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24.08.2011 idg/Alex Wolschann

Konkurrenz belebt das Geschäft der Anderen

Mit dem Galaxy Tab 10.1 hat Samsung einen echten Herausforderer für das iPad2 auf den Markt gebracht. Der Klageflut zufolge sieht das Apple wohl ähnlich. Auch im Test konnte das Android-Tablet punkten. Der vorläufige Verkauf in Europa scheint gesichert.

Bis vor geraumer Zeit war das iPad von Apple am Tablet-Sektor das Maß aller Dinge. Mit der völlig neuen Geräteklasse konnte das Unternehmen einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent verbuchen. Seit Ende März 2011 gibt es die zweite Generation des Tablet-Pioniers. Die Konkurrenz hinkt Apple seit dem ersten iPad in Sachen Bedienbarkeit, Design, Haptik und Wertigkeit hinterher. Die Defizite wollen viele Tablets mit üppiger Hardwareausstattung und diversen Anschlüssen oder Kameras wettmachen. Doch ein großer Erfolg bleibt Apples Mitbewerbern bisher verwehrt.

Daher wundert es auch nicht, dass Apple trotz stark aufkommender Konkurrenz kaum an Vormachtstellung einbüßt. Das Marktforschungsunternehmen Strategy Analytics hat ermittelt, dass im zweiten Quartal 2011 weltweit rund 15,1 Millionen Tablets verkauft wurden. Apple konnte den Angaben zufolge 9,3 Millionen iPads absetzen und kommt somit auf einen Markanteil von 61,3 Prozent. Um nicht weiter an Boden zu verlieren, hat Apple versucht, einstweilige Verfügungen gegen den Verkauf des neuen Samung Tablets Galaxy Tab 10.1 zu erwirken. Am Landesgericht Düsseldorf wurde schließlich ein Verkaufsverbot für Europa mit Ausnahme der Niederlande erwirkt. Mittlerweile wurde dieses Urteil aber auf Deutschland eingeschränkt. Das Galaxy Tab 10.1 darf also in Österreich verkauft werden. Apple scheint sich bewußt zu sein, das Samsung in diesem Anlauf ein ernstzunehmendes Konkurrenzprodukt gelungen ist. Bei keinem anderen Produkt hat Apple derart Zähne gezeigt.

SELBSTBEWUSSTE PREISGESTALTUNG Samsungs neues Tablet hinterlässt jedenfalls auf Anhieb einen guten Eindruck. Das Tablet ist so flach wie das iPad2, es ist angenehm leicht und liegt gut in der Hand. Zwar besitzt das Galaxy Tab 10.1 kein Gehäuse aus Aluminium, die Kunststoffumhausung wirkt aber hochwertig. Mit einem 10,1 Zoll großen Display und Android 3.1 als Betriebssystem steht das Galaxy Tab 10.1 ab sofort für knapp 630 Euro zum Verkauf bereit. Das ist durchaus selbstbewusst kalkuliert, denn mit inkludiertem SIM-Karten-Slot und 16 GB Speicher kostet es 30 Euro mehr als ein entsprechendes iPad2.

Samsung verbaut im Galaxy Tab 10.1 einen Dual-Core-Prozessor Nvidia Tegra 2 mit 1,0 GHz Taktfrequenz. Damit setzt das Tablet auf die für Honeycomb-Geräte übliche CPU-Ausstattung – wie der Konkurrent Motorola Xoom. Dem ARM-Prozessor stellt Samsung einen mit einem GB großzügig bemessenen Arbeitsspeicher zur Seite. Den internen Flash-Speicher dimensioniert der Hersteller auf 16 GB, wie beim Einstiegsmodell von Apple. Varianten mit 32 oder 64 GB Flash – wie es sie beim iPad 2 gibt – offeriert Samsung nicht. Auf einen micro-SD-Kartenslot, den beispielsweise das Motorola Xoom besitzt, verzichtet das Galaxy Tab 10.1. Das Gerät lässt sich auch nicht über einen Mini- oder Micro-USB-Anschluss mit dem PC verbinden, Samsung legt ein Datenkabel mit eigenem Connector bei. Drahtlose Verbindung nimmt das Galaxy Tab 10.1 über WLAN 802.11 a/b/g/n und Bluetooth 3.0 auf. Zudem gibt es einen SIM-Karten-Slot für HSPA+. Dabei nimmt das Tablet SIM-Karten normaler Größe auf. An der Gehäusefront gibt es für Videotelefonate und Schnappschüsse eine integrierte 2,0-Megapixel-Kamera. Auf der Rückseite findet sich zudem eine 3,2-Megapixel-Kamera. Einen LED-Blitz hat Samsung neben der Rückkamera integriert. Die Bilder zeigen bei der gebotenen Auflösung eine gute Qualität. Die Foto-App bietet unter anderem Funktionen für Weißabgleich, Blende und Fokus. Samsung verbaut beim Galaxy Tab 10.1 einen Lithium-Polymer-Akku mit 7000 mAh. Beim Surfen im Internet via WLAN hält das Galaxy Tab im Test fast acht Stunden durch.

ÜBERZEUGENDE DISPLAY-QUALITÄT Während Apples iPad 2 einen 9,7-Zoll-Bildschirm im 4:3-Format besitzt, bringt das Samsung Galaxy Tab ein 10,1-Zoll-Display im 16:10-Widescreen-Format mit. Die Auflösung des Bildschirms beträgt 1.280 mal 800 Bildpunkte, das iPad/iPad2 löst 1.024 mal 768 Pixel auf. Samsung setzt somit auf die Display-Merkmale, die auch ein Motorola Xoom verwendet. Bei einer Gehäusedicke von nur 8,6 Millimetern ist das Galaxy Tab 10.1 sogar minimal dünner als das bereits sehr schlanke iPad2 mit 8,8 Millimetern. Mit einem Gewicht von zirka 569 Gramm liegt der Herausforderer zudem ein wenig leichter in der Hand als Apples iPad2 in der 3G-Version mit 613 Gramm.

Für ein Tablet ist die Qualität des Bildschirms essenziell. Und hier kann der kapazitive PLS-Touchscreen des Galaxy Tab überzeugen. Durch die hohe Auflösung wirkt die Darstellung von Webseiten, Text, Bildern und anderen Inhalten scharf. Bei einer gemessenen maximalen Helligkeit von zirka 300 cd/m² ist in hellen Umgebungen sowie im Freien für eine gute Ablesbarkeit gesorgt. Der Spiegeleffekt bei Lichteinfall ist allerdings wie bei so vielen Displays leider sehr ausgeprägt. Eine rühmliche Ausnahme stellt Fujitsus Business-Pad Stylistic Q550 mit entspiegelter Oberfläche dar. Das Galaxy-Tab-Display bietet zudem befriedigende Einblickwinkel. In puncto Displayqualität ist bei der Farbbrillanz und beim Einblickwinkel das iPad 2 noch eine Spur besser.

Das Galaxy Tab bietet eine gute Verwindungssteifigkeit, unerwünschte Geräusche sind dem Gehäuse nicht zu entlocken. Neben dem Einschaltknopf auf der oberen Gehäusekante findet sich beim Galaxy Tab 10.1 nur noch ein Kippschalter für die Lautstärke. Die Bedienelemente sind im Touch-Bereich links unten fest angeordnet. Beim Halten des Tablets muss daher der linke Daumen für die Navigation ganz nach links unten auf dem Display wandern. Dies funktioniert nur, wenn der Handrücken gleichzeitig nach außen wandert – das Ganze wirkt unkomfortabel. Beim Halten des Tablets im Hochformat nervt die Bedienung noch mehr, weil hier die linke Hand noch stärker bewegt werden muss. Außerdem sind die drei »Soft-Tasten« etwas klein und eng angeordnet. Einen Schnellzugriff auf die wichtigsten Funktionen gibt es in der Kontrollleiste rechts unten, wo Uhrzeit, Akku-Zustand und Netzverbindung angezeigt werden. Dort lassen sich beispielsweise der Flugmodus einschalten, die Display-Ausrichtung sperren oder die Bildschirmhelligkeit regulieren. In der Kontrollleiste werden auch Statusmeldungen wie die erfolgreiche Installation neuer Apps eingeblendet.

GUTE VIRTUELLE TASTATUR Als gelungen lässt sich die virtuelle Tastatur bezeichnen. Das Schreiben funktioniert flüssig, Buchstaben werden nur sehr selten »verschluckt«. Im Querformat geht die Tastatur über die komplette Bildschirmbreite und nimmt fast die Hälfte der Displayhöhe ein. Damit kann schnell und präzise geschrieben werden, ein Zehnfingersystem funktioniert jedoch weniger gut, da die Finger nicht auf der Tastatur ruhen können und das Layout darauf nicht optimiert ist. Im Hochformat belegt die Tastatur ungefähr das untere Viertel des Bildschirms. Tippgeschwindigkeit und Treffsicherheit nehmen gegenüber dem Querformat allerdings merklich ab. Swype zum Wischen von Wörtern wird vom Galaxy Tab unterstützt. Zum Schreiben von Texten kann die vorinstallierte Office-Suite Polaris 3.0 verwendet werden. Polaris beinhaltet Textverarbeitung, Tabellenkalkulation sowie eine Präsentationssoftware.

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