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13.11.2017 Friedrich Stiemer* Knowhow

Mehrere Monitore perfekt nutzen - so geht‘s

Alle Infos schneller im Blick, produktiver arbeiten, eindrucksvoller spielen: Mehrere Bildschirme zu verwenden hat viele Vorteile! Wir verraten die besten Tipps und Tools für die Multimonitor-Nutzung.

Unterschiedliche Studien haben gezeigt, dass mehrere Monitore nachweislich die Produktivität steigern.

Unterschiedliche Studien haben gezeigt, dass mehrere Monitore nachweislich die Produktivität steigern.

© pixabay

Eine größere Bildschirmfläche bietet Ihnen mehr Platz und mehr Möglichkeiten: Sie können mit größerer Übersicht arbeiten oder intensiver in ein Spiel eintauchen. Dazu bedarf es keines riesigen 30-Zoll-Monitors. Bequemer und meist auch günstiger ist ein Aufbau aus einzelnen Bildschirmen: Das Multimonitor-Setup kann aus kleineren und älteren Bildschirmen bestehen oder aus einem PC-Monitor und dem Notebook-Display. Wichtig ist der Zuwachs an Bildfläche: So kann ein Bildschirm den Mailclient anzeigen, während Sie auf dem anderen mit dem Browser oder an Office-Dokumenten arbeiten, ohne zwischen den Programmen umständlich wechseln zu müssen. Doch auch Gamer profitieren von einem Multimonitor-Setting. Drei Monitore sorgen für ein intensiveres Spielgefühl. Doch auch wenn nur ein zusätzlicher Bildschirm auf dem Tisch steht, lassen sich hier Chat-oder Sprachprogramme ablegen, um auch im Eifer des (Arbeits-)Gefechts in Kontakt zu bleiben. 

MEHR SEHEN, MEHR ERLEDIGEN: DAS BRINGEN MEHRERE MONITORE

Der größte Vorteil von mehreren Monitoren liegt auf der Hand: Sie bieten mehr Platz, um Inhalte darzustellen. Richtig eingestellt, bilden sie eine zusammenhängende Bildfläche, auf der sich der Mauszeiger von links nach rechts und von oben nach unten bewegen lässt, wie auf einem einzigen, großen Monitor. So können Sie sich mehrere Dokumente nebeneinander oder große Dateien wie Fotos im Originalformat anzeigen lassen.

Programmierer nutzen den Multimonitor-Aufbau, um auf einem Screen die Softwaredokumentation abzulegen, während sie auf dem anderen Bildschirm den Code editieren, ohne per Tastenkombination Alt-Tab zwischen den geöffneten Programmfenstern umschalten zu müssen. Generell bietet sich ein Aufbau aus mehreren Monitoren für jeden an, der nicht ausschließlich an einem Dokument arbeitet: Wenn Sie einen Text schreiben, können Sie nebenher im Browser oder anderen Quellen recherchieren. Oder Sie übertragen Daten aus einem Dokument ganz einfach in ein anderes, indem Sie beide nebeneinander anordnen. Nicht zuletzt für die komplette Ansicht umfangreicher Tabellen oder Datenbanken ist ein Multimonitor-Aufbau unverzichtbar.

Die Videoschnittstellen im Überblick: DVI (rot), HDMI (gelb) und Displayport (blau). Nicht im Bild ist der veraltete, analoge VGA-Anschluss. (c) IDG

Auch Multimedia-Freunde profitieren: Bei der Foto- oder Videobearbeitung und -wiedergabe lassen sich die Bilder auf einem Monitor vollständig anzeigen, während die Menüleisten auf das zweite Display verschoben werden. Für Spieler sorgen drei Monitore für einen echten Hochgenuss: Das Modell in der Mitte bildet die Hauptanzeige, während es von zwei zusätzlichen Bildschirmen flankiert wird. Auf diese Weise erweitert sich vor allem das periphere Sichtfeld des Spielgeschehens und erlaubt so eine größere Anzeige der Spielwelt. Einen Nachteil allerdings gibt es dabei: Die Leistungsanforderungen ans System steigen immens, da die zu berechnende Pixelzahl mit jedem weiteren Monitor stark ansteigt. Gaming in hohen Details auf mehreren Monitoren ist also High-End-PCs mit einer oder sogar mehreren Grafikkarten der Oberklasse vorbehalten.

SO VIELE MONITORE PASSEN AN IHREN PC ODER IHR NOTEBOOK

Bevor Sie sich weitere Monitore zulegen, sollten Sie überprüfen, ob und wie viele Bildschirme sich an Ihren Rechner anschließen lassen. Bei Desktop-PCs werfen Sie einen Blick auf die Rückseite des Gehäuses. Die passenden Anschlüsse finden Sie bei einem Rechner mit integrierter Prozessorgrafik (iGPU) am Schnittstellenfeld im oberen Bereich. Bei PCs mit einer zusätzlichen Grafikkarte sehen Sie deren Anschlüsse meist im unteren Bereich der Gehäuserückseite. Geläufige Videoanschlüsse sind HDMI, Displayport, DVI und auch immer noch das veraltete VGA. Unsere Abbildung oben gibt Ihnen Auskunft darüber, wie die Anschlussbuchsen aussehen.

