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20.02.2012 apa/Christof Baumgartner

Playstation Vita gegen Super Mario und Smartphones

Sony geht dieser Tage eine spannende Wette ein. In einer Zeit, in der Smartphones und Tablet-Computer mit Vielseitigkeit punkten, bringt der Elektronik-Riese mit der Playstation Vita eine mobile Konsole auf den Markt, die ein beeindruckendes Spielerlebnis bietet - aber nicht viel mehr.

Sony setzt darauf, dass die Spieler nicht auf dem Touchscreen ihres Mobiltelefons herumdrücken wollen, sondern mindestens 250 Euro für ein Extra-Gerät ausgeben. Und dann ist da noch ein Konkurrent namens Nintendo. Die Vita, in Japan bereits auf dem Markt, bekommt von den Testern durchweg gute Noten: brillanter Bildschirm, innovative Steuerung, gutes Spieleangebot, dazu ein ordentlicher Akku. Punktabzug gibt es nur für die mäßigen Kameras.

Allerdings ist die Konkurrenz groß. Zum einen ist da der ewige Rivale Nintendo: Der hat bereits Anfang 2011 mit der 3DS die nächste Generation seiner mobilen Konsole herausgebracht und weltweit mehr als 15 Millionen Exemplare verkauft. Das hat die hochgesteckten Erwartungen des Branchen-Veteranen zwar nicht erfüllt, aber trotzdem sind viele Fans erstmals mit einem aktuellen Gerät versorgt.

Beide Anbieter bekommen außerdem immer mehr Konkurrenz von Apple, Samsung und Co: Die Hersteller von Smartphones und Tablet-Computern verkaufen Tag für Tag hunderttausende Geräte, die dank immer besserer Bildschirme und Prozessoren passable Spielgefährten geworden sind. Ein Ende des Booms ist nicht abzusehen, auf der Leitmesse Mobile World Congress in Barcelona werden in den nächsten Tagen dutzende neue Mobil-Computer vorgestellt.

SPIELERLEBNIS Sony betont wieder und wieder, dass die neue Konsole ein "anderes Spielerlebnis" biete: "Die Vita wurde von Anfang an als Spielgerät gestaltet, während ein Smartphone an erster Stelle ein Mobiltelefon ist", sagt Manager Jim Ryan im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Gerade Hardcore-Spielern dürfte das wichtig sein - und die will der Konzern im ersten Jahr vor allem erreichen.

Den stattlichen Preis dürften denn auch viele in Kauf nehmen, meint der Analyst Michael Pachter: "Er spiegelt den Unterschied zwischen Gelegenheitsspielen für Smartphones und Premium-Spielen für die Konsole", sagte der Analyst von Wedbush Morgan Securities dem Magazin "Forbes".

Damit wird sich Sony auf Dauer aber nicht zufriedengeben - vom Vita-Vorgänger Playstation Portable (PSP) vekaufte der Hersteller bis dato schließlich 75 Millionen Exemplare. Ryan kündigt bereits an, dass Sony innerhalb von zwei oder drei Jahren eine "jüngere Zielgruppe" ins Visier nehmen werde. Die Frage lautet nun: Sind diese Leute bereit, für ein Extra-Gerät Geld auszugeben? Oder verzichtet mancher darauf und daddelt lieber auf dem Smartphone oder Tablet-Computer? Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, wen man fragt. "Wir sind überzeugt, dass unser Gerät ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet und dass die Leute es kaufen werden", sagt Ryan. Das zeige auch die eigene Marktforschung. Dagegen sagen einige Spieleentwickler - wenn auch hinter vorgehaltener Hand -, dass sie mobile Konsolen auf dem Web in die Nische sehen.

Allein auf sein Spitzengerät verlässt sich Sony ohnehin nicht. Im vergangenen Sommer brachte der japanische Konzern eine Billig-Version seiner mobilen Konsole Playstation Portable für 100 Euro heraus. Zudem will er ältere Titel mit der "Playstation Suite" auf Smartphones und Tablet-PCs fit machen. Bislang haben nur einige Geräte aus eigenem Haus Zugriff auf die Plattform. Für die meisten Nutzer kein Problem, die Auswahl ist auch ohne Sony riesig, Spiele gehören zu den beliebtesten Apps. Ganz vorn sind derzeit Titel wie "Angry Birds" oder "Plants vs. Zombies".

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