Glasfaser: Auf OM3 folgt OM4 Detail - Computerwelt

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28.11.2010 KSI/Rudolf Felser

Glasfaser: Auf OM3 folgt OM4

Im Gegensatz zu Österreich ist der deutsche Markt schon 2009 massiv in die OM3-Technologie eingestiegen. Jetzt beginnt die gerade erst genormte Nachfolgetechnologie OM4 den Vorgänger zu überholen.

Es handelt sich um die am häufigsten verwendeten Multimode-Glasfasern, die im LAN-Bereich eingesetzt werden. Dort hat sich die früher oft geäußerte Meinung – "Glasfaser und du hast nie Probleme" – nicht bewahrheitet.

Mit den immer größer werdenden Datenraten kamen die "alten" Fasern plötzlich nicht mehr mit. Das Bandbreiten/Längen-Produkt spielt eine immer größere Rolle. Die maximal nutzbare Bandbreite ist umgekehrt proportional zur Entfernung, die überbrückt werden kann. Klartext: Es sind immer größere Datenmengen auf immer größeren Distanzen gefragt.

Nicht unwesentlich ist natürlich dabei auch der Preis. War OM3 "nur etwas" teurer als OM2, so setzt sich die OM4-Technologie mehr ab. Dafür ist sie aber in der Lage, deutlich mehr zu leisten. Der aktuelle "Stand der Technik" mit einer Übertragungsrate von 10 Gigabit/sek ist in einigen Anwendungsfällen schon nicht mehr ausreichend.

Denkt man nun in die Zukunft und an die Weiterentwicklung des Bandbreitenbedarfes für die nächsten zehn bis 15 Jahre, so denkt man sehr schnell an 40 Gb/s oder gar 100 Gb/s und an die neue OM4-Faser. Bei 40 Gigabit-Anwendungen erzielt die neue Faser die dreiache Reichweite. Das kann massiv Geld sparen. Das fest verlegte Kabel soll außerdem lange seine Dienste tun. Sonst wird es sehr unangenehm und teuer. Eine Entscheidungshilfe bietet die folgende Tabelle.

LWL-Klasse, Typ

100Base-SX

1000Base-SX

10G Base-SR

40GBase-SR4

OM1 62.5µm (200x600MHzkm)

300m

275m

33m

-

OM2 50µm (600x1200MHzkm)

300m

550m

86m

-

OM3 50µm (10G / 300m)

300m

900m

300m

100m

OM4 50µm (10G / 550m)

300m

1.100m

550m

300m

Flexibler ist man bei den Patchkabeln. Diese können beliebig, je nach dem gewünschten Anwendungsfall, angepasst werden. Selbst fünf Meter lange OM2-Patchkabel können das System nicht nennenswert beeinflussen. Dieser Anschluss senkt die Performance allerdings ab. Aber Hauptsache die Basisverkabelung ist auf dem Letztstand, wobei bei Verlegekabel immer öfter auf "Breakout-Kabel" zurückgegriffen wird.

Ermittelt werden müssen: Der Einsatz-Bereich, wie viele Fasern (inklusive Reservefasern) man braucht, die Gesamtlänge und der Steckverbinder-Typ. Etwaige Überlängen werden (als Faserreserve) im Verteiler zusammengerollt. Die Kabelenden, mit den Steckern, werden durch eine "Einzugshilfe" geschützt. (pi/rnf)

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