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04.07.2013

180 Teilnehmer beim 13. Versandhandelstag: Shopping 3.0 - Wie der E-Commerce den Handel verändert

Am 27. Juni veranstaltete der Handelsverband in Wien unter dem Titel "SHOPPING 3.0 - WIE DER E-COMMERCE DEN HANDEL VERÄNDERT" seinen 13. Versandhandelstag. Im Mittelpunkt der Expertenvorträge standen die spannendsten neuen Multichannel-Konzepte und Innovationen in der Omnichanneling-Ära. Sprecher wie Zalando-Manager Dominik Rief, KochAbo-Geschäftsführer Michael Ströck und Zukunftsforscher Andreas Haderlein begeisterten das Publikum. Rund 180 Händler und Dienstleister ließen sich inspirieren.

180 Teilnehmer beim 13. Versandhandelstag: Shopping 3.0 - Wie der E-Commerce den Handel verändert

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© Handelsverband

Zukunftsforscher: Handel muss sich neu erfinden

Gleich zu Beginn des 13. Versandhandelstags bot Zukunftsforscher Andreas Haderlein Einblicke in die Welt des Omnichanneling. "Schon immer hat sich der Handel seinen Weg zum Kunden bahnen müssen. Um Konsumenten Mehrwerte bieten zu können, ist er auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen", so Haderlein. Der Zukunftsforscher, der in seinem Vortrag der neuen Realität im Einzelhandel, oder auch "New Retaility", auf der Spur war, gab den Teilnehmern zu bedenken: "Wenn Zalando mit einem `Fashion Concept Car` das Mobile Shopping zu revolutionieren versucht, Tesco sich einen Videostreaming-Dienst einverleibt oder die Tengelmann Unternehmensgruppe mittlerweile an rund 35 Internet-Startups beteiligt ist, liegt auf der Hand: Der Handel kann sich angesichts schrumpfender Flächenproduktivität und ausufernder Online-Marketing-Kosten nicht mehr mit dem An- und Verkauf von Waren begnügen, sondern braucht Innovationen für rentable Geschäfte im digitalen Zeitalter."

Handelsverband-Studie: Zahl der Käufer im Distanzhandel erstmals bei zwei Dritteln, Ausgaben steigen um 10 Prozent

Im Anschluss stellte Peter Voithofer, Direktor der KMU Forschung Austria, die im Auftrag des Handelsverbands entstandene Studie "Konsumentenverhalten im Distanzhandel 2013" der Öffentlichkeit vor. Die Befragung von 2.000 Österreichern ab 15 Jahren zeigt, dass im Untersuchungszeitraum Mai 2012 bis April 2013 66 % aller Österreicher zumindest einmal im Versandhandel, Interneteinzelhandel oder Teleshopping eingekauft haben. Das bedeutet: Die Zahl der Käufer im Distanzhandel knackt erstmals die "Zwei-Drittel-Marke". "Noch deutlicher als die Zahl der Käufer steigen die Ausgaben im Distanzhandel. Innerhalb von 12 Monaten haben die Österreicher in Summe für € 6,4 Milliarden Einzelhandelswaren im Distanzhandel eingekauft. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Käufer sind von € 1.250 auf € 1.350 pro Jahr gestiegen. In Summe tätigen die Österreicher bereits 11 % ihrer gesamten Konsumausgaben für Einzelhandelswaren im Distanzhandel", zeigte Voithofer auf.

Zukunft ohne Geschäfte?

Im Mittelpunkt der ersten Podiumsdiskussion zum Thema "Die Zukunft der Fläche - Die Fläche der Zukunft" stand der Umstand, dass die Handelsflächen durch den steigenden Online-Umsatz unter wirtschaftlichen Druck geraten. Johannes Kofler, Conrad Electronic International GmbH & Co KG, zeigte sich überzeugt, dass der stationäre Handel ohne Internet nicht auskommen wird. Dieter Kindl von der Rakuten Austria GmbH erläuterte, dass Synergien zwischen Offline und Online unverzichtbar sind, um im Handel erfolgreich zu bleiben und den Kunden im 21. Jahrhundert optimal zu servicieren. Aline Eckstein vom E-Commerce-Center, Institut für Handelsforschung GmbH, war der Meinung, dass die große Relevanz von Online-Shops als Informationsmedium erst deutlich wird, wenn man betrachtet, in welchen Vertriebskanälen sich Konsumenten vor ihrem Kauf informieren. Einem Drittel der Käufe in stationären Geschäftsstellen geht eine Informationssuche in Online-Shops voran. Hanna Bomba-Wilhelmi, RegioPlan Consulting GmbH, appellierte an die Handelsunternehmen, diesen Trend unbedingt zum eigenen Vorteil zu nutzen. "Das geht nur durch neue kreative Ideen und sehr viel konzentriertes Wissen über Kunden", so Bomba-Wilhelmi.

