Arbeiten von unterwegs: So finden Sie das richtige Business-Gerät für unterwegs Detail - Computerwelt

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07.08.2011 Patrick Miller*

Arbeiten von unterwegs: So finden Sie das richtige Business-Gerät für unterwegs

Smartphone, Netbook oder Tablet? Oder eine Kombination? Mit welchen Geräten lässt es sich unterwegs am bequemsten arbeiten? Wir haben es ausprobiert!

Egal ob Tablet, Smartphone oder Netbook: Wenn Sie das richtige Gerät für das Arbeiten von unterwegs aus suchen, helfen Ihnen einfache, technische Details bei der Entscheidung oft nicht weiter. Die Kollegen unserer US-Schwesterzeitschrift PC World haben sich deshalb aufgemacht und drei Tage lang mit drei verschiedenen Geräte-Kombinationen von unterwegs aus gearbeitet: a) mit einem Windows-Netbook samt Smartphone; b) mit einem Google Chrome OS CR-48 Netbook plus normalem Handy; c) mit einem Apple iPad samt normalem Handy.

Womit konnte man unterwegs am besten arbeiten und für welche Budgets sind die Kombinationen zu haben?

KOMBINATION 1: WINDOWS-NETBOOK UND ANDROID-SMARTPHONE Der erste Feldversuch erfolgte mit einem HP Mini 1103 Netbook und dem Evo Shift 4G Smartphone. Letzteres ist bislang leider nur in den USA erhältlich.Auffällig: Obwohl der Gedanke, mit einem ultraleichten Netbook unterwegs zu sein und damit zu arbeiten, sehr verlockend ist, fällt die Arbeit in der Praxis doch sehr ernüchternd aus. Zwar konnten mit dem Netbook alle Arbeiten erledigt werden, die sonst im Büro auch anfallen (zum Beispiel per VPN mit dem Unternehmensnetzwerk verbinden, Artikel produzieren und ins Content Management System einbuchen, Videos und Bilder hochladen, etc.), allerdings ist die Handhabung alles andere als komfortabel.

Ein bisschen fühlt es sich an, als würde man mit einem Schweizer Taschenmesser arbeiten: es steckt zwar alles drin, was man braucht, doch teilweise hat man echte Probleme, heranzukommen. Zwar beherrscht das Windows-7-Netbook alle Dienste, die man auch vom Büro-Desktop-Rechner kennt, und man muss sich nicht an andere Anwendungen gewöhnen. Aber man braucht viel Zeit und Geduld für die eigentliche Arbeit. Zum Beispiel ist es um ein vielfaches unkomfortabler, an einem Textdokument, das man normalerweise auf zwei Bildschirmen editiert, plötzlich auf dem kleinen Netbook-Bildschirm zu arbeiten. Denn hier sieht man stellenweise nur wenige Zeilen weit.

Selbst Standard-Aufgaben, wie das Lesen einer Webseite oder eines PDF-Dokuments, produzieren auf dem 10,1-Zoll-Display des HP Mini 1103 mit seiner Auflösung von 1024x600 Pixeln eher Frust als Lust. Kurzum: Es ist nett, unterwegs einen ultraportablen PC in greifbarer Nähe zu haben, allerdings geht das Arbeiten von unterwegs auf Kosten der Benutzerfreundlichkeit und damit auch auf Kosten der Effizienz.

Das Evo Shift 4G-Android-Smartphone ist nützlich, um den Überblick über Termine in Googlemail und im Google Calendar zu behalten. Zudem hilft Google Maps gerade wenn man in fremder Reiseumgebung unterwegs ist, hervorragend bei der Wegfindung. Wenn es aber ums Aufrufen einer Webseite geht, ist ein nahegelegener Wi-Fi-Spot fürs Netbook eindeutig die bessere Wahl. Insbesondere, wenn man dadurch verwöhnt ist, an zwei Monitoren zu arbeiten.

