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04.12.2009 Moritz Jäger*

Die richtigen Netzwerk-Komponenten fürs Büro-Umfeld

Ohne funktionsfähiges Netzwerk ist ein modernes Büro in einem Unternehmen kaum noch vorstellbar. Wir fassen zusammen, was Sie beim Kauf neuer LAN- oder WLAN-Netzwerk-Komponenten beachten müssen.

Netzwerke sind die Lebensadern moderner Unternehmen - nahezu keine Firma kann es sich leisten, die eingesetzten Computer nicht zu vernetzen. In den letzten Jahren stieg der Traffic kontinuierlich an, immer mehr lokale Dienste wandern entweder auf den Server oder gleich in die Cloud. Es liegt also nahe, dass eine veraltete Netzwerkinfrastruktur nicht nur ein Ärgernis ist, sondern vielleicht auch einen negativen Einfluss auf die Arbeitsleistung haben kann.

Der Aufbau eines Ethernet-LAN unterliegt einer ganzen Reihe von Regeln. So darf man nicht beliebig lange Kabel verwenden oder beliebig viele Hubs hintereinander schalten (kaskadieren). Eine immer noch sehr häufige Ursache für Netzwerkprobleme ist die Verletzung einer dieser Regeln. Aber auch eine ungünstig gewählte Netzwerkstruktur kann das Netzwerk unnötig belasten. Mit etwas Wissen über den Aufbau von Ethernet und Netzwerken, über die Grundidee des ISO /OSI-Schichtenmodells und über die relevanten Netzwerkprotokolle lassen sich viele Probleme schon im Vorfeld vermeiden.

In diesem Beitrag stellen wir Ihnen das wichtigste Netzwerkwissen zusammen. Wir beschäftigen uns dabei mit dem vier Themenfeldern LAN, WLAN, Sicherheit und Verwaltung. In allen vier Bereichen besprechen wir den aktuellen Stand der Technik und geben Ihnen hilfreiches Wissen, um Ihnen bei der Planung und Kaufentscheidung zu helfen.

LAN - GERNE MIT GIGABIT Kabelgebundene LAN-Umgebungen machen noch immer den größten Anteil der Netzwerkinfrastrukturen aus. Kein Wunder, schließlich sind die Kupferleitungen relativ günstig, gegen Einflüssen von außen abgeschirmt und bieten eine gleichbleibende Übertragungsgeschwindigkeit. Im LAN-Bereich gab es in den letzten Jahren wenig wirklich überragende Innovationen.

Im normalen Büroumfeld sind 100 Mbit/s vom Router oder Switch bis zum Arbeitsplatz mittlerweile der Standard - werden aber nur in den seltensten Fällen wirklich komplett genutzt. Die normale Büroarbeit, selbst wenn alle Daten zentral auf einem Server liegen und dort bearbeitet werden, benötigt nur einen Bruchteil des zur Verfügung stehenden Durchsatzes. Anders sieht es dagegen aus, wenn Ihr Netzwerk regelmäßig große Datenpakete transportieren muss, etwa Video- und Bildmaterial. Dann lohnt es sich durchaus, die einzelnen Arbeitsstationen mit Gigabit-Anschlüssen und entsprechender Hardware auszustatten.

Bei der Anschaffung neuer Netzwerkkomponenten sollten Sie genau wissen, welchen Belastungen Ihr LAN ausgesetzt ist, und wie die Planung für die Zukunft aussieht. Außerdem lohnt es sich nahezu in jedem Fall, die Server untereinander per Gigabit oder Fiberchannel zu verbinden, besonders wenn Sie eine eigene, dedizierte SAN- oder NAS-Umgebung betreiben. Ein weiterer Grund, langfristig auf Gigabit-Verbindungen zu setzen, sind virtuelle Desktops, bei denen die Nutzer auf ihr PC-Image von einem zentralen Server beziehen.

Mittlerweile vollziehen immer mehr Netzwerkausstatter den Wechsel auf Gigabit, mittelfristig wird die Zahl der Fast Ethernet Komponenten weiter abnehmen. Dank der Abwärtskompatibilität müssen Sie sich hier allerdings die wenigsten Gedanken machen, selbst ein 10 Gbit/s-Switch kann mit einem 10 Mbit/s-Endgerät zusammenarbeiten. Allerdings sollten Sie nicht bei der Unterstützung für IPv6 sparen. Das Protokoll ist zwar noch nicht flächendecken ausgerollt, breitet sich aber langsam immer weiter aus.