Kundenvertrauen, letzte Meile und rasantes Wachstum

In einem sehr unterhaltsamen Vortrag ging Michael Ströck, Gründer und Geschäftsführer der KochAbo GmbH, auf seine Unternehmensphilosophie ein. So ist nicht, wie von vielen angenommen, die Lieferlogistik die größte bzw. wichtigste Herausforderung, sondern die Kundengewinnung. "Kundenvertrauen ist der wichtigste Faktor für unseren Erfolg, denn der Lebensmitteleinkauf im Internet wird von vielen noch mit Skepsis betrachtet. Das Vertrauen zu erarbeiten, nimmt viel Zeit in Anspruch", so Ströck. Peter Umundum, Vorstandsdirektor bei der Österreichischen Post AG, führte in die Vorzüge von innovativen Logistiklösungen als Wettbewerbsvorteil im Distanzhandel ein. Durch das starke Wachstum des E-Commerce Geschäfts hat sich das Verständnis vom Einkaufen massiv verändert. "Die aktuellen Trends haben neue Formen von Dienstleistungen hervorgebracht, die Paketdienstleister anbieten. Speziell die Österreichische Post trägt mit ihren innovativen Logistiklösungen wie den neuen 24/7 Selbstbedienungszonen in Filialen mit Frankierautomat und Abgabebox sowie der Post-Empfangsbox zur Unterstützung des Distanzhandels auf der letzten Meile bei", klärte Umundum auf. Dominik Rief, Österreich-Manager von Zalando, gab Einblicke in das Erfolgsrezept und die Entwicklung von Zalando vom Markteintritt bis heute. "Wir sind derzeit in 14 Ländern tätig, im letzten Jahr haben wir alleine in 7 neue Märkte expandiert. Besonders stolz sind wir darauf, dass Zalando den Umsatz von 2011 mehr als verdoppeln konnte. Wir sind das am schnellsten wachsende Unternehmen Europas", so Rief. Auf die Frage, was der Schlüssel zum Erfolg für das Unternehmen ist, wollte Rief nicht in allen Punkten Auskunft geben. "Sicher ist aber, dass ein starker Kundenfokus, ein breites Sortiment, eine gute Unternehmenskultur und wirksames Marketing uns helfen."

Wie verändert der E-Commerce den Handel der Zukunft?

Die Teilnehmer der gleichnamigen Podiumsdiskussion informierten darüber, dass der Distanzhandel vor 20 Jahren 4 Prozent am gesamten Handelsvolumen in Österreich einnahm - inzwischen sind es 11 Prozent, zum Anstieg hat vor allem der Online-Handel beigetragen, erläuterte Harald Gutschi, Sprecher der Geschäftsführung, UNITO - Versand & Dienstleistungen GmbH. "In 20 Jahren werden es 25 bis 30 Prozent sein!" Gutschi prognostizierte außerdem, dass reine Online-Händler den Multichannel-Händlern sehr hohe Marktanteile wegnehmen werden. Andreas Plamberger, PwC Österreich GmbH, teilte diese Meinung nicht, sondern zitierte eine von PwC initiierte Studie, die zeigt, dass der Online-Kanal die traditionellen Vertriebskanäle der Unternehmen nicht kannibalisiert. Im Gegenteil: Mehr als 50 Prozent der Befragten gaben an, mehr zu konsumieren, wenn Einkäufe über verschiedene Kanäle getätigt werden. Ulrich Spaan vom EHI Retail Institute war der Meinung, dass sich Online und Offline keineswegs ausschließen: "Es wird immer Menschen geben, die eher haptisch veranlagt sind, ein Produkt lieber anfassen und ausprobieren möchten, bevor sie es kaufen. Und es wird solche geben, die nicht nur auf Rezensionen vertrauen, sondern den persönlichen Kontakt zu einem Verkäufer, bei dem sie wirklich gute Beratung erhalten, schätzen. Wo und wie bezahlt wird ist dann zweitranging." Peter Horvath, Vorstand bei der Leder & Schuh AG, unterstrich die Wichtigkeit intensiver Mitarbeitertrainings im stationären Bereich: "Die Mitarbeiter nehmen die Schulungen mit großer Freude an - und für das Unternehmen bedeutet die höhere Beratungskompetenz größere Umsätze."

Großes Publikum beim jährlichen Branchentreff im Handelsverband

Zu Mittag bot sich den 180 Besucher bei einem Lunch auf Einladung der Österreichischen Post AG die Gelegenheit zu ausführlichem Networking. Eva Pfisterer, freie Journalistin und Moderatorin, moderierte die Veranstaltung. Unter den Gästen: Niels Degen (Madeleine Mode GmbH), Alexander Frech (Österreichische Post AG), Damian Izdebski (DiTech GmbH), Petra Mangler-Dopf (Heinrich Heine GmbH), Hermann Ochs (OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH), Angela Schünemann (Weltbild Verlag GmbH), Thomas Twardawa (Gebrüder Götz GmbH & Co KG) und Alexandra Vetrovsky-Brychta, HEROLD Business Data GmbH.

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