Rechner mit iGPUs wie Intel HD Graphics oder AMD Radeon können in der Regel problemlos zwei Monitore parallel ansteuern. Wer eine Grafikkarte im Rechner hat, dem stehen zwar mehr Videoschnittstellen zur Verfügung. Aber nicht an jede Buchse lässt sich auch ein Monitor anstöpseln. Beispielsweise können ältere oder sehr günstige Nvidia-Grafikkarten nur zwei Bildschirme bewältigen, obwohl sie drei Anschlüsse bereitstellen. Doch da es vor allem bei Komplett-PCs viele unterschiedliche Grafikmodelle gibt, sollten Sie Ihre Grafiklösung mit dem Gratis-Tool GPU-Z prüfen und sich im Internet schlau machen, wie viele Monitore sich anschließen lassen. Aktuelle Grafikkarten der Geforce-GTX-1000- und AMD-Radeon-RX-500-Serie nehmen es jedoch problemlos mit mindestens drei Monitoren auf.

Als zweite wichtige Vorarbeit erkunden Sie die maximale Bildschirmauflösung, die die Grafiklösung im PC ausgeben kann – diese finden Sie ebenfalls in den technischen Angaben. Das ist wichtig, weil Sie die angeschlossenen Displays für die beste Bildqualität in ihrer maximalen Auflösung betreiben sollten.

Mit einem MST-Hub lassen sich über einen einzelnen Displayport mehrere Monitore ansteuern - und zwar so, als wären sie direkt am System angeschlossen. (c) IDG

Auch beim Notebook müssen entsprechende Videoschnittstellen vorhanden sein, um einen externen Monitor anzuschließen. In der Regel sehen die Hersteller allerdings nur einen weiteren Bildschirm vor. Hier können Sie sich mit einer Dockingstation für Ihren mobilen Computer behelfen: Diese bietet weitere Videoanschlüsse, um mehr als zwei Monitore am Notebook zu benutzen.

BESONDERHEIT: DISPLAYPORT MIT MULTI-STREAMING-UNTERSTÜTZUNG

Besonders flexibel sind Sie mit der Anschlussart Displayport. Die Schnittstelle beherrscht ab Version 1.2 die Technik „Multi Stream Transport“ (MST), die zwei Konfigurationen erlaubt, um mehrere Monitore gleichzeitig an nur einer Buchse betreiben zu können. Beim sogenannten „Daisy-Chaining“ schließen Sie die Monitore in einer Kette hintereinander. Dafür brauchen Sie kompatible Displays: Diese Monitore besitzen einen Displayport-Eingang und einen -Ausgang. Der Anschluss des ersten Monitors erfolgt direkt an das Notebook oder den PC, den zweiten Bildschirm schließen Sie am Ausgang des ersten an. Am zweiten Bildschirm lässt sich noch ein zweiter Screen auf dieselbe Weise anstecken. MST erlaubt es nun, dass der Rechner die zusätzlichen Monitore als separate Anzeigen ansteuern kann.

Die zweite Option, um die MST-Technik von Displayports zu nutzen, ist der Einsatz eines sogenannten MST-Hubs. Diese gibt es, je nach Ausstattungsumfang, ab 60 Euro zu kaufen. Eine große Auswahl an verschiedenen Modellen hat beispielsweise Club 3D unter www.club-3d.com im Portfolio. Kostengünstige Angebote finden Sie ansonsten auch hier in unserem Preisvergleich . Der Anschluss dieser MST-Hubs erfolgt an die Ausgabequelle, also den Computer. An den Hub selbst lassen sich dann die zusätzlichen Bildschirme anschließen. Hierbei ist es nicht einmal nötig, dass alle Bildschirme über einen Displayport verfügen, sofern Sie die richtigen Adapter zur Hand haben. Auch die Auflösung der anderen Anzeigen spielt keine entscheidende Rolle. Genau wie bei der ersten Konfiguration lassen sich auch hier alle Anzeigen einzeln ansteuern, als wären sie direkt ans System angebunden.

IDEALE BILDSCHIRME FÜR DEN MULTIMONITOR-BETRIEB

Dreifache Bildschirmfläche: Ein Multimonitor-Aufbau ermöglicht einen kompletten Überblick über lange Texte und Tabellen oder Rundumsicht in Spielen. (c) IDG

Brauchen Sie für den Mehr-Bildschirm-Betrieb zusätzliche Monitore, sollten Sie beim Kauf unbedingt darauf achten, dass die Bildschirme über die Videoeingänge verfügen, die zu Ihrem Rechner passen. Ergonomisch und optisch am empfehlenswertesten sind baugleiche Monitore: Die Displayränder der Geräte sind dann gleich breit und die Modelle lassen sich ganz gerade aneinander ausrichten. Besonders geeignet für den Mehr-Schirm-Betrieb sind Modelle, die viele Hersteller mit „rahmenlos“ oder „Edge-to-Edge“ bewerben: Diese Bildschirme haben eine sehr schmale Einfassung des Panels, sodass sich der Eindruck einer großen und unterbrechungsfreien Bildfläche einstellt, wenn sie nebeneinander stehen.

Sie können auch aus älteren Monitoren ein Multimonitor-System aufbauen. Passen Rechneranschluss und Displayeingang nicht zusammen, setzen Sie Adapter ein. Hier müssen Sie darauf achten, dass diese nicht zu breit sind und andere Anschlüsse verdecken. Auf den Anschluss eines älteren Monitors per VGA sollten Sie verzichten, selbst wenn sie per Adapter funktioniert. Denn bei hohen Auflösungen ist die Darstellung recht verschwommen und die Farben wirken blasser.

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