst und vereinheitlicht werden. Das BMF hat die dazu erforderliche SAP-Multimandanten-Migration mit der System Landscape Optimization-Methode (SLO) von SNP gemeistert – mit straffem Zeitplan und minimalen Systemstillständen.

WIRKSAMERER EINSATZ DER FINANZMITTEL Werden mit den eingesetzten Personal- und Finanzressourcen die angestrebten Ziele auch erreicht? Wie effizient wurden die verwendeten Mittel tatsächlich eingesetzt? Solche und ähnliche Fragen konnten in der Vergangenheit nicht schlüssig beantwortet werden. »Das neue Rechnungswesen soll die Transparenz und Möglichkeiten des Controllings steigern und dazu beitragen, das Bundesbudget auf allen Ebenen noch wirksamer zu steuern«, erläutert Ministerialrat Christian Ihle, Leiter der Abteilung V/3 im BMF. Eng mit der Haushaltsrechtsreform verbunden sind dabei die Ziele, den Mitteleinsatz besser zu steuern, stärkere Anreize zu noch wirtschaftlicherer Haushaltsführung zu geben und das Bundesbudget zielbezogen zuzuordnen.

Die besondere Herausforderung war dabei laut Nikolaus Unger, SLO-Experte von SNP in Österreich, der straffe Zeitplan: »Laut Gesetz mussten wir das Projekt bis zu einem gewissen Stichtag umsetzen.« »Geht nicht« lag daher nicht im Bereich des Möglichen. Dazu kamen etliche Etappenziele, die ebenfalls alle rechtzeitig erreicht werden mussten.

EINHEITLICHE DATEN ALS VORAUSSETZUNG Die angestrebte Funktionalität, Transparenz und Vergleichbarkeit setzen eine durchgängig einheitliche Budget- und Organisationsstruktur sämtlicher Daten voraus, die für die Budget-Planung und -Umsetzung relevant sind. Dazu musste das BMF die vorhandene SAP-Systemlandschaft mit 19 Mandanten neu strukturieren. In erster Linie bedeutete dies eine Umschlüsselung der Finanzkreise in allen relevanten Stammdaten, Belegen und SAP-Eigenentwicklungen. Außerdem mussten die Nutzer und ihre Berechtigungen neu definiert werden und ebenso die Berichte und Schnittstellen zu SAP- und Fremdsystemen angepasst werden. Betroffen von dem Projekt waren im BMF rund 4.000 SAP-Anwender in 18 obersten Organen, 200 budgetführenden und haushaltsleitenden Dienststellen sowie 1.200 nachgeordneten Dienststellen. Jährlich werden hier rund 50 Millionen Buchungen auf etwa vier Millionen Konten abgewickelt.

MANUELLE ANPASSUNGEN SIND FEHLERANFÄLLIG Für eine reibungslose SAP-Migration holte das Bundesrechenzentrum (BRZ) im Auftrag des Finanzministeriums das Heidelberger SAP-Software- und Beratungshaus SNP an Bord. Das BRZ ist der IT- und Kommunikations-Dienstleister der österreichischen Bundesverwaltung. SNP war in diesem Projekt durch die österreichische Tochtergesellschaft SNP Eins vertreten. Sie hatte mit ihrer speziellen SNP System Landscape Optimization-Methode (SNP SLO) überzeugt: Denn diese erwies sich als schneller, sicherer, flexibler und preisgünstiger als vergleichbare Migrationsansätze.

Vergleichbare Verfahren setzen auf der SAP-Anwendungsebene an. Sie hätten aufwendige manuelle Anpassungen der Daten an die neuen SAP-Systeme erfordert und hohe Fehlerhäufigkeiten aufgewiesen. SNP SLO hingegen greift direkt auf die Datenbanken zu.

Herzstück ist die SNP Technical Conversion Workbench (SNP TCW), die vordefinierte Regelwerke für SAP-Umstellungen enthält. An die individuellen Kundenanforderungen angepasst, ermöglichen diese Regeln eine vollautomatische Umstellung beliebig großer Datenmengen. Herkömmliche SAP-Upgrade-Verfahren erfordern einen Systemstillstand zwischen einem und drei Tagen, abhängig von Hardware und Datenvolumen. Doch viele Unternehmen und Einrichtungen können und wollen nicht so lange auf ihr zentrales EDV-System verzichten. So auch das BMF. Technical Conversion Workbench basiert zwar auf SAP-Software, ist jedoch eine Eigenentwicklung von SNP.

30 SELEKTIONS- UND 70 UMSETZUNGSREGELN Die SNP-Berater führten die SAP-Multimandanten-Migration beim Finanzministerium nach der bereits erwähnten SLO-Systematik durch. Dabei wurden sie von einem Team des BRZ unterstützt. Zunächst wurden die bestehenden Budgetstrukturen analysiert, ebenso die Zusatzanforderungen, die sich für Spezialthemen wie Förderaufträge, Daueranordnungen und das Splitting von Buchungs- und Finanzkreisen ergaben. Für jeden Mandanten wurden rund 30 eigene Selektions- und 70 Umsetzungsregeln definiert und von den SNP-Spezialisten mithilfe der TCW umgesetzt. Betroffen waren rund 30 SAP-Objekte, darunter Debitoren, Kreditoren, Kostenstellen, Anlagen und Materialstämme.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.



Hosted by:    Security Monitoring by: