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19.09.2011 Klaus Hauptfleisch*

Marktübersicht: IT-Kosten sparen mit Thin Clients

Thin Clients können IT-Kosten senken und die Verwaltung vereinfachen. Wir haben die besten Systeme für Sie gesammelt.

Glaubt man einschlägigen Studien, sind Thin Clients im Vergleich zu herkömmlichen PCs deutlich günstiger. Das gelte sowohl hinsichtlich des Stromverbrauchs als auch in Sachen Betrieb und Verwaltung. Eine vom Thin-Client-Anbieter Igel beim Fraunhofer Institut in Auftrag gegebene Untersuchung macht diese Rechnung auf: Unter Berücksichtigung aller Kosten einschließlich Anschaffung, Betrieb und Entsorgung über einen Zeitraum von drei Jahren schneiden die Thin Clients mit 1.400 Euro klar besser ab als „Fat Clients“ mit 2.200 Euro. Bei Zero Clients, die ganz ohne RAM, CPU und eigenem Betriebssystem kommen und kaum Strom verbrauchen, könnte die Rechnung sogar noch günstiger ausfallen. Eine von Microsoft in Auftrag gegebene Studie kommt zwar auch zu dem Schluss, dass bei virtuellen Clients ein Drittel weniger Hardwarekosten anfallen. In der Gesamtbilanz seien die schlanken Rechner aber doch teurer, weil PC-Lizenzen meist weit günstiger sind.

Folgender Marktüberblick ist nicht ganz vollständig, da die meisten Player heute eine Vielzahl unterschiedlicher Lösungen im Portfolio haben, zeigt aber die diversen Möglichkeiten und Einsatzzwecke der schlanken Rechner auf. So sind etwa Monitore mit Zero Clients stark im Kommen.

ORACLE: DIE NEUE SUN RAY 3 SERIES Alter vor Schönheit, nach dem Motto gebührt wohl Sun Microsystems der Vortritt. Obwohl das Unternehmen heute zu Oracle gehört, hat es mit dem ersten Sun Ray den Stein der Thin Clients praktisch ins Rollen gebracht. Die neue Serie Sun Ray 3 mit dem Sun Ray 3 Client und dem Sun Ray 3i Client soll nun noch leistungsfähiger und kosteneffizienter sein. Der Sun Ray 3i Client ist in einem 21,5 Zoll großen Full-HD-Bildschirm integriert und bietet fünf USB-2.0-Anschlüsse sowie eine MTBF (Mean time before failure) von acht Jahren. Der Sun Ray 3 Client soll im Betrieb nur 6 Watt verbrauchen und mit einer MTBF von 22 Jahren praktisch ewig halten. Silver Rating von EPEAT und Energy Star 5.0 in der Thin-Client-Kategorie A weisen die Geräte als besonders stromsparend aus. Neu an der 3er-Serie ist ein integrierter Smartcard-Reader. Im Unterschied zu anderen Thin Clients kommen die neuen Sun-Modelle als Zero Clients ohne eigenes Betriebssystem aus, womit sie weniger anfällig sind und kaum Wartungs- oder Administrationskosten anfallen. Neu ist auch der Sun Ray 3 Plus Client mit der jüngsten Version von Oracle Virtual Desktop Infrastructure (3.1.1) und nativer Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixeln für 30-Zoll-Displays. Die Clients können unter Oracle Solaris, Oracle Linux, Windows oder andere vom Server bereitgestellten oder virtuellen Betriebssystemen laufen. Die neue Sun Ray Software 5.1 unterstützt jetzt auch Windows 7 und soll ein verbessertes Multimedia-Erlebnis sowie erweiterte Sicherheits-Features bieten.

Fazit: Bei der 3er-Serie der Sun-Ray-Familie geht Oracle mit der Zeit. Das zeigt sich beim extrem günstigen Verbrauch des Sun Ray 3 Client ebenso wie an dem Monitor-Client Sun Ray 3i mit Full-HD-Auflösung. Wie günstig oder teuer die Lösungen sind, hängt letztendlich auch von der Wahl des Clients ab.

IGEL: THIN CLIENT UD3 MIT MEHR LEISTUNG Als Teil des 1806 gegründeten Bremer Handelshauses C. Melchers mit starken Verbindungen des Familienunternehmens nach China und Fernost ist Igel Technology 1989 zunächst mit der Entwicklung von Multivideo-Grafikkarten für Linux-Umgebungen angetreten. 1997 ging der erste Thin Client in Produktion und seitdem hat sich Igel zu einem der Top-5-Anbieter auf dem Weltmarkt und zum Marktführer in Deutschland entwickelt. Mit einem erwarteten Absatzplus von fast 30 Prozent will das Unternehmen den Wachstumskurs fortsetzen, so heißt es jedenfalls bei dem taiwanesischen Anbieter Acer, dessen Thin Clients der Veriton-Reihe mit dem Igel-eigenen Linux laufen (siehe unten).

Als CeBIT-Neuheit 2011 verlieh Igel dem Einsteigermodell UD2 und dem Top-Seller UD3 neue, schnellere VIA-Prozessoren. Mit dem Nano-Prozessor der E-Serie von VIA Technology soll der Allrounder UD3 für ab 353 Euro nicht nur schneller booten, sondern auch bis zu 44 Prozent mehr Leistung als das Vorgängermodell aufweisen sowie einen geringeren Stromverbrauch. Das System unterstützt jetzt zudem Gigabit-LAN. Obwohl die CPU nur 800 MHz bietet, soll sie vergleichbare Thin-Client-Prozessoren mit 1 GHz um bis zu 53 Prozent übertreffen. Den Stromverbrauch im Betrieb gibt Igel mit 10 Watt an. Der DVI-I-Port unterstützt Bildschirmauflösungen bis WUXGA (1.920 x 1.200 Pixel). Wahlweise wird der UD3 mit Igel Linux oder Microsoft Windows Embedded Standard ausgeliefert. Als Software-Novum verkündet Igel, dass der UD3 jetzt auch das Microsoft-Protokoll RemoteFX für Windows Server 2008 R2 unterstützt. Der UD2 zu Preisen ab 237 Euro verfügt über eine VIA-Eden-CPU mit 500 MHz statt wie bisher 400 MHz. Im Lieferumfang enthalten ist jeweils die Igel Universal Management Suite (UMS) für die Fernadministration. Als Firmware-Pakete stehen bei beiden Thin Clients je nach Bedarf Entry, Standard und Advanced zur Verfügung.

Fazit: Die 2011er Modelle mit den schnelleren VIA-Prozessoren bei deutlich reduziertem Stromverbrauch könnte so manche Igel-Fans verleiten, die Thin-Client-Flotte auszutauschen.

THIN CLIENT VON ACER: VERITON N260G Bei den Thin-Clients der Veriton-Reihe kooperiert Acer wie oben erwähnt mit Igel als Software-Lieferant. Der Veriton N260G verfügt über Intels Atom-Prozessor N280 mit 1,66 GHz, 1 GB RAM, den Intel-Grafikchipsatz GMA 4500M mit Unterstützung von HD-Videos und eine Solid State Disk (SSD) mit 8 GB Speicherkapazität. Neben der Igel Universal Management Suite (UMS) lässt sich der Mini-Rechner optional auch mit dem VDI-fähigen (Virtual Desktop Infrastructure) Igel-Betriebssystem Universal Desktop Advanced nutzen, das auf dem Gerät bereits vorinstalliert ist. Über einen externen Smartcard-Reader gehen Single-Sign-on und Authentifizierung schnell von der Hand. Dafür soll sich unter anderem die günstige Smartcard-Lösung von Igel anbieten. Der Rechenzwerg im 1,3-Liter-Gehäuse ist nicht nur günstig im Verbrauch, sondern lässt sich per VESA-Kit auch huckepack auf die Rückseite eines Monitors befestigen.

Fazit: Auch wenn der Name etwas stachelig klingt, hat sich Acer mit Igel als Plattformlieferant für die zum Thin Clients erhobenen Business-Nettops offenbar gut gebettet. Denn Software gehört nun mal nicht zur Stärke der Taiwanesen. Die Leistung reicht für die Desktop-Virtualisierung mehr als aus. Die Computerwoche-Schwester PC Welt hat beim Acer Nettop lediglich die etwas dünne Dokumention bemängelt.

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