Andy Rubinson, Akamai: "Auslieferung über das Public Internet bietet eine sehr kosteneffektive Methode" Detail - Computerwelt

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05.11.2009 Rudolf Felser

Andy Rubinson, Akamai: "Auslieferung über das Public Internet bietet eine sehr kosteneffektive Methode"

Andy Rubinson von Akamai im Gespräch mit Computerwelt.at über die Bereitstellung von Virtual Desktops über das Public Internet.

Andy Rubinson, Senior Product Marketing Manager des Bereiches Application Acceleration bei Akamai Technologies, im Gespräch mit Computerwelt.at über die Bereitstellung von Virtual Desktops über das Public Internet und den darauf abzielenden Managed Internet-Service von Akamai.

Computerwelt.at: Herr Rubinson, virtualisierte Anwendungen und Desktops erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Welche Grenzen sind dieser Technologie hinsichtlich der Entfernung des einzelnen Users von den Servern, die ihm die Applikationen bzw. den Desktop zur Verfügung stellen, gesetzt? Andy Rubinson: Je weiter der Nutzer vom Server entfernt ist, desto größer sind Latenzzeiten und Packet Loss, was die Benutzerfreundlichkeit erheblich einschränkt, bis hin zur völligen Unbrauchbarkeit. Diese Auswirkungen lassen sich gut an unserer aktuellen Erhebungen nachvollziehen. Dort zeigt sich: Arbeiten Nutzer im asiatisch-pazifischen Raum mit einer Anwendung, deren Server in den USA steht, verringert sich der Datendurchsatz bei der Applikationsauslieferung um bis zu 90 Prozent. Diese schlechte Performance kann zu geringer Akzeptanz bei den Nutzern, Produktivitätseinbußen bis hin zu einem negativen ROI für die Virtualisierungsanstrengungen des Unternehmens führen.

Akamai adressiert diese Problematik mit einem Managed Internet-Service. Können Sie einen groben Überblick über diesen Service und seine Funktionsweise geben? Akamai IP Application Accelerator (IPA) nutzt das Akamai-Netzwerk, das aus über 50.000 Servern weltweit besteht. Diese werden durch intelligente Netzwerktechnologie so gesteuert, dass die Anfragen optimal durchs Internet gelenkt werden und die Menge der Anfragen auf die Server bestmöglich verteilt wird. Somit wird, gemessen an dem Standard-SLA (Anm.: Service Level Agreement) von Akamai, eine hundertprozentige Verfügbarkeit gesichert. Zudem setzt Akamai spezielle Techniken zur Performance-Optimierung ein, darunter Dynamic Mapping, Route Optimization oder Optimierungen des TCP-Protokolls. In Verbindung mit diesen Technologien zur Routen- und Verbindungsoptimierung ermöglicht das globale Netzwerk von Akamai Unternehmen, ihre Anwendungen weltweit in bester Performance und Verfügbarkeit bereitzustellen. Dazu benötigen sie weder Hardware noch Software oder Code-Änderungen an ihren Anwendungen und dies erfordert auch keine Änderungen auf Seiten der Endnutzer. Wir haben unsere Hardware bei allen wichtigen ISPs weltweit, daher ist für unsere Kunden kein Ausbau ihrer Infrastruktur nötig.

Welche Virtualisierungs-Technologien werden von Akamai unterstützt? Die Services von Akamai funktionieren anbieterunabhängig. Somit sind wir in der Lage, den Durchsatz zu verbessern, ganz egal, ob unsere Kunden Produkte von Citrix, Microsoft, VMWare oder andere Virtualisierungstechnologien verwenden.

