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11.02.2010 Daniel Behrens*

5-Ghz-Trick: So machen Sie Ihr WLAN schnell & störungsfrei

Viele WLAN-Nutzer klagen über Aussetzer und geringe Übertragungsraten. Warum das so ist und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

WLAN-Verbindungsabbrüche und Schwankungen der Verbindungsraten sind in dicht besiedelten Gebieten keine Seltenheit. Beim Surfen oder bei Downloads sind kurze Aussetzer eventuell noch hinnehmbar. Wer aber Videos in hoher Qualität und Datenrate anschaut, wird mit jedem Hakler aus dem Geschehen geworfen.

Problem: Immer mehr WLAN-Router in der Nachbarschaft Häufigste Ursache für das Problem: Die lieben Nachbarn. Je mehr von ihnen Breitband-Anschlüsse mit WLAN-Router benutzen, desto enger wird es im Frequenzbereich, der für private Funknetze zur Verfügung steht. Machen Sie einmal den Test: Öffnen Sie die Funknetzübersicht von Windows oder von dem Tool, das Ihrem USB-WLAN-Adapter beiliegt. Wenn hier mehr als vier oder fünf fremde WLANs aufgelistet werden, ist der Engpass unvermeidbar.

WLANs konkurrieren um Sendezeit Dass mehrere WLANs überhaupt nebeneinander funktionieren, obwohl sie den gleichen Frequenzbereich nutzen, verdanken sie speziellen Funktionen im Übertragungsprotokoll. Alle Daten werden in kleine Pakete zerlegt und Stück für Stück übertragen. Zwischen jedem Paket macht der Sender eine kurze Pause im Millisekundenbereich und prüft, ob die Frequenz frei ist, oder ob gerade ein anderes WLAN senden will. Legen mehrere Sender gleichzeitig los, kommt es zu einer Kollision - das entsprechende Paket muss von jeder Station erneut verschickt werden. Damit beim zweiten Mal nicht wieder alle gleichzeitig loslegen, wartet jeder eine zufällig errechnete Zeitspanne lang (Back-off-Mechanismus; back off = sich zurückhalten).

Zu wenig Kanäle im 2,4-GHz-Frequenzband Je mehr WLANs in der Umgebung gerade Daten übertragen, desto häufiger kommt es zu Kollisionen und desto stärker sinkt die Datenrate. Begrenzt wird das Problem nur dadurch, dass es 13 nutzbare Kanäle gibt, zwischen denen ein Router wechseln kann. Da sich aber jeweils 4 davon in ihren Frequenzbereichen überlappen, gibt es in der Praxis nur drei, die sich völlig störungsfrei nebeneinander nutzen lassen. Hinzu kommt, dass nicht jeder Router den automatischen Kanalwechsel beherrscht und der Anwender manuell in die Konfiguration eingreifen muss. In dicht besiedelten Gebieten ist aber auch das keine Lösung, da hier häufig die Router schon auf alle verfügbaren Kanäle verteilt sind. Aber es gibt einen Ausweg...

SCHNELLES WLAN ÜBER 5 GHZ-FREQUENZBAND Die Lösung für langsame WLAN-Datenraten und Verbindungsabbrüche ist erstaunlich einfach, aber trotzdem weitgehend unbekannt. Sie lautet: Das Frequenzband wechseln. Ein paar Dinge müssen Sie zwar schon beachten - und eventuell ist neue Hardware nötig. Aber das ist auch schon alles. Im Folgenden erfahren Sie alle Hintergründe.

Das 5-GHz-Band: Viele Vorteile WLAN-Router werden normalerweise im Standard 802.11b oder 802.11g betrieben. Diese erlauben nur den Betrieb im Frequenzband 2,4 GHz. Wie auf der ersten Seite beschrieben, gibt es hier nur drei Kanäle, die sich störungsfrei parallel für WLAN nutzen lassen. Was viele nicht wissen: Auch im 5-GHz-Band sind Frequenzen für den WLAN-Betrieb zugelassen. Die weitgehende Unbekanntheit hat den positiven Effekt, dass bislang nur wenige die Frequenzen nutzen. Da das zur Verfügung stehende Frequenzband außerdem in 19 überlappungsfreien Kanälen organisiert ist, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie - zumindest momentan - einen Kanal ganz für sich allein haben.

802.11a war der 5-GHz-Anfang Die erste Spezifikation, die das 5-GHz-Band nutzte, war 802.11a. Obwohl es schon seit 2001 Geräte mit 802.11a-Unterstützung gibt, haben sie sich nicht gegen 802.11b und g durchsetzen können, insbesondere wegen der höheren Produktionskosten. Inzwischen hat sich aber einiges getan. Grund dafür ist der neue Standard 802.11n, der nicht nur Übertragungsraten von theoretisch 300 MBit/s ermöglicht, sondern sowohl auf dem 2,4 GHz- als auch auf dem 5-GHz-Band betrieben werden kann. Aber aufgepasst: Zwar unterstützt fast jeder WLAN-Router, der seit 2009 auf dem Markt ist, den n-Standard. Allerdings kann nicht jeder auch auf 5 GHz funken. Und wenn er es kann, heißt das noch nicht, dass er das 2,4-GHz- und 5-GHz-Band gleichzeitig bedienen kann.

Beste Lösung: Parallel-Band-Router Bei Routern, die beide Frequenzbänder gleichzeitig unterstützen (Parallel-Band), ist keine weitere Konfiguration nötig. Bei Geräten, die nur Entweder-Oder können, ist in der Regel 2,4 GHz werksseitig eingestellt. In dem Fall konsultieren Sie die Bedienungsanleitung, um herauszufinden, wie die Frequenz-Umstellung funktioniert. Beachten Sie, dass nach der Änderung Geräte, die nur den 802.11b- und g-Standard unterstützen, keine Verbindung mehr zum WLAN aufnehmen können. Dies betrifft zum Beispiel viele WLAN-taugliche Smartphones, Internet-Radio-Empfänger und ähnliche Geräte. Falls Sie davon betroffen sind, sollten Sie in Erwägung ziehen, einen Router zu kaufen, der beide Frequenzbänder gleichzeitig unterstützt. Ihre WLAN-Gadgets laufen dann zwar weiterhin über das überfüllte 2,4-GHz-Band. Mit dem Notebook surfen Sie aber störungsfrei und mit Höchstgeschwindigkeit über 5 GHz.

Alternative: Neuen Router hinter vorhandenen hängen Es gibt leider so gut wie keine Parallel-Band-Router mit integriertem DSL-Modem. Sie können aber den neuen Router über ein Netzwerkkabel hinter den vorhandenen hängen. Dazu verbinden Sie den LAN-Anschluss des alten mit dem WAN-Anschluss des neuen Geräts. Sollte es Probleme geben, empfiehlt es sich, die automatische IP-Adresszuteilung "DHCP" im neuen Gerät auszuschalten und diese Aufgabe dem alten Router zu überlassen.

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