Das preisgünstigste Paket zum arbeiten von unterwegs ist die Windows-Netbook-Android-Smartphone-Kombi leider auch nicht. Das HP Mini 1103 gibt's zwar schon ab etwa 250 Euro, das Evo Shift 4G schlägt ohne Vertragsbindung aber mit stolzen 550 Dollar - umgerechnet knapp 400 Euro - zu Buche. Hinzu kommen etwaige monatliche Kosten für die Nutzung von Wi-Fi-Spots, 4G und anderen mobilen Diensten für unterwegs, die einkalkuliert werden müssen.

Fazit: Die Netbook-Smartphone-Kombination für unterwegs ist flexibel und vielseitig. Wenn Ihre Arbeit von unterwegs also eher unvorhersehbar ist, liegen Sie mit dieser Kombination goldrichtig. Rechnen Sie aber mit mehr Zeitbedarf und Stress - denn wer nicht an das filigrane Arbeiten an Netbook und Smartphone gewöhnt ist und plötzlich einen ganzen Arbeitstag damit verbringen muss, wird nicht nur schneller frustriert, sondern schafft insgesamt auch weniger Arbeitspensum.

KOMBINATION 2: CHROME-OS-NETBOOK UND HANDY Mittlerweile gibt es sie: die ersten Netbooks mit Googles Betriebssystem Chrome OS, genannt Chromebooks. Und sie versprechen, schneller und sicherer als Ihr Standard-Windows-Netbook zu sein. Das Chromebook verfügen über keinen nennenswerten lokalen Speicher und speichert alle wesentlichen Dateien online in der Cloud. Testobjekte für das Arbeiten von unterwegs sind Googles CR-48 Netbook, zusammen mit einem Standard-Handy von Nokia.

Großer Nachteil der Chromebooks: die wenigsten Nutzer wollen alle ihre Arbeiten von unterwegs aus im Web erledigen. Eine ständige Internetverbindung ist für ein Chromebook aber Pflicht. Wer ohnehin ständig im Netz arbeiten muss - etwa mit Google Docs oder einem Content Management System - sollte mit dem CR-48 aber keine Probleme haben.

Trotzdem: auch nach längerem arbeiten mit dem Chromebook wollte sich kein direkter Grund herauskristallisieren, ein Chromebook anstatt eines Windows-Netbooks zu wählen. Zwar startet das Chromebook tatsächlich in Sekundenschnelle; die Zeit, die es braucht, um sich mit Ihrem Internetprovider oder einem Wi-Fi-Netzwerk zu verbinden, hebelt diesen Vorteil allerdings wieder aus. Denn ohne Online-Verbindung lässt es sich nicht arbeiten. Einmal online, ist ein Chromebook das ideale Surf-Gerät - und sogar besser als das iPad. Beim Arbeiten selbst stellte es sich jedoch als zu unflexibel heraus, um als primäres Arbeitsgerät zu fungieren. Das gilt insbesondere beim Arbeiten mit Fotos und Videos. Bei der Kombination mit einem Handy können die Defizite des Chromebooks mit einem Handy zudem nicht ausgeglichen werden.

Großer Vorteil dieser Kombination ist ihr verhältnismäßig günstiger Preis. Der Anschaffungspreis für Samsungs 3G Chromebook liegt bei etwa 400 Euro. Darin sind 100 MB 3G-Datenvolumen pro Monat in den ersten zwei Jahren bereits enthalten. Wenn Sie mehr Datenvolumen benötigen, haben Sie beispielsweise die Wahl zwischen verschiedenen Prepaid-Optionen für einen, drei und fünf Gigabyte pro Monat.

Fazit: Wenn es Sie nicht stört, zum Arbeiten zwingend eine Internetverbindung zu benötigen, macht ein Chromebook seine Sache nicht schlecht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt und wenn Sie nicht mehr als 100 MB Datenvolumen pro Monat benötigen, kommen Sie sogar relativ günstig weg. Allerdings leistet ein Chromebook (noch) nicht so viel wie ein Windows-Netbook.

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