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28.07.2013 pte

Betreiber PalTalk freut sich über eigene PRISM-Bekanntheit

Unter den Internet-Unternehmen, die in den PRISM-Skandal involviert waren, ist der Video-Chat-Betreiber PalTalk bei weitem das Unbekannteste - und dennoch: Während die anderen betroffenen Firmen um eine Distanz von der NSA-Überwachung bemüht sind, ist PalTalk über die unerwartete Aufmerksamkeit erfreut.

Schlechte Presse ist besser als gar keine Aufmerksamkeit.

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© paltalk.com

PalTalk schien in den Unterlagen von Edward Snowden zur PRISM-Überwachung neben Branchenriesen wie Microsoft, Google, Yahoo, Facebook, Apple, AOL, Skype und YouTube auf. Während die anderen Unternehmen um ihren Ruf besorgt sind, lässt sich bei PalTalk ein gewisser Stolz erkennen. PalTalk-Chef Wilson Kriegel bezeichnet es als "schmeichelhaft, neben den Top-8-Technologieunternehmen der Welt erwähnt zu werden".

Aber auch direkte positive Auswirkungen waren zu spüren. PalTalk berichtet über einen User-Anstieg direkt nach den Enthüllungen. Das Unternehmen führt diesen darauf zurück, dass viele Personen durch die Medien erstmals vom Programm gehört haben. Der bekannte US-Komiker Stephen Colbert scherzte beispielsweise zur besten Sendezeit: "Sie beobachten PalTalk, Leute. Ihr wisst, was das heißt. Wir sind kurz davor, zu erfahren, was PalTalk ist."

Die Berichterstattung über seine PRISM-Involvierung hat für das Unternehmen zum perfekten Zeitpunkt eingeschlagen. Der Video-Chat-Anbieter existiert bereits seit 14 Jahren und befindet sich derzeit in einer Erneuerungsphase. Diese Woche wurde die überarbeitete Version des Programms sowie eine neue Tablet-App vorgestellt. Während der Präsentation hat PalTalk die Reporter selbst an seine PRISM-Involvierung erinnert.

PalTalk bietet seinen Nutzern im Gegensatz zu Konkurrenten wie Skype eine unbegrenzte Anzahl an Personen in Gruppenchats. In der häufigsten Nutzungsform diskutieren Unbekannte in themenbezogenen Gruppen. Die 5,5 Mio. aktiven User pro Monat verteilen sich über die USA, Europa und den Mittleren Osten, was das Interesse der US-Regierung an deren Beobachtung erklären könnte. PalTalk gibt an, vor den Enthüllungen nicht von PRISM gewusst zu haben und selbst keine Aufzeichnungen über Chats zu führen. (pte)

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