Das Internet als internationale Geschäftsplattform Teil 3 Detail - Computerwelt

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22.12.2009 Tim Knudsen*/Rudolf Felser

Das Internet als internationale Geschäftsplattform Teil 3

Kunden, Partner und Angestellte sind im Allgemeinen weit verstreut. Die Antwortzeit verschlechtert sich für den Endanwender, je weiter dieser von der Webapplikation entfernt ist. Doch es kann Abhilfe geschaffen werden.

In Teil 2 dieser Serie wurde dargelegt, wie sich die Verschlüsselung über HTTPS-Verbindungen mit der nötigen Flexibilität im weiten Feld der Implementierungsmöglichkeiten auf breiter Front bewährt hat, wenn es um die sichere Bereitstellung von Unternehmensanwendungen geht. Vor diesem Hintergrund wurde untersucht, wie mit einer Cloud-basierenden Infrastruktur die Sicherheit für Applikationen über einen HTTPS-Zugang erhöht und damit eine redundante Perimetersicherheit für Unternehmensanwendungen geschaffen werden kann.

Kunden, Partner und Angestellte sind im Allgemeinen weit verstreut. Die Antwortzeit verschlechtert sich für den Endanwender, je weiter dieser von der Webapplikation entfernt ist. Tatsächlich kann die Antwortzeit von Webanwendungen für Internetnutzer, die sich in weiter Entfernung zum Server befinden, bis zu zehn Mal höher sein als für diejenigen, die näher dran sind. Dies führt entweder zu einem schlechten Anwendererlebnis oder macht die Applikation für eine globale Zielgruppe sogar völlig unbrauchbar.

Doch ohne eine schnelle und zuverlässige Performance greifen die Geschäftsvorteile und potenziellen Einsparungen bei den Betriebskosten nicht, da die Anwender die webbasierenden Applikation nicht für ihre tägliche Arbeit nutzen. Mit anderen Worten: Die Verbindung von Sicherheit und Performance ist eine unabdingbare Voraussetzung für die erfolgreiche Auslieferung von Webanwendungen auf breiter Basis.

Der Grund für die Performanceverschlechterung liegt darin, dass die Internetprotokolle – das Border Gateway Protocol (BGP), das Transmission Control Protocol (TCP) und das Hypertext Transfer Protocol (HTTP) - nicht geeignet sind, eine optimale Performance und Skalierung sicherzustellen, was sich mit zunehmender Entfernung immer deutlicher zeigt. Diese Engpässe werden oftmals auch als "Middle Mile Bottlenecks" bezeichnet, da sie in der "Middle Mile" der Internet Cloud zwischen dem Webbrowser des Endanwenders und der Webapplikation anzusiedeln sind.

Folgende Ansätze zur Verbesserung der Anwendungsauslieferung werden bisher verfolgt:

  • Ausbau des Rechenzentrums
  • Application Delivery Appliances
  • Traditionelle Content Delivery Network (CDN) Services
  • Application Delivery Network (ADN) Services

DER ÜBLICHE ANSATZ Der übliche Ansatz, schlechte Performance bei Webapplikationen zu vermeiden, ist der Ausbau von größeren und mehr Rechenzentren, um somit den Umfang an Servern und Bandbreite zu erhöhen und die Nachfrage besser bedienen zu können. Anwendungen und Inhalte werden dabei näher an räumlich weit verteilte Endanwender herangebracht. So könnten Unternehmen beispielsweise ein Rechenzentrum an jeder US-Küste sowie jeweils eines für die EMEA- bzw. für die Asia-Pacific-Region errichten.

Allerdings sind mit dieser Brachialmethode mehrere Probleme verbunden. Erstens ist ein Ausbau der Infrastruktur zum Abfedern von Trafficspitzen kostenintensiv. Zudem wird es immer Phasen geben, in denen diese Infrastruktur nicht oder nicht erschöpfend genutzt wird und dadurch das Unternehmen als brachliegendes Kapital belastet. Zwar können zusätzliche Rechenzentren die Middle Mile-Engpässe für Nutzer in der Nähe des Rechenzentrums beheben, andererseits erfordert dies eine Datenreproduktion und -synchronisierung, was wiederum zusätzliche Kosten, mehr Komplexität und höhere Compliance-Risiken mit sich bringt. Dieser Lösungsansatz steht in starkem Kontrast zum gegenwärtigen Trend zur Serverkonsolidierung; darüber hinaus ist der Ausbau von Rechenzentren meist kein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Inzwischen wurden spezielle Appliances entwickelt, um den Unzulänglichkeiten ausgebauter Rechenzentren zu begegnen, die Skalierbarkeit zu erhöhen und die Anwendungsauslieferung zu optimieren. Application Delivery Controllers (ADC) ermöglichen ein L4 bis L7-Switching und bieten Funktionen wie Local Load Balancing, SSL Offload und Kompression. Dabei handelt es sich um zentrale Lösungen, da sie im Rechenzentrum des Unternehmens direkt vor den Webserver geschaltet und nicht in der Internet Cloud angesiedelt sind. Die Auswirkungen eines Application Delivery Controller sind auf das Rechenzentrum begrenzt, er kann keine bi-nodale Optimierung durch die Positionierung von Prozessintelligenz oder Services in der Nähe des Endnutzers leisten. Somit sind die Möglichkeiten Middle Mile-Engpässe auszugleichen begrenzt, was zu suboptimalen RTT (Round Trip Time) und RTT-Multiplikatoren führt.

Traditionelle CDNs sind in der Lage, statischen Content näher am Endnutzer zwischenzuspeichern und setzen dafür gewöhnlich eine zentralisierte Architektur mit einer geringen Anzahl an Serverlocations ein. Diese CDNs adressieren nicht die grundlegenden Middle Mile-Engpässe, die in Verbindung mit dynamischen, webfähigen Unternehmensanwendungen auftauchen. Somit sind sie keine Hilfe bei Anwendungen, die z.B. von SAP, Oracle oder Outlook Web Access angeboten werden, da diese über wenig bis gar keinen cachefähigen, statischen Content verfügen.

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