WLAN - BEI 802.11N NOCH ABWARTEN Der vielleicht größte technische Durchbruch im WLAN-Bereich war die offizielle Ratifizierung des Standards 802.11n. Mehr als drei Jahre lang wurde an dem neuen Standard gefeilt, nun wurde der letzte Draft zur finalen Lösung erklärt. 802.11n verspricht neben einem satten Geschwindigkeitszuwachs, bis zu 600 Mbit/s sind theoretisch möglich, auch eine bessere Abdeckung. Möglich wird das durch den Einsatz mehrere Antennen und den Einsatz des MIMO-Verfahrens. Zum Vergleich, der aktuelle Standard 802.11g erlaubte maximale Geschwindigkeiten von 54 Mbit/s.

Zwar wird auch bei 802.11n ein Großteil der Geschwindigkeit von Protokollen und dem allgemeinen Overhead aufgefressen, dennoch ist WLAN damit auf dem Weg, eine gute Alternative zu kabelgebunden WLAN zu werden. Derzeit kann es allerdings noch Probleme mit der Zusammenarbeit bereits verkaufter WLAN-Geräte nach dem Draft-N-Standard und der finalen Version geben. Denn die bisher verkauften Geräte sind zwar von einem Interessensgremium zertifiziert, allerdings ist nicht gesagt, dass die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Herstellern problemlos klappt.

Planen Sie die Anschaffung neuer WLAN-Komponenten, sollten Sie wenn möglich noch warten, bis Ihr Hersteller die aktuellsten Spezifikationen umgesetzt hat. Mehrere Anbieter haben zwar zugesichert, dass es für bereits gekaufte Komponenten ein Firmware-Upgrade geben wird, auf genau Termine legt sich aber kein Hersteller fest.

Weniger Sorgen müssen sich dagegen Nutzer von Geräten nach 802.11b oder 802.11g machen. Diese sind weiterhin grundsätzlich mit dem neuen Standard kompatibel. Für Netze nach 802.11a gibt es einen Kompatibilitätsmodus, so dass beide Standards gleichzeitig betrieben werden können.

VERWALTUNG UND SICHERHEIT Mit der steigenden Anzahl von Netzwerkkomponenten wird die Verwaltung besonders für Firmen immer wichtiger. Problematisch ist allerdings, dass es für die Verwaltung keinen übergreifenden Standard gibt. Allerdings kann man normalweise zumindest die Log-Dateien auslesen und zentral auswerten. Damit verschafft man sich einen deutlichen besseren Überblick, als wenn man nur einzelne Netzwerkkomponenten im Blick hat. So kommen Sie Fehlern und Engstellen im LAN schnell auf die Schliche.

Beim Thema Sicherheit sind die Themen VLAN, Multi-SSID und NAC mit die wichtigsten Grundpfeiler moderner Netzwerke. VLAN bietet die Virtualisierung von LANs. Der Vorteil ist, dass zwar alle Nutzer auf die gleiche Infrastruktur zugreifen können, aber die verschiedenen Abteilungen untereinander strikt getrennt sind. Dadurch verhindern Sie nicht nur, dass Unbefugte sensible Dateien sehen, sondern können beispielsweise unter Umständen auch Virenausbrüche auf einzelne Abteilungen eindämmen. Ein ähnliches Konzept, allerdings für WLAN, bietet Multi-SSID. Damit können Sie mehrere WLAN-Zugangspunkte einem einzelnen Access Point zuweisen, beispielsweise kann man so ein WLAN-Zugang für Gäste erstellen und von dem Firmen-WLAN trennen.

Die dritte wichtige Komponente ist Network Access Control, kurz NAC. Diese Technologie sorgt dafür, dass nur Geräte Zugang zum LAN erhalten, die bestimmte Anforderungen erfüllen. So können Sie beispielsweise festlegen, dass bestimmte Patches eingespielt und das Anti-Viren-Programm alle aktuellen Signaturen eingespielt haben.

* Der Autor ist Redakteur des deutschen TecChannel.

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