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Die schnellsten Web-Browser im Test

Chrome 22, Firefox 16, Firefox 17 Beta oder Internet Explorer 10 - welcher der aktuellen Web-Browser ist der schnellste?

In Mozillas Kraken-Bechmark belegt nicht etwa Firefox, sondern Googles Chrome den ersten Platz.

In Mozillas Kraken-Bechmark belegt nicht etwa Firefox, sondern Googles Chrome den ersten Platz.

© idg

Microsoft hat mit Windows 8 die neue Version 10 den Internet Explorer zur Verfügung gestellt. Das gibt Anlass genug, den neuen Microsoft-Browser einem Geschwindigkeits-Test zu unterziehen und ins Rennen gegen Google Chrome 22 und Mozilla Firefox 16 zu schicken. Da Firefox 17 wieder eine ESR-Version (Extended Support Release) wird, haben wir deren Beta gleich mitgetestet.

Die von den Herstellern ausgegebenen Benchmark-Tests sind oftmals nicht einmal falsch. Natürlich hat aber jeder Browser Stärken und Schwächen. Somit zieht man auf Entwicklerseite schon gerne die Tests heran, die sich als vorteilhafter erweisen. Wir haben deshalb die drei unter Windows am meisten genutzten Browser in anerkannten JavaScript-Benchmarks verglichen. Durch Web 2.0, soziale Netzwerke und sogenannte "Rich Internet"-Applikationen ist JavaScript und dessen Performance eine der wichtigsten Komponenten in einem Web-Browser. Dem Test mussten sich Chrome 22, Firefox 16, Firefox 17 Beta und Internet Explorer 10 stellen.

Jeder Lauf wurde fünf Mal pro Browser vorgenommen. Das Ergebnis ist somit ein Durchschnittswert. Als Benchmark-Tests haben wir uns für WebKits SunSpider JavaScript Benchmark 0.9.1, Googles V8 Benchmark V7, Futuremarks Peacekeeper und Mozillas Kraken 1.1 entschieden. Als Betriebssystem kam Windows 8 zum Einsatz. Die darunter liegende Hardware ist ein Acer ASPIRE mit vier GB Arbeitsspeicher und einer "Intel Core i5-460M"-CPU mit einer Taktfrequenz von 2,67 Ghz. Mozillas Benchmark-Test fokussiert sich laut eigener Aussage auf Workloads, die der Realität entsprechen. Man hat sich deswegen auf JavaScript konzentriert und keine Funktionen verwendet, die sich nur vorteilhaft auf den hauseigenen Firefox auswirken.

Dies können wir so unterschreiben. Googles Chrome 22 hat hier die Nase vorn und landet mit einem Durchschnitt von 3151,6 Millisekunden (hoch 3308,6 / tief 2904,3) auf dem ersten Platz. Die Silbermedaille darf Firefox 17 Beta mit 3307,14 Millisekunden (hoch 3334,7 / tief 3286,4) einstreichen. Bronze geht an Firefox 16 mit 3381,78 Millisekunden (hoch 3395,4 / tief 3375,3). Der Internet Explorer 10 ist doch deutlich abgeschlagen, wenn auch nicht mehr so drastisch wie früher. Man hat wirklich aufgeholt, ist aber mit 7033,56 Millisekunden (hoch 7059,7 / tief 7004,2) mehr als doppelt so langsam wie die Konkurrenz. Der Abstand zwischen Chrome und Firefox ist gegenüber früheren Versionen ebenfalls ziemlich geschrumpft.

Dieser Benchmark-Test wird in Punkten ausgegeben. Er misst allerdings nicht nur die Geschwindigkeit der Browser, sondern gibt auch Zeugnis über deren HTML5-Fähigkeiten. Diese Funktionen haben in letzter Zeit deutlich an Gewicht gewonnen und sollen somit nicht unerwähnt bleiben. Google Chrome 22 erhält immerhin fünf von sieben möglichen Punkten in Sachen HTML5-Kompatibilität. Drei Punkte Abzug gibt es bei Mozillas Firefox, der sich mit vier von sieben Zählern auf dem zweiten Platz einreiht. Microsofts Internet Explorer 10 schafft es mit nur drei von sieben Punkten auf den letzten Rang.