Was sind die Vorteile Ihres Angebotes gegenüber einem eigenen WAN? Akamai nutzt das ganz normale Internet, um Anwender überall und zu jeder Zeit mit den benötigten Anwendungen zu versorgen. Die User erleben dabei ein Arbeitsumfeld, das einem privaten WAN gleichkommt. Dem Nutzer steht ein hochperformanter Virtual Desktop zur Verfügung, egal ob er sich im Büro oder woanders befindet. Unser Angebot adressiert die Herausforderungen, die mit der Bereitstellung einer Virtual Desktop-Infrastruktur (VDI) für eine weltweite Nutzerbasis innerhalb eines Unternehmensnetzwerks verbunden sind; sowohl was die Kostenseite als auch die technischen Herausforderungen angeht. Es besteht auch die Möglichkeit, diese Technologie als Cloud-basiertes Modell bereitzustellen, bei dem Nutzer über die Internetwolke eines Service Providers auf ihren Desktop zugreifen.

Gibt es dennoch Ihrer Meinung nach Gründe, die dafür sprechen, in ein eigenes WAN zu investieren? Wir sehen oft ein hybrides Modell, in dem das Private WAN und das Public Internet in einer umfassenden Strategie zur Auslieferung von Applikationen kombiniert werden. Beide Methoden haben ihre Vorteile, je nachdem, welche Anforderungen an den Service gestellt werden bzw. wie die Nutzer geografisch verteilt sind. Die Auslieferung über das Public Internet bietet eine sehr kosteneffektive Methode, wenn man eine große Anzahl an Nutzern bedienen oder eine umfangreiche Nutzerbasis versorgen möchte, die nicht in einer der Hauptniederlassungen des Unternehmens arbeiten. Der Zugang über Private WANs, die IP-VPN-Technologien einsetzen, ist heute für große Niederlassungen üblich und daran wird sich so schnell auch nichts ändern.

Was muss der Kunde für die Implementierung Ihres Services tun? Die Managed Services von Akamai können innerhalb weniger Wochen in Anspruch genommen werden, ohne dass zusätzliche Hardware, Software oder Code-Änderungen notwendig sind. Das Professional Services Team von Akamai konfiguriert die notwendigen Plattformeinstellungen für die optimale Auslieferung – und das ist dann auch schon alles.

Lässt sich der Managed Internet Service von Akamai mit eventuell bereits vorhandenen Akamai-Services des Kunden kombinieren bzw. beeinflussen sich diese Services gegenseitig? Ja, Akamai unterstützt Kunden darin, ihre Websites, Geschäftsanwendungen und Media Streams schnell und zuverlässig auszuliefern. Alle unsere Services können gemeinsam über die Akamai-Plattform genutzt werden. Es besteht dabei die Möglichkeit, jederzeit neue Websites, Applikationen und Video Streams ganz nach Bedarf hinzuzufügen.

Wie wird die Akamai-Dienstleistung abgerechnet? Die Virtualisierungskunden von Akamai entrichten im Normalfall eine monatliche Gebühr, die sich nach der Zahl der gleichzeitigen Nutzer berechnet.

Gibt es bestimmte Grenzen, ab denen sich der Service für Anwenderunternehmen erst auszahlt – beispielsweise eine gewisse Anzahl von Nutzern oder deren geografische Verteilung? Die Kosten für die Services von Akamai lassen sich schnell rechtfertigen. Der ROI variiert dabei aufgrund verschiedener Faktoren. Unserer Ansicht nach liegt der größte Nutzen in der höheren Produktivität der Desktop-User, was die erzielten Einsparungen im Bereich der IT-Infrastruktur überwiegt. In den meisten Fällen decken die Einsparungen in der Netzwerk-Infrastruktur die Ausgaben für den Managed Service von Akamai.

Können Sie Kunden nennen, die Ihren Managed Internet-Service bereits einsetzen? Synteract nutzt unseren IPA-Service, um seine Citrix XenApp-Lösung zu beschleunigen. Die Performance konnte erheblich verbessert werden, so dass das Customer Support Team nun diesbezüglich 90 Prozent weniger Anrufe erhält. Gleichzeitig konnte das Unternehmen den Ausbau mehrerer Rechenzentren umgehen, der alleine schon jeweils 100.000 US-Dollar pro Zentrum gekostet hätte, wobei die Betriebskosten noch nicht mitgerechnet sind.

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