Mehrheit der Unternehmen hat keine Teststrategie für IoT Mehrheit der Unternehmen hat keine Teststrategie für IoT - Computerwelt

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15.09.2016 Wolfgang Franz/pi

Mehrheit der Unternehmen hat keine Teststrategie für IoT

World Quality Report 2016: Digitale Transformation setzt Qualitätssicherung und Testing zunehmend unter Druck.

Für 85 Prozent der Unternehmen stellen IoT-fähige Geräte einen integralen Bestandteil ihrer Geschäftsprozesse dar.

Für 85 Prozent der Unternehmen stellen IoT-fähige Geräte einen integralen Bestandteil ihrer Geschäftsprozesse dar.

© Archiv

Für 85 Prozent der Unternehmen stellen IoT-fähige Geräte einen integralen Bestandteil ihrer Geschäftsprozesse dar. Dennoch verfügen zwei Drittel (68 Prozent) davon derzeit über keine Teststrategie für diesen spezifischen Aspekt der IT. Zu diesem Ergebnis kommt die achte Ausgabe des WQR, der von Capgemini und Sogeti in Zusammenarbeit mit Hewlett Packard Enterprise (HPE) veröffentlicht wird. Die Studie untersucht den Zustand von Anwendungsqualität und Testing-Verfahren branchenübergreifend in 32 Ländern.

Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, neue digitale Produkte und Services anzubieten und haben Schwierigkeiten damit, zwischen Qualitätsansprüchen und Entwicklungsgeschwindigkeit einen gesunden Mittelweg zu finden. Dies gilt insbesondere für die Bereitstellung von IoT-Technologien. Darüber hinaus fiel das Budget für Qualitätssicherung (QA) um vier Prozent auf 31 Prozent des gesamten IT-Etats – nachdem es innerhalb der letzten vier Jahre signifikant von 18 auf 35 Prozent gestiegen war. Trotz dieses Rückgangs prognostizieren Experten jedoch übereinstimmend einen erneuten Anstieg der Ausgaben auf 40 Prozent bis 2019. Es gibt hier aber auch Ausnahmen: Deutschland liegt mit 33 Prozent Budgetanteil über dem weltweiten Durchschnitt. Diese Zahl dürfte in den kommenden drei Jahren auf bis zu 44 Prozent weiter wachsen, so der Report.

"Ein ausgereifter und strategischer Ansatz für Qualitätsmanagement und Testing ist heute bedeutender denn je, denn die Vernetzung im Internet der Dinge macht Systeme wegen all der Schnittstellen immer fehleranfälliger. Für Unternehmen ist besonders wichtig, dass sie ihr Ökosystem aus Kunden, Lieferanten und anderen Stakeholdern kontinuierlich weiterentwickeln und Barrieren abbauen, damit sie die darin existenten Daten intelligent verknüpfen können. Dazu gehört, bestehende Silos zwischen Entwicklung, Qualitätssicherung, Infrastruktur, Security und dem operativen Geschäft einzureißen, aber auch agile Methoden und DevOps zu nutzen, wenn sie die Veränderungsgeschwindigkeit des Marktes und der Kundenbedürfnisse mittragen wollen", so Bernd Bugelnig, Vorstandsvorsitzender bei Capgemini in Österreich.

DevOps im deutschsprachigen Raum besonders beliebt

Während die Einführungsrate agiler Testmethoden in diesem Gebiet dem weltweiten Durchschnitt in etwa entspricht, liegt die Nutzung von DevOps hier weit höher als global. 60 Prozent (weltweit 39 Prozent) der Befragten berichten, dass sie DevOps bei mehr als der Hälfte aller Entwicklungsprojekte anwenden. Damit einher gehen Investitionen in hybride zentralisierte Testing Center of Excellence (TCOE) – 45 Prozent der IT-Leiter geben an, über ein solches Instrument zu verfügen – sowie in Testautomatisierung. 32 Prozent der Testfälle laufen mittlerweile automatisiert ab, außerdem gewinnt die Sicherheit an Bedeutung. Security-Tests finden dabei vermehrt im Kontext des Internet der Dinge statt. Gängig sind Penetrationstests mit 54 Prozent (weltweit 43 Prozent) und Applikationssicherheitstests mit 58 Prozent (weltweit 50 Prozent). Zudem hoch im Kurs steht das Thema Offshoring, und zwar über alle Branchen hinweg. Was diesen Trend befeuere sei weniger der Kostendruck als die Suche nach qualifiziertem Fachpersonal, so die Autoren des Reports.

Künstliche Intelligenz für mehr Effizienz und niedrigere Kosten

Die Studie belegt, dass sich mittlerweile viele Unternehmen der künstlichen Intelligenz bedienen, um die Geschäftsabläufe effizienter zu gestalten und gleichzeitig Kosten zu senken. Die steigende Nutzung digitaler Technologien verschlingt große Teile des Budgets, was es Unternehmen zunehmend erschwert, Innovation und Kosten in Einklang zu bringen. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen (48 Prozent) gab an, an den gegensätzlichen Anforderungen unterschiedlicher Testumgebungen zu scheitern. Als Lösungsansatz rät der Report zu größeren Investitionen in erkenntnisgestützte Qualitätssicherung. So sollen Qualitätsprobleme identifiziert und vorausgesagt werden, noch bevor sie entstehen.

Agile und DevOps sind weltweit weiter auf Erfolgskurs

Um den Roll-Out neuer Produkte und Services weiter zu beschleunigen, setzen Unternehmen verstärkt auf agile Testing-Methoden und DevOps. Knapp die Hälfte aller Verantwortlichen (44 Prozent) bezieht Testing-Teams allerdings nur sehr widerwillig in die erste Planungsphase mit ein – obwohl das die Sicherheit des Unternehmens gefährden könnte. Grund dafür ist die Befürchtung, Releasezyklen könnten sich deswegen verzögern. Darüber hinaus erkennt der Report, dass die Schwierigkeiten mit der Implementierung von DevOps weit über den Punkt der Qualitätssicherung hinausreichen. Sollte es den Unternehmen nämlich nicht gelingen, Silostrukturen im Unternehmen aufzubrechen, laufen sie Gefahr, die Vorteile der Methode zu verspielen. Um die zusätzlichen Kosten der neuen Technologien auszugleichen, setzen 50 Prozent der befragten Unternehmen auf Predictive Analytics. Damit wollen sie so viele Testing-Schritte wie möglich automatisieren.

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