Im Benchmark-Test selbst ist Google Chrome wesentlich schneller als Firefox und der Internet Explorer. Die Konkurrenten von Mozilla und Microsoft sind hingegen nicht so weit voneinander entfernt. Chromes Durchschnitt liegt bei 3244,6 Punkten (hoch 3272 / tief 3201), Mozillas Firefox 16 bei 1994,4 (hoch 2001 / tief 1985), Version 17 Beta bei 1959,8 (hoch 1974 / tief 1947) und Microsofts Internet Explorer bei 1923,8 Zählern(hoch 1943 / tief 1915). Auch diese Runde geht ganz klar an Googles Browser.

Und schon wieder ist Chrome mit der Nase vorne: Auch in Googles V8 Benchmark Suite V7 liegt der hauseigene Browser mit Abstand und einem Durchschnitt von 11284 Punkten an erster Stelle (bester Wert 11413 / schlechtester Wert 11074).

Mozillas Firefox 16 kann sich wie in den Tests zuvor an zweiter Stelle festigen. Mit 7221,6 Punkten im Schnitt und Hoch-Tief-Werten von 7267 und 7174 ist das die ungefährdete Bronzemedaille. Allerdings schneidet die Beta-Version 17 hier doch sichtlich besser ab und heimst mit einem Durchschnitt von 7920,8 Silber ein (hoch 7973 / tief 7842). Der Internet Explorer 10 hat auch im dritten von vier Tests das Nachsehen. Mit einem Durchschnitt von nur 5379,4 Punkten ist er damit mehr als doppelt so langsam wie Chrome 22. Das beste Ergebnis des IE war 5445 und das schlechteste 5326 Punkte.

Die Ersten werden irgendwann die Letzten sein, heißt es in einem Sprichwort. Überraschenderweise trifft das in SunSpiders JavaScript-Benchmark 0.9.1 zu. Hier muss sich Firefox 17 Beta mit dem letzten Platz und einem Durchschnitt von 222,98 Millisekunden begnügen. 227,1 Millisekunden war die längste Periode und 218,6 die schnellste, in der die 17er Beta den Test absolvierte. Firefox 16 ist im Durchschnitt gerade 2 Millisekunden schneller und braucht 220,46 (hoch 223,5 / tief 218,4)

Chrome ist mit Firefox 16 fast gleichauf. Mit einem Durchschnitt von 218,22 Millisekunden (hoch 232,9 / tief 211,9) liegt der Google-Browser aber doch deutlich hinter dem Internet Explorer 10. Der IE 10 ist in diesem Benchmark schneller als Chrome 22 und brauchte im Schnitt 146,82 Millisekunden. Am schnellsten war der Microsoft-Browser mit 145,9 unterwegs und die längste Testzeit wurde mit 147,3 Millisekunden gemessen. Also Platz Eins für den Internet Explorer.

Fazit
Bisher musste der Internet Explorer viele Prügel einstecken und sich als lahme Ente bezeichnen lassen. Der Sprung von Version 8 zu 9 war groß und mit Ausgabe 10 haben die Microsoft-Entwickler weiter aufgeholt. Auch wenn der Browser aus Redmond nicht mit Chrome oder Firefox mithalten kann, ist die Luft an der Spitze dünner geworden. Das ist auf keinen Fall ein Nachteil, weil Konkurrenz in der Regel das Geschäft belebt. Für Anwender wird es immer mehr zur reinen Geschmackssache, welchen Browser sie einsetzen. Somit muss sich der Nutzer weniger Gedanken um die Geschwindigkeit machen und kann den Browser wählen, der ihm am meisten zusagt.

* Der Autor ist Redakteur der Computerwoche.

 

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