"Wir machen Cloud-Services performant" "Wir machen Cloud-Services performant" - Computerwelt

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21.02.2013 :: Printausgabe 04/2013 :: Oliver Weiss

"Wir machen Cloud-Services performant"

Für Riverbed ist die Cloud der einzige Weg, mit dem Unternehmen der Zwickmühle entkommen können, steigende Business-Anforderungen mit immer weniger Budget für IT-Infrastruktur erfüllen zu müssen. Christian Lorentz, Senior Product Marketing Manager und Andreas Senn, Regional Director Austria & Eastern Europe, im Interview.

Andreas Senn, Riverbed

Andreas Senn, Riverbed

© Riverbed

Der auf WAN-Optimierung und Netzwerk Performance Management spezialisierte IT-Anbieter Riverbed liegt mit seinen Produkten offensichtlich genau am Puls der Zeit. Die Mitarbeiterzahl ist von rund 850 Mitarbeitern im Jahr 2009 auf derzeit 2.600 angewachsen – der Umsatz hat sich im gleichen Zeitraum von 350 auf 837 Millionen Dollar mehr als verdoppelt. Im COMPUTERWELT-Interview erklären Christian Lorentz, Senior Product Marketing Manager und Andreas Senn, Regional Director Austria & Eastern Europe, wie sie Unternehmen dabei unterstützen, dem Kostendruck auf IT-Infrastrukturseite gerecht zu werden.

Was sind aus Sicht von Riverbed derzeit die heißen IT-Themen?
Andreas Senn: Kosten reduzieren. Das steht bei jedem Termin ganz oben auf der Agenda. Wir beschäftigen uns ja stark mit der Infrastrukturseite und wir merken, dass die Unternehmen darauf schauen, die Infrastruktur so effizient und flexibel wie möglich zu gestalten. Das ist eine Riesenchallenge für die IT, da auf der anderen Seite die Anforderungen, die vom Business kommen, immer mehr steigen und der Druck vom Business in Richtung IT, rasch auf Anforderungen des Marktes reagieren zu können, immer größer wird. Da steckt die IT in einer Zwickmühle zwischen Anforderungen und Kostendruck.

Wie wirkt sich dieser Kostendruck auf die IT-Infrastrukturen aus?
Es wird eifrig zentralisiert, konsolidiert und virtualisiert. Bei der Konsolidierung im Datacenter-Bereich sind viele Firmen daher schon sehr weit. Die nächste Herausforderung ist nun, diese Konsolidierung auch draußen in den Zweigstellen voranzutreiben. Fast drei Viertel unserer Kunden betreiben außerhalb ihrer Datacenter in verschiedenen Niederlassungen Server und haben dort auch nach wie vor Daten liegen – und diese Server und Daten wollen sie nun auch in ihre Rechenzentren verlagern. Einerseits um effizienter zu werden: Je mehr ich im Rechenzentrum habe, desto mehr kann ich natürlich mit meiner Virtualisierung spielen und wenn ich Daten in den Aussenstellen liegen habe, muss ich mich extra um das Management kümmern, um das Backup, ich muss die Daten absichern. Das ist mit sehr viel Aufwand verbunden und schlägt sich mit dem Wunsch, Kosten zu reduzieren und effizienter zu werden, da ja diese Dinge im Rechenzentrum schon laufen. Auf der anderen Seite erreicht man natürlich, wenn alle Daten zentral gespeichert werden, ein ganz großes Plus an Datensicherheit. Das Ziel ist hundert Prozent Zentralisierung, da eine Private Cloud der einzige Weg ist, um dem angesprochenen Kostendruck gerecht werden zu können. Und es ist auch sinnvoll, wenn man in späterer Folge weiter Richtung Cloud gehen will.

Wie hilft Riverbed dabei, die Kosten zu reduzieren?
Für das Thema Datenzentralisierung haben wir letztes Jahr ein Produkt namens Granite vorgestellt. Das kann man sich wie einen Staubsauger vorstellen, der draußen in den ganzen Aussenstellen die Daten aufsaugt und im Datacenter abliefert, aber dann die Möglichkeit bietet, die Daten auch wieder draußen zur Verfügung zu stellen. Wenn ich Anwendungen habe, die lokalen Storage brauchen, dann kann ich den in die Aussenstellen projizieren, sodass die Anwendungen hochperformant laufen und die Anwender nicht gestört werden. Trotzdem liegen die Daten zentral im Datacenter und können damit deutlich einfacher verwaltet, abgesichert und provisioniert werden.

Dafür steigen dann aber die Anforderungen an das Netzwerk.
Wenn ich die Daten ins Rechenzentrum hole, muss ich natürlich darauf achten, dass die User die gleiche Performance ­bekommen. Es gibt im Rahmen von ­Zentralisierung nichts Schlimmeres als Performanceverlust. Dann hab ich zwar vielleicht Geld gespart, aber die Anwender draußen können nicht mehr vernünftig arbeiten, weil alles langsam ist. Da unterstützen wir it unserer Cascade-Lösung im Bereich Netzwerk Performance ­Management und gehen auch Richtung Application Performance Management. Da kann man sich dann im Detail anschauen, wie beispielsweise das SAP-System bei den Usern in Amerika oder am Standort Shanghai funktioniert und kann das bis auf einzelne Anwender herunterbrechen.

Die Cloud ist Ihrer Ansicht nach der einzige Weg, dem Kostendruck gerecht zu werden. Wie sehen das Ihre Kunden?
Christian Lorentz:
2012 war das Jahr der Evaluierung, würde ich sagen. 2013 sehen wir schon wesentlich mehr Rollouts – die Cloud wird eingesetzt. Dieser Trend wird sich 2014 noch verstärken.

Was spricht aus Kundensicht gegen die Cloud?
Zum einen Sicherheitsbedenken und auf der anderen Seite zweifeln viele an der Performance: Funktioniert eine Applikation, die aus der Cloud kommt, genauso performant wie im eigenen Datacenter?

Welche Probleme gibt es im Bezug auf die Performance von Applikationen?
Bandbreite und Latenzzeit. Wenn ein Service aus der Cloud kommt, dann ist es nicht wie ein Service, das über das eigene Unternehmensnetzwerk läuft. Man benutzt eine öffentliche Infrastruktur, das Internet, die man nicht so gut kontrollieren kann, wie ein MPLS-Netzwerk. Die meisten Unternehmensnetzwerke sind MPLS-Netzwerke und dazu gibt es SLA mit einer Telekom Austria oder einer Deutschen Telekom. Da kaufen Sie eine 4-Mbit-Leitung zwischen dem Datacenter und den Aussenstellen. So etwas bekommen sie im Internet nicht. In der Cloud benutzen Sie die normale Internetleitung und da schwankt die Performance. Manchmal ist sie gut und manchmal ist sie weniger gut. Dazu kommen die Latenzzeiten, die im Internet höher sind und auch das hat Auswirkungen auf die Performance.

Das heißt, die Bedenken der Anwender bezüglich Performance in der Public Cloud sind berechtigt?
Ja, und genau an diesem Punkt kommt Riverbed ins Spiel. Wir bieten in Partnerschaft mit Akamai Lösungen an, um die bekanntesten und meistgenutzten Cloud-Services schneller zu machen. Das ist kein Produkt, sondern ein Dienst, der über unsere Steelhead-Technologie läuft, und den Kunden verwenden können, um ein SaaS-Service zu beschleunigen.

Egal welche Applikation?
Derzeit bieten wir dieses Service für Office 365, Google Apps und Salesforce an. Wir planen, dieses Angebot im Laufe des Jahres 2013 zu erweitern und führen deshalb gerade eine Befragung durch, was unsere Kunden da noch für Cloud-Services beschleunigen wollen.

Welche Rolle spielt Riverbed beim Umgang mit Big Data?
Große Unternehmen mit vielen Stand­orten brauchen manchmal für eine bestimmte Entscheidung alle Daten an einem Standort. Mit unserer WAN-Optimierung können wir den Austausch von großen Datenmengen beschleunigen, wenn die Daten verteilt gespeichert sind. Für ein kleineres Unternehmen mit nur einem Rechenzentrum hat Riverbed dann vielleicht nicht eine so große Bedeutung. Für globale Unternehmen mit verteilten Datacentern ist das aber hochinteressant. Gerade beim Thema Zentralisierung ist es ja sehr wichtig, dass die Daten zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind.

Das Gespräch führte Oliver Weiss.

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